Harry Styles, Mando Diao, PSY, Machine Gun Kelly, Paramore und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 12. Mai 2017

Harry Styles, Mando Diao, PSY, Machine Gun Kelly, Paramore und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 12. Mai 2017 Harry Styles, Mando Diao, PSY, Machine Gun Kelly, Paramore und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 12. Mai 2017 Foto: Cover

Neue Alben braucht das Land: Wir haben für euch querbeet reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Die letzten Ausgaben von "Reingehört" findet ihr hier:

Und das sind die interessantesten Neuerscheinungen am 12. Mai 2017:

Harry Styles - Harry Styles

Dass einer der Jungs der englisch-irischen Boy-Band "One Direction" irgendwann mal ein Album heraushauen würde, welches sich locker mit Größen wie Oasis messen kann... DAS hat man damals ganz sicher nicht so kommen sehen!

Harry dürfte gerade auf Wolke 7 schweben: Die Tickets für seine erste Solotour waren binnen Sekunden ausverkauft, in Christopher Nolan's düsterem Weltkriegsstreifen "Dunkirk" liefert er sein Film-Debüt und sein Musikvideo "Sign of Times" bricht mit aktuell bereits weit über 10 Millionen Views bei YouTube durch die Decke.

Jetzt gibt es das selbstbetitelte Album dazu - und was sollen wir sagen? Wir sind hin und weg! Verzaubert! Weggeblasen! Harry Styles gibt sich trotz seiner jugendlichen 23 Jährchen selbstbewusst, aber auch verletztlich. Seine Songs liefern teils traurigen, teils nachdenklichen Softrock, der die 70er Jahre heraufbeschwört - ein Zeitalter, welches er selbst nie mitbekommen hat. Und wenn er dann doch mal Vollgas gibt, passt das ebenfalls: Stücke wie "Kiwi" und "Only Angel" sind tolle Beispiele dafür, dass wir von Harry Styles in Zukunft noch EINIGES erwarten dürfen.

Kurz: Die Welt hat einen neuen Rockstar, und er heißt Harry Styles. Kein schlechter Name, um eine Karriere abseits von der knuffigen Boyband "One Direction" zu starten. 5 von 5 Sterne!

PSY - PSY 8th 4X2=8

Gangnam Style! Yup, genau DER Typ. Der schräge Koreaner Park Jae-sang ist wieder da! Fast 5 Jahre nachdem Gangnam Style den ganzen Globus erobert hat und eines der meistgeklickten YouTube-Videos aller Zeiten wurde (aktuell 2,8 Milliarden Views!), liefert PSY Nachschub in Form von Album Numero 8.

Und das ist mal wieder so wunderbar bekloppt, dass eine wahre Freude ist: Die meist koreanischen Lyrics liefern die nötige Prise sprachlicher Würze, und zahlreiche Features wie von G-DRAGON, TAEYANG und TABLO lassen die 10 Tracks wirklich nie langweilig werden.

Bei all dem Spaß gibt es übrigens auch "ruhige" Highlights, wie etwa das wunderschöne "LAST SCENE" (feat. Lee Sungkyoung), oder das gemütlich durchgerappte AUTO REVERSE (feat. TABLO). Kurz: Tolles Teil! 4 von 5 Sterne!

Paramore - After Laughter

Die amerikanische Rock Band aus Franklin, Tennessee hat seit ihrer Gründung 2004 bereits viel erlebt, sahnte unzählige Awards ab und wurde von Platte zu Platte immer populärer: Ihre letzte Platte schoss auf Platz 1 der US Billboard Charts und konnte sich auch weltweit mehr als gut behaupten.

Mit "After Laughter" gibt es wieder Neuigkeiten in Sachen Band-Aufstellung: Bassist Jeremy Davis ist seit 2015 raus, dafür ist Ex-Drummer Zac Farro wieder mit an Bord. Doch wie ist es nun geworden, das neue Album?

Nun, zum einen ist Paramore endlich und endgültig im Pop angekommen: Vergessen sind die rockigen "RIOT!"-Tage. Kaum eine Band hat den Spagat zwischen Punkrock und Pop so gut hinbekommen, ohne sich selbst zu verraten. Denn, soviel ist sicher, die Essenz von Paramore, Hayley Williams wunderbare Candy-Stimme, leuchtet noch immer als greller Lolly vor dem inneren Auge, während der musikalische Zucker ins Ohr gedrückt wird.

