Auslandssemester in Kalifornien

18 Fragen zum Leben und Studieren in Long Beach

Auslandssemester in Kalifornien: 18 Fragen zum Leben und Studieren in Long Beach Auslandssemester in Kalifornien: 18 Fragen zum Leben und Studieren in Long Beach Foto: Lisa Harings

Study at the Beach 2016: Wer bloggt hier? Study at the Beach 2016 Wer bloggt hier? Zum Artikel » Mittlerweile hat sie bereits die Hälfte ihres Auslandssemesters in Kalifornien hinter sich: Lisa Harings (24) studiert seit Januar in Kalifornien und hält euch auf TONIGHT.de über ihre Erlebnisse auf dem Laufenden. Heute hat sie ein kleines Q&A für diejenigen zusammengestellt, die mit dem Gedanken spielen, ein Auslandssemester in Long Beach oder Kalifornien zu absolvieren.

1. Wie sind die Locals so drauf? Wie lernt man am besten amerikanische Studenten kennen?

Wer gerne neue Freundschaften mit Amerikanern schließen möchte, findet am leichtesten Kontakt über die Unikurse und Clubs. Sobald ihr nur erwähnt, dass ihr aus Deutschland kommt, habt ihr sofort neugierige Kommilitonen um euch, die euch mit Fragen löchern. Die Amerikaner lieben Deutsche. Ich war mir vorher nie bewusst, was es heißt, Deutsche zu sein.

Hier darf ich mir immer anhören, wie toll wir Deutschen sind, weil wir so viel rumreisen, mehr als eine Sprache sprechen und weil unser System so toll ist - sei es Politik, Gesellschaft oder Schule. Und weil man mit uns scheinbar die besten Partys feiert. Ich würde also sagen: Man kommt sehr gut mit den Locals zurecht und wird schnell neue Kontakte knüpfen!

Aber auch internationale und deutsche Studenten lernt man sehr schnell kennen, man kommt quasi gar nicht drumherum aufgrund der ganzen Veranstaltungen, die die Uni für Internationals anbietet. Im Laufe des Semesters werdet ihr euch auf Roadtrips mit Leuten wiederfinden, die ihr vorher noch nie in eurem Leben gesehen habt und mit denen ihr eine grandiose Zeit verbringen werdet!

2. Thema Wohnen: On-Campus, WG oder Privatunterkunft? Wie viel Miete zahlt man?

Meine Freundin Maxi und ich wohnen in der Nähe des Campus in der Privatunterkunft eines älteren Ehepaares, wie bei einer Gastfamilie. Wir wohnen in einem richtigen amerikanischen Haus. Jede hat ihr eigenes Schlafzimmer und wir teilen uns unser eigenes Bad. Unsere Zimmer kosten etwa 750 USD pro Monat. Wir haben einen Garten mit Pool, eine voll ausgestattete Küche und mussten uns bei unserer Ankunft um nichts mehr kümmern. Unsere Gast-Eltern vermieten die Zimmer ihrer mittlerweile erwachsenen Kinder schon seit 10 Jahren. Glücklicherweise haben wir eine tolle Beziehung zu ihnen, so dass wir auch mal Trips zusammen unternehmen und Kalifornien aus der Sicht der Einheimischen kennenlernen!

Die ersten Tage in Kalifornien: Ankunft in Long Beach – Poolhaus, Wohnungssuche, Autokauf Die ersten Tage in Kalifornien Ankunft in Long Beach – Poolhaus, Wohnungssuche, Autokauf Zum Artikel »

Wer On-Campus in den Dorms wohnt, hat die Wahl zwischen Einzelzimmer und geteiltem Zimmer. Bei den geteilten Zimmern wird darauf geachtet, dass Leute mit gleichen Interessen in ein Zimmer kommen. Die Zimmer in den Dorms sind allerdings unfassbar teuer. Man zahlt über 1000 Dollar, hat dafür immerhin Frühstück, Mittagessen und Abendessen drin. Meiner Meinung nach ist das aber immernoch viel zu teuer!

Wer Geld sparen möchte, zieht in eine WG. In Long Beach gibt es viele Apartmentkomplexe, in denen man sich für ein Semester eine Wohnung mieten kann. Ein Einzelzimmer kostet dann zwischen 700 und 900 Dollar, geteilte Zimmer zwischen 500 und 600. Oft wird auch das Wohnzimmer der Wohnungen genutzt, um dort noch jemanden unterzubringen, dann könnt ihr vielleicht sogar auf 400 USD kommen. Oder ihr schlaft im Wandschrank wie Harry Potter! Das habe ich tatsächlich schon bei einem Bekannten erlebt, er zahlt daher nur 300 Dollar :D

3. Hast du dich vor deiner Ankunft um die Unterkunft gekümmert oder erst danach?

Wir haben uns für die erste Woche in Long Beach eine Unterkunft über AirBnB besorgt, um die Lage vor Ort abzuchecken. Long Beach ist anders als alle Städte, die man aus Deutschland kennt und es braucht seine Zeit, bis man sich an den Aufbau der Stadt gewöhnt hat. Man hat vor allem keine Vorstellung von den Distanzen hier und unterschätzt, wie schlecht man mit dem Bus von A nach B kommt. Außerdem wollten wir vermeiden, uns auf eine Unterkunft in einer Gegend festzulegen, die womöglich gefährlich oder heruntergekommen ist. Vor Ort haben wir uns also auf Wohnungssuche gemacht und unsere Unterkunft gefunden.

