Nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums sind nur 59 Prozent der Gaststätten in Düsseldorf rauchfrei. Im Vergleich mit zehn anderen deutschen Großstädten schneidet Düsseldorf am schlechtesten ab. Vor allem bei einem Altstadtbesuch haben es Nichtraucher schwer, dem blauen Dunst aus dem Weg zu gehen.
Die Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums hat in zehn Landeshauptstädten untersucht, ob das Gesetz zum Nichtraucherschutz eingehalten wird. Am häufigsten wird danach immer noch in den klassischen Kneipen und Bars geraucht.
Dass Düsseldorf auf dem letzten Platz des Vergleichs mit München, Berlin, Magdeburg, Mainz, Wiesbaden, Stuttgart, Schwerin, Hannover und Kiel (in Reihenfolge der Platzierung) landet, liegt nach Ansicht des Deutschen Krebsforschungszentrums vor allem daran, dass der Nichtraucherschutz in NRW die meisten Sonderregelungen bietet
Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hatte Ende März angekündigt, das Gesetz zu erneuern und die Schlupflöcher zu stopfen. Laut Steffens gebe es eine Koalition aus SPD, Grünen, CDU und den Linken, die bereit sei sich erneut mit dem Gesetz im Gesundheitsausschuss zu beschäftigen. Für ein totales Rauchverbot, wie es in Bayern herrscht, besteht jedoch keine Mehrheit.
Wie steht es um den Nichtraucherschutz in Düsseldorf?
Wie das bisherige Gesetz umgesetzt wird, zeigt sich deutlich bei einem Besuch der Altstadt in Düsseldorf. Hier haben es Gäste besonders schwer, dem Rauch aus dem Weg zu gehen. Die meisten Kneipen sind hier als Raucherkneipen oder Raucherclubs gekennzeichnet, doch finden sich auch Gaststätten, in denen ohne einen Hinweis gequalmt wird.
Dabei gehen die Meinungen der Wirte stark auseinander. Details zu dem Gesetz spielen aber durchaus eine Rolle. Engin Seymen, der in einer Raucherbar arbeitet, hat sich die Frage gestellt, ob es überhaupt Lizenzen für Raucher- oder Nichtraucherkneipen gibt. Er hat seine Bar einfach mit einem Aufkleber gekennzeichnet. „Letztendlich trinken die Leute hier Alkohol und da gehört für viele eine Zigarette zu.
"Die Leute wollen nicht raus gehen.“, sagt er. Ähnlich sieht es Frank Wackers: „Es ist schade, dass in manchen Gaststätten Rauchverbot herrscht, denn zum Grillen oder zum deftigen Essen gehört auch mal eine Zigarette dazu. Zu Problemen oder Beschwerden hat das Gesetz aber noch nicht geführt“ Wackers ist selber Nichtraucher und arbeitet im „Zum Kessel“, das einen separaten Raucherraum besitzt.
Das Nichtraucherschutzgesetz hat in der Düsseldorfer Altstadt auch zu zahlreichen Sonderregelungen geführt. Die [Q]üche von Julia Renzel ist während des Restaurantbetriebs bis zum Abend rauchfrei. „Wenn später Partys stattfinden, darf im [Q]Stall nebenan geraucht werden.“, sagt sie.
Barbara Oxenfort, Inhaberin des traditionsreichen Weinhauses "Tante Anna" in der Altstadt, schließt für ihr Restaurant Sonderregelungen aus: „Es war für mich selber früher immer eine Qual, wenn in Gaststätten geraucht wurde. In einem guten Restaurant kann der Rauch sehr stören. Und wenn das Rauchverbot rigoros umgesetzt würde, müsste auch keiner um seine Existenz fürchten, weil alle die gleichen Bedingungen haben.“ Von den Gästen bekam Oxenfort auch keine Beschwerden zum strikten Rauchverbot, denn schon vor der Einführung des Gesetzes sensibilisierte sie die Gäste mit Tischreitern, die sagten: „Danke, dass sie hier bis 22 Uhr nicht rauchen!“ Die Gäste haben dann schon von sich aus nicht mehr geraucht.
Dass sich die Situation in der Altstadt schnell ändert, scheint unwahrscheinlich. Auf die Tagesordnung für die Sitzung des Gesundheitsausschusses des Landtags in NRW am Mittwoch hat es das Nichtraucherschutzgesetz nämlich nicht geschafft. Eine Neuregelung lässt also auf sich warten.
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Quelle: RPO