Und wenn wir auf die View-Zahlen des aktuellen Videos "Hard Times" schielen (aktuell über 23 Millionen) sind wir uns bereits jetzt sicher: Paramore sind noch lange nicht am Ziel ihrer Popularität angekommen. Den aktuellen 80s Vibe aufgreifend buddeln sie sich quer durch schräge Arrangements und knuffige Synthies. Sonnenbrille nicht vergessen, dieses Album ist einfach nur saucool! 5 von 5 Sterne!

Mando Diao - Good Times

Hach, Mando Diao, was ist nur aus dir geworden? Mit einem Träne im Ohr müssen wir uns mit dem leicht ironisch betitelten "Good Times" von den goldigen "Dance with Somebody"- oder "Long Before Rock'n'Roll"-Zeiten verabschieden. Bereits dem letzten Album "AELITA" ging gehörig die Puste aus, und auf "Good Times" geht es leider weiter bergab.

Songwriter und Sänger Gustaf Norén verließ die Band 2015, mittlerweile darf sich Björn Dixgård alleine austoben. Und das tut er - ohne dabei so recht zu wissen, wo er eigentlich hin will. Der traurige Start ins neue Album hört auf "Break Us" - und ist gleichzeitig eine Metapher für den Bruch der Band mit sich selbst. Groovige Titel wie "Money" und "Good Times" lassen ein schnelles Grinsen über unser Gesicht huschen - und der Song zum Musikvideo "Shake" ist radiotauglich, gar keine Frage.

Insgesamt aber ist das alles zu unmotiviert, zu uninspiriert. Beinahe nach Schema F knattern die "Good Times" an uns vorbei, während wir uns danach fragen "War da was?". Mehr als 3 von 5 Sterne waren es jedenfalls nicht.

Machine Gun Kelly - bloom

Der amerikanische Rapper Colson Baker aus Cleveland, Ohio liefert mit "bloom" sein bisheriges Meisterwerk ab, eine höchst hochwertige und perfekte Synthese aus coolem Hip Hop von der Straße, gemischt mit zahlreichen Rock-Anleihen und sanft in den Abend klingenden Gitarren-Parts.

Seit mehr als einer Dekade ist der heute 27jährige Musiker bereits im Geschäft - und das hört man. "Go For Broke" (feat. James Arthur) grooved wie Sau, "At My Best" (feat. Hailee Steinfeld) ist bester Chart-Stoff und zu "Rehab" hockt man abends gerne im Garten rum, nippelt an 'nem Bierchen und lässt den Sonnenuntergang genüßlich unter den Horizont ziehen.

Auf "27" schließlich reimt er sich über Piano-Parts und sanfte Gitarrenriffs zum Abschluss eines Albums, welches man unbedingt gehört haben sollte. 4 von 5 Sterne!

Paul Weller - A Kind of Revolution

In den späten 70ern, Anfang der frühen 80er hatte der englische Sänger John William "Paul" Weller Erfolg mit der Punk Rock Band "The Jam", später zog es ihn an Bord von "The Style Council". Mittlerweile ist Weller stolze 58 Jahre alt - und rockt noch immer!

Bereits sein letztes Album "Saturns Pattern" eroberte 2015 die UK-Charts und erklomm dort den zweiten Platz. Mit "A Kind of Revolution" geht es nun äußerst exquisit weiter: Auf seinem dreizehnten (!!!) Studio-Album seit 1992 liefert er ein Meisterstück in Sachen Rock nach dem nächsten. Geniale Kompositionen, tolle Rock'n'roll Stücke wie "Woo Sé Mama" und "Nova", starke Balladen wie "Long Long Road" - hach, da ist so viel guter Stoff dabei, dass es eine Wonne ist!

Sahnehäubchen obendrauf: Die Remixe auf der Deluxe-Version (u.a. von Villagers, Toy, White Label, Syd Arthur) versetzen seine Tracks kongenial in Club-Stimmung. 5 von 5 Sternen!

Luke Sital-Singh - Time Is a Riddle

Zweiter Versuch: Nachdem das erste Album des englischen Sängers und Song-Writers nur gemische Kritiken absahnen konnte, blicken wir nun gespannt auf das Nachfolgewerk "Time Is a Riddle". Denn eines steht fest: Talent hat der junge Mann mit dem indischen Nachnamen!

11 Songs sind mit an Bord, wobei die Bandbreite von süßen und nachdenklichen Balladen über vollformatigen Folk bis hin zu waschechten Rock-Songs reicht, welche die 70er nachhallen lassen. Und? Schmeckt das neue Gericht für die Ohren?