4. Wie ist der Campus der California State University Long Beach?

Der Campus der Uni ist gigantisch. Das Leben auf dem Campus hat sehr viel zu bieten, deswegen habe ich euch darüber einen eigenen Artikel geschrieben:

Campus, Kurse & Co.: Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach Campus, Kurse & Co. Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach Zum Artikel »

5. Wie sieht dein Stundenplan aus? Muss man sehr viel Zeit in Hausaufgaben, Exams & Co. investieren?

Ich habe jeden Tag Uni, außer freitags. Jeder Kurs (ich belege sechs) dauert zwei bis drei Stunden. Theoretisch hat man also eine ganze Menge Zeit, allerdings habe ich auch sehr viele Hausaufgaben, Projekte und Quizzes, die ich erledigen muss. Von daher bleibt also nicht wirklich viel Freizeit übrig! Es ist definitiv anspruchsvoller als in Deutschland. Nicht nur wegen des Aufwands, sondern auch, weil man alles in einer komplett anderen Sprache lernt und schreibt.

6. Mit welchen Erwartungen (Wahl der Kurse, Atmosphäre des Studentenlebens usw.) bist du an die Universität gegangen und was hast du (bislang) wirklich erlebt?

Wenn man sich für ein Auslandssemester an der CSULB bewirbt, schickt man eine Kurs-Wunschliste. Dennoch wusste ich, dass ich jeden einzelnen Kurs "crashen" müsste, das heißt jeden Dozenten um einen Platz bitten. Ich hatte ein mulmiges Gefühl, weil ich ziemlich viele deprimierende Geschichten gehört hatte und dass man viele Kompromisse eingehen müsse und auf gar keinen Fall bekommt, was man möchte. Glücklicherweise kam es bei mir anders! Ich habe jeden einzelnen Kurs bekommen, den ich mir gewünscht habe. Das liegt zum einen daran, dass im Spring Semester weniger internationale Studenten an der CSULB sind und ich zum anderen auch realistisch an die Kurswahl herangegangen bin. Ich wusste, dass ich flexibel sein muss und einen Plan B brauche, falls ich nicht bekomme, was ich möchte. Und ich wusste, dass bestimmte Kurse von der Uni von vornherein für internationale Studenten ausgeschlossen werden.

Von der Atmosphäre des Studentenlebens habe ich es mir teilweise genauso und teilweise ein wenig anders vorgestellt. Das Unileben hier ist ziemlich verschult. Viele Studierende investieren sehr viel Zeit in die Uni und sind dazu auch noch Pendler, daher bekommt man vom Partyleben eher was über die internationalen Studenten mit. Allerdings bin ich auch in keiner Sorority (Studentenverbindung) oder wohne in den Dorms. Dort sieht das Studentenleben nochmal ganz anders aus!

Was sich dagegen bestätigt hat, ist meine Erwartung, dass es hier ein bisschen wie in amerikanischen Filmen aussieht und abläuft. Ich habe viele AmerikanerInnen kennengelernt, die in einer Studentenverbindung (Fraternity oder Sorority) sind und die verrücktesten Partys feiern. Auf dem Campus gibt es unzählige Skater. Sport ist super beliebt, es gibt Cheerleader und unzählige Clubs, denen man beitreten kann.

College Life in Long Beach Week of Welcome an der CSULB 9 Fotos

7. Wo kann ich Surfen lernen? Brauche ich eigenes Equipment?

Die CSULB bietet sowohl Surf Classes als auch einen Surfclub an. Die Surf Class ist ein richtiger Unikurs, in dem man Units sammelt und Anwesenheitspflicht hat. Das Equipment muss man hierfür selbst bezahlen und auch eine Fahrgemeinschaft nach Huntington Beach organisieren. Dort trifft sich unsere Class jeden Dienstagmorgen um sieben Uhr, um surfen zu gehen.

Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach - image/jpeg

Wer dem Surfclub beitreten möchte, zahlt eine geringe Gebühr (rund 45 USD) und bekommt das Equipment an den Surftagen gestellt. Der Club organisiert nicht zur Surfstunden, sondern auch Lagerfeuer am Strand. Allerdings habe ich von vielen meiner Freunde, die im Surfclub sind, auch gehört, dass die Surftreffen oft ausfallen, weil die Surflehrer selbst bei vielen Competitions antreten.

8. Wie gefällt dir Long Beach?

Long Beach ist anders, als ich es erwartet hätte. Es ist zwar eine Stadt, allerdings ist der Aufbau so eigenartig und anders, dass es irgendwie ein Mittelding zwischen Kleinstadt und Stadt ist. Es gibt weitflächige Wohngebiete mit Einfamilienhäusern, es gibt aber auch Downtown, den Strand, hässliche und gefährliche Ecken, das Unigelände und Parks – sehr eigenartig. Dementsprechend gibt es Ecken in Long Beach, die mir sehr gut gefallen und Ecken, die ich nicht so schön finde.

Zu den schönsten Ecken gehört definitiv der Strand und besonders die 3rd und 4th Street. Die beiden Straßen sind total kreativ und erinnern mich an Flingern in Düsseldorf. Hier gibt es großartige Cafés, viele hippe Bars und süße Boutiquen.

Zu den weniger schönen Ecken gehört der Traffic Circle und alles, was westlich davon liegt. Die Häuser sehen dort ziemlich heruntergekommen aus und alleine würde ich da abends auch nicht rumlaufen.

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