Von Tangokursen, Fußball-Fieber und spontanen Grillabenden

(Studenten-)Leben in Buenos Aires

Von Tangokursen, Fußball-Fieber und spontanen Grillabenden : (Studenten-)Leben in Buenos Aires Von Tangokursen, Fußball-Fieber und spontanen Grillabenden : (Studenten-)Leben in Buenos Aires Foto: Vera Betz

Wie sieht das Unileben in Buenos Aires aus? Wie kommt man als Student von A nach B? Und welche Highlights hat die Stadt sonst zu bieten? Vera Betz studiert ein Semester in Argentinien und hält euch auf TONIGHT.de über ihre Erlebnisse auf dem Laufenden.

Das Unileben an der Universidad de Belgrano

Der Turm der UB - image/jpeg Die Universidad de Belgrano (UB) liegt im gleichnamigen Stadtteil und besteht aus einem hohen Turm und ein paar kleineren Gebäuden – wenig attraktiv. Umso attraktiver ist meine Kurswahl ;-): Ich habe Spanisch und einen Tangotanzkurs belegt. Diese Fächer beinhalten das, was ich auf jeden Fall aus meinem Auslandssemester mitnehmen möchte: die Sprache und die Kultur.

Weitere Kurse sind "Marketing 2" und "Sistemas de Información 2" - die kann ich mir auch in Deutschland anrechnen lassen. Ich stehe kurz vor den Parciales, den Klausuren in der Mitte des Semesters und ich bin schon sehr gespannt, wie die Examen ablaufen.

Noch ein Wort zum Stundenplan: Von Montag bis Mittwoch laufen meine Kurse - darunter ist ein 12 Stunden-Tag (natürlich mit kleinen Pausen). Aber schon Mitte der Woche beginnt mein Wochenende, um 16 Uhr ist Schluss. Klingt ziemlich entspannt, oder? Aber da ich so viel unterwegs bin, kommt es mir gar nicht wie eine 3-Tage-Woche vor.

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Mit der "Moovit"-App durch Nahverkehr in Buenos Aires

Hier gibt es eine U-Bahn (Subte), zahlreiche Busse (Colectivos) und vereinzelte Radwege. Ich kann die App "Moovit" empfehlen. Mit der kann man ganz einfach die beste Verbindung heraussuchen. An den ersten Tagen in Buenos Aires habe ich mir sofort eine SUBE-Karte gekauft. Sie gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Die Karte kann man in allen Subte-Stationen oder an Kiosken aufladen. Eine Fahrt kostet 4,50 Pesos – entspricht ungefähr 30 Cent –  und eine Busfahrt ist mit ca. 6,50 Pesos kaum teurer. Die Subte fährt sehr regelmäßig, aber ist zu Stoßzeiten extrem voll.

Häufig bin ich wie wild durch die Gegend geirrt, habe Leute gefragt und bin im Endeffekt an irgendeinem Baum gelandet, der als offizielle Bushaltestelle galt.

Busfahren ist da schon etwas spannender. Häufig bin ich wie wild durch die Gegend geirrt, habe Leute gefragt und bin im Endeffekt an irgendeinem Baum gelandet, der als offizielle Bushaltestelle galt. Für einen Ausländer nicht immer ganz einfach, aber mir macht es Spaß, wie die Einheimischen durch die Stadt zu fahren und mittlerweile kenne ich schon viele Strecken, Straßen und Busrouten.

Auch mit dem Rad ist es nicht ganz so einfach. In Düsseldorf fahre ich bei Wind und Wetter jeden Weg mit dem Fahrrad, egal ob zur Uni, Arbeit oder zu Freunden. Hier sieht das anders aus. Die Autofahrer in Buenos Aires fahren sehr schnell und nehmen kaum Rücksicht, Radwege gibt es auch nicht überall. Also Action pur auf dem Drahtesel - und darauf kann ich dann doch verzichten ;-). Wenn der Frühling hier aber so richtig losgeht, wage ich trotzdem noch einmal den Versuch und werde mich aufs Fahrrad schwingen.

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Handy und Co.?

Weniger Probleme, als gedacht! Bei dem Anbieter Claro habe ich mir eine Prepaid SIM-Card gekauft, damit ich hier eine argentinische Nummer habe und lade diese ca. alle zwei Wochen mit sechs Euro auf. Cool ist, dass es hier an vielen Stellen im Stadtgebiet öffentliches WLAN gibt.

Mein Handy habe ich auf argentinisches Spanisch umgestellt, sodass ich noch mehr Vokabeln lerne. Achtung mit iPhones: Die sind bei Taschendieben sehr beliebt.

Welche Highlights hat die Stadt zu bieten?

In Buenos Aires kann man wirklich viel erleben. Doch woran denkt man als erstes, wenn man von Argentinien redet? Ganz klar, an Fußball. Schon an meinem zweiten Tag habe ich beim FC BAFA (Buenos Aires Fútbol Amigos) bei einem Spaßspiel mitgespielt. Hier treffen viele unterschiedliche Nationalitäten aufeinander und die Teams werden immer neu gemischt. Echt cool!

Ich habe mich dann auch gleich für das Frauenfußballteam an der Uni angemeldet. Nette Mitspielerinnen, gute Stimmung - und natürlich alle Erklärungen auf Spanisch, sodass ich anfangs nicht alles verstanden habe. Mittlerweile klappt es aber echt gut. Außerdem spiele ich auch noch in einer Auswahlmannschaft mit Spielerinnen von unterschiedlichen Universitäten aus Buenos Aires. Richtig cool!

Das Freizeitprogramm "Mente Argentina" kann ich übrigens auch empfehlen: Sie bieten viele unterschiedliche Events an, durch die man die Stadt besser kennenlernen kann.

Der Trip nach Iguazú war ein echtes Highlight - genauso wie der Wochenend-Trip mit der Fähre nach Uruguay, um dort Colonia del Sacramento und Montevideo zu erkunden. Aktuell plane ich einen Roadtrip durch den Norden Argentiniens rund um die Stadt Salta. Es gibt hier einfach so viel zu entdecken!

Montevideo - image/jpeg

Wie sind die Locals so drauf?

Durch den Fußball und meine Unikurse habe ich automatisch sehr viel mit Einheimischen zu tun. Argentinier sind generell sehr neugierig, direkt und kontakfreudig. Die wichtigsten Smalltalk-Sätze auf Spanisch sind schnell gelernt und die Einheimischen freuen sich, wenn man versucht, ihre Sprache zu sprechen.

Und mit Spontaneität kommt man auch prima weiter: Ich erinnere mich gerne an einen Tag, an dem ich in der Bib saß und einfach von einer Argentinierin angesprochen wurde. Wir haben uns ganz locker eine gute Stunde unterhalten, uns noch in der selben Woche in einem Café getroffen, ich habe weitere Freunde von ihr kennengelernt und kurz drauf wurde ich direkt zum traditionellen argentinischen Grillabend eingeladen. Richtig schön :-)!

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