Das große Finale in Kyoto und Osaka

Reise nach Japan: Marcels Tagebuch (4)

Das große Finale in Kyoto und Osaka: Reise nach Japan: Marcels Tagebuch (4) Das große Finale in Kyoto und Osaka: Reise nach Japan: Marcels Tagebuch (4) Foto: Marcel W.
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Eine Reise ans andere Ende der Welt? Marcel hat den Schritt gewagt und entführt uns auf einen spannenden Trip quer durch Japan. Im vierten und letzten Teil führt Marcel uns nach Kyoto und Osaka.

Wer die ersten Teile verpasst haben sollte, findet diese hinter den folgenden Links:

Reise nach Japan (3): Mit dem Shinkansen nach Kyoto
Reise nach Japan (2): Hachiko, Judo und große Buddhas
Reise nach Japan (1): Von der Idee bis zum Abflug: "Tokyo, wir kommen!"

Und jetzt lassen wir Marcel am besten wieder für sich selbst sprechen. Wir beginnen die Reise, wo sie aufgehört hat: In Kyoto, Stadt der Tempel und Zen-Gärten.

Marcels Fotos eines unvergesslichen Trips ans andere Ende der Welt Reise durch Japan 81 Fotos

Die glorreiche Suche nach einer Lesebrille

Bei besten Temperaturen und Sonnenschein hatten wir von unserer hoch gelegenen Hotel-Terrasse den perfekten Blick auf eine riesige Pagode. Schnell Google bemüht auf welche Sehenswürdigkeit wir da blicken: Der Toji Tempel, alias "Der Haupttempel des Tō-ji-Zweigs der Shingon-shū". Muss etwas wichtiges sein.

Nach dem tollen Ausblick und einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns den Tempel aus der Nähe angeschaut. Ringsrum ist einer schöner Garten, im Teich sind einige Kois die sehr interessiert aus dem Wasser geschaut haben. Diese bunten Fische sind einfach faszinierend!

Nach der kleinen Erkundungstour sollte es zum "Fushimi Inari Tempel", oder auch "Tempel der 1000 Tore" gehen. Daraus wurde erstmal aber nichts, da mein Stiefvater seine Lesebrille verloren hat. Und ohne ist er ziemlich aufgeschmissen. Daher musste dieses Problem schnellstmöglich gelöst werden!

In Deutschland wäre das kein Problem gewesen, ab zur nächsten Drogerie oder Supermarkt und eine neue gekauft. In Japan war die Angelegenheit ungleich komplexer: Entweder kennen japanische Drogerien so etwas wie "Lesebrillen" nicht, oder haben schlicht nicht verstanden, was wir suchen.

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Den ersten Optiker, den wir im riesigen Hauptbahnhof aufsuchten, hatte nur was von "Dioptrin und Brille" verstanden und wollte schon loslegen uns eine neue Brille anzufertigen. Dankend lehnten wir dies ab und suchten den nächsten Optiker auf. Mit ihren minimalen Englisch-Kenntnissen verstand uns auch diese nette Dame nicht, war aber sehr bemüht unser Problem schnellstmöglich zu lösen: Sie stürmte aus dem Laden und holte eine andere Dame aus dem anliegenden Geschäft. Diese sprach Englisch, verstand sofort, was wir wollten und erklärte es der Optikerin.

Diese verschwand kurz im Hintergrund und kam mit einer rosa-farbenen Lesebrille zurück - perfekt für den werten Stiefvater. Natürlich war er dann doch ziemlich erleichtert darüber, dass die Farbauswahl größer war: Umgerechnet rund 40 Euro leichter und um eine Erfahrung reicher, ging es endlich Richtung Tempel.

Der Tempel der tausend Tore

Dieser Tempel zählt die meisten Besucher aller Shintō-Schreine in Japan: Auch als wir da waren, war sehr viel los - kein Wunder, bei dem fabulösen Wetter. Die Tore (genannt Torii) führen einen Hügel hinauf, auf dessen Spitze das Allerheiligste (hier ein Spiegel) öffentlich einsehbar ist. Wir sind selber nur bis zur Hälfte hochgedackelt - die meisten kehrten an dieser Stelle auch wieder um. Von hier aus hatte man einen tollen Blick auf Kyoto. Überraschend wartet auf dem Weg nach oben auch der eine oder andere Getränkeautomat - typisch Japan!

Die ganzen Tore laden zu tollen Fotoaufnahmen ein, jedes einzelne Tor ist mit japanischen Schriftzeichen beschriftet. Was die Zeichen bedeuten, konnten wir aber trotz neuer Lesebrille nicht sagen.

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Nach kurzer Pause ging es nun zum Kiyomizu Tempel mit seiner berühmten Holz-Terrasse: Der Weg dorthin führte uns durch eine sehr belebte Straße mit vielen kleinen Läden. Hier gab es alles mögliche zu erwerben. Angefangen von Fächern, Talismane, Räucherwerk bis zu Tee Kesseln. Letztere standen auf meiner persönlichen “Japan Souvenir Liste” und wurden sofort eingesackt.

Am Eingang vom Tempel angekommen wurde das übliche Eintrittsgeld bezahlt (ca. 400 Yen pro Nase) und es ging auf die Terrasse. Der Geschichte nach wurden demjenigen Wünsche erfüllt, der sich von der Terrasse in die Tiefe stürzt, 234 Sprünge wurden alleine in der Edo-Periode dokumentiert. Das Erstaunliche daran: Der Großteil der Springer überlebte den Sprung. Heutzutage ist es natürlich verboten von der Terrasse zu springen.

Anstelle zu springen nutzten wir die Treppe hinab: Hier befindet sich der Wasserfall des Otowa-no-taki, wo drei einzelne Wasserkanäle in ein Becken stürzen. Dieses Wasser fängt man in Metallschalen auf und trinkt es. Es wird gesagt, dass es heilende Kräfte besitzt und Gesundheit, ein langes Leben und Erfolg bringt. Schauen wir mal ob es was gebracht hat.

Da wir aufgrund der Lesebrillen-Aktion erst relativ spät hier angekommen waren, waren wir bis zur Schließung der Anlage vor Ort. Vorher konnten wir noch den Sonnenuntergang bestaunen - hier oben hatten wir einen atemberaubenden Blick auf Kyoto und konnten mitansehen, wie die Stadt langsam ins Nachtleben abtaucht. Genial!