The Chainsmokers, Deep Purple, The New Pornographers und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 7. April 2017

The Chainsmokers, Deep Purple, The New Pornographers und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 7. April 2017 The Chainsmokers, Deep Purple, The New Pornographers und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 7. April 2017 Foto: Cover

Auch an diesem Freitag drängen wieder zahlreiche neue Alben auf den Markt: Wir haben reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

The Chainsmokers - Memories... Do Not Open

Mit "Something Just Like This" (feat. Coldplay) und dem aktuellen Hit "Paris" drehen die bekennenden Kettenraucher bereits seit längerer Zeit eine Extrarunde nach der nächsten durch die Radiolandschaft: Eingängiger Pop mit Ohrwurm-Qualitäten beschreibt die Songs wohl am besten - wobei beide Tracks zugegeben weniger durch die teils schrecklich müde und langweilige Stimme von Andrew Taggart profitieren, als vielmehr durch die Vocals von Coldplay-Sänger Chris Martin und Emily Warren, die für "Paris" erstaunlicherweise gar nicht erst in den Credits auftaucht.

Leider zieht sich die maue Qualität von Taggart's Gesang durch das gesamte Album: Die Start-Tracks "The One" und "Bloodstream" langweilen schnell und auch temporeiche Nummern wie "Break Up Every Night" verlieren dank Taggart deutlich an Qualität und Drive - hier wäre mehr drin gewesen!

Highlights von "Memories... Do Not Open" finden sich also ausgerechnet in den Songs, in denen Taggart nicht ans Micro darf - "It Won't Kill Ya" mit Louane beispielsweise, oder "Wake Up Alone" mit Jhene Aiko. Ein Problem hat aber das gesamte Album: An den zugrunde liegenden und immer gleichen Beats hat man sich schnell satt gehört. Deswegen zücken wir leider nur 2 von 5 Sternen mit kleinem Plus dahinter - Mittelmaß!

Deep Purple - inFinite

Vor langer, langer Zeit gehörten Deep Purple zusammen mit Led Zeppelin und Black Sabbath zum sogenannten "unheiligen Triumvirat britischen Hard Rocks und Heavy Metals". Seit den 70ern ist viel Zeit vergangen - und vom ursprünglichen Line-up sind nicht mehr allzu viele Musiker an Bord. Tatsächlich ist Drummer Ian Paice das einzige Mitglied aus der originalen Band, Sänger Ian Gillan und Gitarrist Steve Morse sind immerhin seit Mitte der 90er dabei.

Mit "inFinite" liefern die Briten nun ihr zwanzigstes (!!!) Album, während Ian Gillian dieses Jahr auf die 72 Jahre zusteuert. Wer jetzt vermutet, dass es die "alten Herren" nicht mehr drauf haben, könnte nicht falscher liegen: Gleich der Opener "Time for Bedlam" gibt Vollgas und auch in den folgenden Songs erkennt man eine Spielfreude an der Musik, die ihresgleichen sucht. Vom smoothen "One Night in Vegas", bei dem man sich am liebsten in den Cadillac setzen würde, bis zum rockigen "Hip Boots", oder dem aktuellen Video-Song "All I Got Is You" - Deep Purple bleiben ihrer Linie treu und liefern wieder auf hohem Level ab.

Wer auf epische Gitarrenwände steht und sich gerne vom Keyboard bis zur Unendlichkeit trägen lässt, ist hier goldrichtig: 5 von 5 Sternen!

Clark - Death Peak

Was für ein Klangteppich! Der britische Electro-Künstler Chris Clark liefert mit Death Peak bereits sein achtes Album - und was für eines! Zwischen tiefgreifenden Choren und viel Gesang, sowie endlosen Klangweiten verabschiedet sich unser Gehirn erstmal auf Nimmerwiedersehen in eine Welt aus hypnotischen Beats und langanhaltenden Synthie-Arrangements.

Dabei geht es noch recht "clubbig" los: "Butterfly Prowler" könnte so auch im Club um die Ecke gespielt werden, wenn sich die Nacht gen Morgen neigt. Stücke wie "Hoova" und "Peak Magnetic" hingegen würden einen fantastischen Sci-Fi-Soundtrack abgeben. Last but not least gipfelt das 9 Tracks umfassende Sahnestück im weitschweifigen, knapp 10 Minuten langen "Un U.K." - ein Track, der uns sofort gefangen genommen hat und nicht mehr loslassen wollte.