Mit "Still" startet Luke ins neue Album, ein leiser Start, ein langsamer Beat, so als würde er langsam die Hände zusammenkneifen und die Daumen drücken, dass diesmal alles besser wird. Ein starkes Stück, welches sich sofort ins Gehirn windet und dort Platz macht für alles, was da noch kommt. Das rockige "Rough Diamond Falls" beispielsweise, der famose Titeltrack "Time Is a Riddle"   oder das auf sanften Kavierakkorden getragene "Killing Me".

Wenn Luke mit diesen Songs keinen Erfolg hat, kann er es eigentlich auch gleich sein lassen: 4 von 5 Sterne!

Nick Murphy (fka Chet Faker) - Missing Link

Eine EP, fünf Tracks, einmal reingehört - und sofort Feuer und Flamme. Chet Faker nennt sich nun zwar Nick Murphy, aber seine musikalische Qualität muss nicht unter dem Wechsel hin zu seinem Original-Namen leiden. Wir er im September 2016 selbst auf Twitter verkündete:

It's been half a decade since I started releasing music as Chet Faker and all of you have been the driving force behind the music since. There's an evolution happening and I wanted to let you know where it's going. The next record will be under my own name, Nicholas Murphy. Chet Faker will always be a part of the music. This is next."

Unser Highlight der EP: "I'm Ready" lässt die Gehirnströme in Richtung Mond abwandern und verpackt so ziemlich alles unter einem musikalischen Dach, was man sich nur wünschen kann. Mit dabei: Gitarren, schummrige Synthies, fette Bässe und die fabulöse Stimme von Nick Murphy obendrüber gestülpt. Ein ganz besonderes Klangerlebnis!

Unbedingt mal reinhören! 5 von 5 Sternen!

Don Bryant - Don't Give up on Love

Kennt ihr "I Can't Stand the Rain" von Ann Peebles? Wahrscheinlich liegt euch eher die Version von Tina Turner im Ohr - der Sample wurde seitdem dutzendfach genutzt. Was kaum einer weiß: Don Bryant hat den Song zusammen mit Ann Peepbles geschrieben, die später seine Frau wurde.

Heute ist die Soul-Legende stolze 75 Jahre alt - und scheint noch lange nicht ans Aufhören zu denken. Mit "Don't Give up on Love" ist ihm jedenfalls ein ganz hervorragendes Album gelungen, welches die Burnout-Erscheinungen seiner Konkurrenz komplett abstreifen kann und sich erstaunlich "frisch" anfühlt.

Unsere Highlights: "I Got to Know" lässt uns an der Bar gleich den nächsten Drink bestellen und danach beschwingt auf den Knien über den Boden rutschen, "Don't Give up on Love" treibt uns einige süße Tränchen ins Auge und das fantastische "Something About You" und "What Kind of Love" liefern die volle Breitseite Funk im Stil von James Brown mitten ins Trommelfell. Herrlich!

5 von 5 Sterne! Mach's noch einmal, Don!

DJ Hell - Zukunftsmusik

DJ Hell ist seit Ende der 70er Jahre in der DJ-Szene aktiv und hat tiefe Fußspuren in der deutschen Elektro-Landschaft hinterlassen. Jetzt steht mit "Zukunftsmusik" sein fünftes Studioalbums im Laden.

In der Tat ist Helmut Josef Geier, alias DJ Hell, lange kein Unbekannter mehr: Vom Park Café und Größenwahn in München, wo er als einer der ersten House-DJs in Deutschland auflegte, über das Berliner E-Werk, bis hin zum Limelight in New York - dieser Mann ist ganz gut rumgekommen!

Zwischen seinen DJ-Auftritten, Produzentendasein, sowie Kunst und Kultur hat DJ Hell jetzt endlich wieder Zeit für ein neues Album gefunden: "Zukunftsmusik" heißt das gute Stück und umfasst 13 Tracks und 2 Bonus-Tracks, die sich übrigens weniger als "Club-Tracks" verstehen: So zieht sich eine magische Balance zwischen der Spannung eines klassischen Orchesters und suggestiven, futuristischen Synths durch alle Stücke.

Vielen dürfte das alles eine Spur zu "abgefahren" sein, zu "künstlerisch", doch wahre Fans seiner Musik erwartet eine grandiose, akustische Reise. 5 von 5 Sterne!

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