Die Wasserfälle von Iguazú und unbezahlbare Sonnenuntergänge

Auf Entdeckungstour durch Argentinien

Die Wasserfälle von Iguazú und unbezahlbare Sonnenuntergänge: Auf Entdeckungstour durch Argentinien Die Wasserfälle von Iguazú und unbezahlbare Sonnenuntergänge: Auf Entdeckungstour durch Argentinien Foto: Vera Betz

Noch sind die Tage in der Uni etwas ruhiger – für Vera also ein perfekter Zeitpunkt, um auf Entdeckungstour zu gehen. Argentinien ist fast achtmal so groß wie Deutschland und es gibt jede Menge tolle Ziele. Die 23-jährige Düsseldorferin hat sich schließlich für eines der sieben Naturwunder der Erde entschieden und ist immer noch restlos beeindruckt von den Wasserfällen von Iguazú... Wie es zu dem Wochenend-Trip kam und was Vera alles erlebt hat, erfahrt ihr hier.

Mit meiner Mitbewohnerin Laura durchforste ich Reiseführer und Internetangebote, bis wir auf die Organisation "Argentina For All" stoßen. Eine Busreise mit Hostelaufenthalt für internationale Studenten über ein verlängertes Wochenende zu einem der sieben Naturwunder der Erde – klingt verlockend. Wir buchen die Reise in den Norden Argentiniens, die ungefähr 220 € kostet und an einem Freitagnachmittag geht's endlich los.

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Mit über 100 Studenten aus aller Welt (Deutsche sind wie immer bei Reisen besonders gut vertreten ;-)) treffen wir uns an der 9 de Julio (die breiteste Straße der Welt, die nach dem Tag der Unabhängigkeit Argentiniens benannt wurde) und steigen mit ausreichend Proviant in den Fernbus ("Micro") ein. Die Fahrt soll 18 bis 20 Stunden dauern und wir haben "semi-cama" (halbe Betten) Sitze, sodass ich Beinfreiheit ohne Ende habe. Mit einer Stunde Verspätung, fröhlicher Musik und guter Stimmung nehmen wir die ersten Kurven durch den Abendverkehr von Buenos Aires.

Erster Stop: Panorama in Brasilien

Am nächsten Morgen begrüßt uns das kunterbunte Hostel mit Pool, wir haben kurz Zeit für eine Katzenwäsche und steigen dann wieder in den Micro, um das erste Reiseziel zu erkunden: Die brasilianische Seite des Naturwunders. Diese hat weniger Gehwege als die Argentinische, bietet allerdings einen Panoramablick, den ich nie wieder vergessen werden.

Um die zu den Wasserfällen zu gelangen müssen wir noch einmal einen Parkeintritt bezahlen. Da aktuell die Olympischen Spiele in Rio sind und in Argentinien der Montag ein Feiertag ist, sind sehr viele Besucher vor Ort und die Ticket-Preise werden dementsprechend angepasst. Selten habe ich 20 Euro allerdings so gut investiert...

Wir fahren mit einem offenen Bus zur ersten Aussichtplattform und sehen Wasserfälle und Dschungel soweit das Auge reicht. Über einen Gehweg gelangt man von einem Aussichtspunkt zum nächsten und immer näher an die das Highlight der Parks – la garganta del diablo (der Teufelsschlund), dort sind die meisten und größten Wasserfälle.

Lieblingsplattform brasilianische Seite bei Sonnenuntergang - image/jpeg

Den Sonnenuntergang erlebe ich dann von einer ruhigen Plattform aus. Ich bin so geflasht von der Schönheit - wenn unser Guide nicht mit aufgepasst und mich eingesammelt hätte, würde ich da vielleicht heute noch sitzen.

Nach so einem aufregenden Tag decken wir uns in einem kleinen 24-Stunden-Supermarkt mit Essen und Getränken ein. Für mich gibt es ein Milanesa-Brötchen - in Germany we call it Schnitzel - und nach ein paar Gesprächen und Musik falle ich um Mitternacht ziemlich müde ins Bett.

Ganz nah an den Wasserfällen in Argentinien

Nach einem zuckersüßen Frühstück (ein Dank an dieser Stelle an den Erfinder von Dulce de leche – Karamel wie es köstlicher nicht sein könnte) machen wir uns morgens auf den Weg zum Park auf der argentinischen Seite.

Hier gibt es unterschiedliche Routen und ich komme ganz nah an einigen der rund 255 Wasserfälle ran: Die Schlauchboote fahren sogar ein Stückchen in die Wasserfälle hinein. Mit rund 30 Euro für 10 Minuten ist es nicht ganz billig, aber dafür sehr eindrucksvoll: Das Boot fährt ziemlich schnell auf die Wasserfälle zu, wir verschwinden erst im Dunst, daraufhin bremsen wir ein bisschen ab und fahren schräg in den Wasserfall hinein. Ein ziemlich kaltes Weltwunder, das allerdings alle jubeln lässt.

Die letzte Strecke des Parks legen wir mit einem Zug in der Abendsonne zurück. Er bringt uns zu einem Weg über Holzstege, den paseo garganta del diablo, der zum Teufelsschlund führt. Dieser Weg ist mein Highlight des zweiten Tages.

argentinische Seite vom der Plattform des Teufelsschlunds aus - image/jpeg

Oben ist das Wasser fast ruhig, kleine Inseln sind zu sehen und von der Plattform sieht man die Wassermassen herunterstürzen und kein Kleidungsstück bleibt komplett trocken.

Die Zeit geht viel zu schnell um und leider schaffen wir das Dreiländereck nicht mehr. Maybe next time, wie unser Guide zu sagen pflegt. Auf dem Rückweg, bei dem unser Bus eine Matratze als Fensterersatz an der einen Seite nutzt, machen wir einen kurzen Halt in San Ignacio, wo wir die Ruinen der Jesuitenstadt aus dem 17. Jahrhundert besuchen. Da wir wieder Verspätung haben, können wir das Weltkulturerbe jedoch nur kurz anschauen. Am Dienstagmorgen kommen wir dann nach gut 22 Stunden Busfahrt an... Was für ein Wochenende! Müde, aber mit so vielen Eindrücken sind wir zurück.

Und wenn ihr auch nach Argentinien reisen wollt, plant die Wasserfällen von Iguazú auf jeden Fall ein! Sucht euch ein etwas ruhigeres Wochenende, das erspart Wartezeit und bleibt einfach mal auf eurer Lieblingsplattform stehen, packt das Handy und die Kamera weg und genießt den Ausblick. Unsere Erde ist so schön!

Hasta luego, ich melde mich bald wieder aus dem Südamerika!