Kurz: Herrlicher Stoff, um den Brummschädel nach einer durchzechten Nacht wieder klarzubekommen - oder sich in eben dieser zu verlieren. 5 von 5 Sternen!

The New Pornographers - Whiteout Conditions

Die britische Indie Rock Band aus Vancouver steht auf 80s Synth Pop und einige musikalische Elemente aus den 90ern: Die bereits veröffentlichte Single "High Ticket Attractions" könnte dementsprechend auch aus einem Film der 80er stammen - die "Goonies" zum Beispiel, oder als alternativer Titeltrack zu "Ferris macht blau".

Neu mit am Start: Drummer Joe Seiders ersetzt Kurt Dahle am Schlagzeug - der Wegfall macht erstaunlicherweise kaum bemerkbar, was für Seiders spricht. 

Neben "High Ticket Attractions" hat das nun siebte Album "Whiteout Conditions" jedoch noch weitere Schmuckstücke zu bieten: Der gleichnamige Titeltrack ist ein fantastisches Duet zwischen Sänger Carl Newman und Keyboarderin Kathryn Calder, "Second Sleep" ein rhythmisch genial durchgeschütteltes Tohuwabohu aus Lyrics und Drums und "We've Been Here Before" eine charmante Hymne mit Arcade-Touch. Da hören wir gerne noch öfters rein! 4 von 5 Sternen!

Me First and the Gimme Gimmes - Rake It In

Cover-Songs sind die große Liebe der Punk Rocker aus San Francisco - und sie sind es bis heute geblieben. Das letzte eigenständige Album "Are We Not Men? We Are Diva!" kümmerte sich 2014 um die musikalische Welt von großen Musik-Ladies wie Barbara Streisand, Christina Aguilera und Lady Gaga.

"Rake It In" dagegen ist leider kein neues Album, sondern "nur" ein persönliches Best-of aus über 20 Jahren Bandgeschichte - passend zur angekündigten Tour. Und es zeigt, warum die Gimmes zu den Größten im Cover-Geschäft gehören, welches heutzutage vor allem auf zahlreiche YouTube-Bands ausgeweitet wurde. Mit dabei sind absolute Party-Klassiker wie "City of New Orleans", "Over the Rainbow" und das famose "Uptown Girl".

Arca - Arca

Künstlerisch wertvoll - für einige Ohren vielleicht eine Spur "zu wertvoll", alias "zu schräg und unzugänglich": Arca hört auf den Geburtsnamen Alejandro Ghersi und stammt aus Venezuela. Heute mixed der 26-jährige DJ seine Songs meist äußerst besinnlich in London zusammen - wobei eine gehörige Prise Katholizismus in den vorgetragenen Chören mitschwingt.

Seine religiöse Ader brachte ihn auch mit Kanye West zusammen - 2013 produzierte er vier Songs für Kanyes Album "Yeezus" mit. Sein drittes Album nimmt ihn selbst als Titel: "Arca" ist eine zunächst äußerst nachdenkliche und traurige Reise über minimalistische Elektrowellen, Keyboardparts und seinen über alles erhabenen Gesang. Mal mysteriös, mal traurig, mal erhaben - definitiv eine interessante Reise über 13 Tracks, die musikalisch sicher nicht jedermanns Geschmack sind.

Handwerklich ist das neue Album jedoch erste Güte - und eine verdiente 4 von 5 für uns!

Father John Misty - Pure Comedy

Joshua Michael "Josh" Tillman, alias "Father John Misty" ist ein wahrer Tausendsassa und war in so vielen Indie-Rock-Bands als Mitglied dabei, dass wir mit dem Zählen kaum mehr nachkommen. Nebenbei versucht er sich immer wieder auch gerne "solo" und arbeitete zusammen mit Superstars wie Beyoncé, Lady Gaga und Kid Cudi.

Sein neues Album "Pure Comedy" ist alles andere als komisch: Die 13 Tracks umfassende Scheibe hangelt sich von traurigem Indie-Rock zu Pop-Rock-Meisterwerk. Sein Gesang und die Klavier-Parts erinnern dabei schnell an einige der besten Elton-John-Songs - gleich der Einstieg mit "Pure Comedy" hätte so auch auf "Honky Chateau" erscheinen können. Ein größeres Lob können wir dem Mann hier kaum machen.

Weitere Anspieltipps: "Ballad of the Dying Man", "Two Wildly Different Perspectives" und "Total Entertainment Forever". 5 von 5 Sternen!

CLAIRE - Tides

Elektro-Pop aus München - und das ganz ohne fiesen Akzent! - liefern CLAIRE, die mit "Tides" nun ihr zweites Album auf den Markt schubsen. Sängerin Josie-Claire Bürkle fiel durch ihren Auftritt bei "The Voice of Germany" in die Hände der drei Musiker und Produzenten Matthias Hauck, Nepomuk Heller und Florian Kiermaier - seitdem sorgen sie für charmante Sounds, welche jedoch nicht nur durch die Stimme von Josie-Claire, sondern auch eingängige Klang-Arrangements mitten ins Trommelfell gehen.

Schon der Opener "Friendly Fire" fällt in genau diese Schublade und unterhält für fast 5 Minuten ganz prächtig. Außerdem empfehlenswert: Das nachdenkliche "Two Steps Back", das extrem Club-taugliche "Say It" und das rockige "Masquerade". Insgesamt ist die Qualität der 12 Songs beinahe durchgängig hoch, weswegen wir hier gerne 4 von 5 Sternen zücken.

Booka Shade - Galvany Street

Walter Merziger und Arno Kammermeier gehören beide zu den Veteranen der elektronischen Musikszene in Berlin und Frankfurt. Seit Anfang der 90er touren die beiden DJs am liebsten durch die Clubs, 2004 kam es dann zum ersten Album "Memento". Seitdem ist viel Zeit vergangen - und mit "Galvany Street" drängt bereits das siebte Album auf den Markt.

Gesangliche Unterstützung liefert dabei vor allem Craig Walker, dessen Stimme sich prächtig in die wuchtigen Elektro-Tracks einbindet. Aber auch der Auftritt von Daniel Spencer in "Broken Skin" kann sich hören lassen. Weitere Anspieltipps: "Digging a Hole" und das coole "Numb the Pain".

Mit 10 Tracks ist das Album leider eher dünn bestückt - was nicht so schlimm wäre, würden die restlichen Songs nicht so gemächlich vor sich herplätschern. Insgesamt bleiben für uns da nur wohlwollende 3 von 5 Sternen übrig. Schade drum!

Cold War Kids - LA DIVINE

Nach dreijähriger Pause veröffentlicht die kalifornische Indie-Rock-Band endlich ihr neues Album "La Divine" - und die Wartezeit hat sich gelohnt!

Der erste Album-Release unter Capitol Records bringt gleich 14 coole Songs auf die Waagschale, darunter Bodenstampfer wie der Auftakt "Love is Mystical", Kneipenchöre wie "Can We Hang On?" und den Rock aus jeder Pore atmende Titel wie "Open Up the Heavens", "Luck Down" und das heimliche Album-Highlight "So Tied Up" - selbst die poppigen Hymnen wie "Restless" können sich hören lassen!

Da vergeben wir doch gerne göttliche 4 von 5 Sternen!

K.Flay - Every Where Is Some Where

Die amerikanische Alternative-Sängerin Kristine Meredith Flaherty aus Illinois mischt in ihrer Musik alle möglichen Genres quer durcheinander. Egal ob Rap, Elektro, Indie oder Pop, die 31-jährige Sängerin greift jeden Stil bei den Eiern und kitzelt genau an den richtigen Stellen.

Kein Wunder also, dass bereits ihr Debütalbum "Life As a Dog" bis auf Platz 14 der Billboard-Rap-Album-Charts klettern konnte. Da sind wir doch gespannt, wie weit es die Gute mit "Every Where is Some Where" bringen wird: Die Mischung ist auch hier höchst interessant, bietet entspannt-träumerische Rap-Parts ("Dreamers", "You Felt Right") und eisgekühlt-coole Elektro-Pop-Songs wie "The President Has A Sex Tape" und "Black Wave".

Unser Highlight "Blood in The Cut" hat den Beat mit Löffeln gefressen - sollte jeder mal gehört haben! 4 von 5 Sternen!

Unsere letzten "Reingehört"-Titel findet ihr hier:

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