Linkin Park, Wavves, Snoop Dogg, Papa Roach und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 19. Mai 2017

Linkin Park, Wavves, Snoop Dogg, Papa Roach und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 19. Mai 2017 Linkin Park, Wavves, Snoop Dogg, Papa Roach und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 19. Mai 2017 Foto: Cover

Neue Alben braucht das Land: Wir haben für euch querbeet reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Die letzten Ausgaben von "Reingehört" findet ihr hier:

Reingehört: Neue Alben vom 12. Mai 2017, u.a. mit Harry Styles und Paramore
Reingehört: Neue Alben vom 5. Mai 2017, u.a. mit Die Toten Hosen und Apecrime
Reingehört: Neue Alben vom 28. April 2017, u.a. mit Gorillaz und Mary J. Blige
Reingehört: Neue Alben vom 21. April 2017, u.a. mit ATB und Parov Stelar
Reingehört: Neue Alben vom 7. April 2017, u.a. mit The Chainsmokers und Deep Purple
Reingehört: Neue Alben vom 31. März 2017, u.a. mit Jamiroquai und Yellow Claw

Die Crème de la Crème für das Trommelfell Die besten Alben 2017 22 Fotos

Und das sind die interessantesten Neuerscheinungen am 19. Mai 2017:

Linkin Park - One More Light

Holy Moly! Linkin Park sind in der Pop-Waschmachine weichgelaufen - und liefern mit ihrem siebten Album "One More Light" so ziemlich alles, außer das, worauf ihre Fans gehofft haben. Natürlich ist das auch ihr gutes Recht - die "Nu Metal"-Zeiten sind "nu" vorbei und der Aufbruch zu neuen Ufern ist sicher nichts, wofür man sich schämen müsste.

Und dennoch will dieses "poppige" Linkin Park einfach nicht so recht zünden, obwohl die Stimme von Chester Bennington viele Songs hervorragend trägt und eingängige Refrains ins Ohr pushed. Gleich der von Synthies und verzerrten Stimmen auf Trab gebrachte Opener "Nobody Can Save Me" zieht jedoch ebenso schnell vorbei, wie er gekommen ist - und nur wenig bleibt davon in Erinnerung.

Viele weitere Songs tun es dem Opener gleich: "Invisible" plätschert vor sich her, "Sorry for Now" lässt uns gelangweilt den Kopf schütteln und "Haftway Right" strapaziert unsere Nerven mit einem beinahe Kelly-Family-kompatiblen "Na Na Na"-Ending. Das sind schonmal 4 von 10 Songs, die man gut und gerne ignorieren kann.

Was bleibt sind einige Highlights wie das rappige und aufrüttelnde "Good Goodbye", der "härteste" Song des Albums namens "Talking to Myself" und das von der bezaubernden Stimme von Kiiara ergänzte (und ziemlich ironisch benannte) "Heavy" - letzteres ist astreiner Stoff für's Radio. Kann man sich alles geben, muss man aber nicht. 3 von 5 Sterne mit kleinem Plus-Sticker dahinter.

Wavves - You're Welcome

Ist es ein Punk? Ein alternativer Rocker? Ein unabhängiger Indie-Typ mit Sonnenbrille, der den Style mit Löffeln gefressen hat? Nein, es sind Wavves! Die vier freshen Jungs aus San Diego rocken sich bereits seit 2008 quer durch die Musiklandschaft und liefern mit "You're Welcome" nun ihr bereits sechstes Album ab.

Nachdem sie sich mit ihrem Plattenlabel zerstritten haben, bringen Wavves die neue Scheibe in Eigenregie heraus - also doch wieder zurück zu den Indie-Wurzeln. Qualitativ macht sich das nicht negativ bemerkbar: Die 12 Tracks scheppern hervorragend aus den Boxen, grooven und rocken wie wir es gewohnt sind.

Dabei kommt immer wieder etwas Strand- und Surfer-Atmosphäre auf, die Art von Musik, die wir uns zusammen mit den Beach Boys an der Küste von Kalifornien vorstellen könnten: Insbesondere "Come to the Valley" hätte so auch in den 60ern erscheinen können. Herrlich schräg!

Weitere Highlights sind der von süßen Gitarren-Licks geküsste Opener "Daisy", das kurze aber knackige "No Shade" und der musikalische Hochgeschwindigkeitszug namens "Exercise": Bitte einsteigen, es geht ab in Richtung Sonnenschein! 4 von 5 Sterne!

Snoop Dogg - Neva Left

Der Rap-Superstar Snoop Dogg, alias Cordozar Calvin Broadus, Jr., muss heute niemanden mehr nach seinem Namen fragen: Von "Who Am I?" bis "Beautiful", dieser Mann hat große Fußspuren im Biz hinterlassen. Mit "Doggystyle" erschien sein erstes Album bereits 1993, 24 Jahre später steht nun Album Numero "15" im (Online)-Laden.

Kein Wunder, dass sich Snoop mittlerweile die Sahnestücke der Szene an Bord holen kann, ohne mit der Wimper zu zucken: Rick Rock, Big Tray Deee, K CAMP, Stresmatic, October London, Redman, Method Man, B-Real, Charlie Wilson und Teena Marie - die Liste der Features ist ebenso lang, wie der 16 Songs umfassende Rundumschlag in Sachen gerappter Güte.

Da reicht ein "Reingehört" kaum aus, um dieses Werk ausreichend zu bewerten: Beim ersten Durchhören fallen uns astreine Tracks wie der herrliche Oldschool-Song "Bacc in da Dayz" und das groovige "Go On" (feat. October London) ins Ohr. Auf dem "Mount Kushmore" schließlich erinnern wir uns zurück an die Zeiten von 2Pac's "California Love". Verdammte Hacke, DAS ist mal ein Lob.

Kurz: Pflichtprogramm für's Ohr! 5 von 5 Sterne!

Papa Roach - Crooked Teeth

Mit Songs wie "Last Resort" rockten uns Papa Roach geradewegs ins neue Jahrtausend, 17 Jahre später haben die kalifornischen Rockstars mehr als 20 Millionen Alben weltweit abgesetzt. Immer mit dabei: Jacoby Shaddix und seine brüsk-deftige Stimme, welche ohne Probleme Containerschiffe in zwei Teile spalten kann.

Mit "Crooked Teeth" haben wir nun das neunte Album der Band vor uns liegen - und sind augenblicklich begeistert, denn im Gegensatz zum weiter oben getesteten Linkin Park, haben es diese Jungs tatsächlich nicht verlernt zu "rocken". 13 Songs finden sich auf dem Deluxe-Album, sowie weitere 16 weitere Live-Versionen von ihrem "Fillmore Detroit"-Auftritt. Ein dickes Paket!

Noch besser: Wirklich KEINER der 13 Songs von "Crooked Teeth" erweist sich als Füllmaterial, oder gar Rohrkrepierer. Gleich der Opener "Break The Fall" reißt uns die Schuhe von den Füßen, der Title-Track "Crooked Teeth" hätte vor gefühlt 100 Jahren einen erinnerungswürdigen Track für "Tony Hawk's Pro Skater" für die Playsi abgegeben. "Born for Greatness" ist eine stille Verneigung vor der poppigen Epicness eines "Fall Out Boy" und auch die Feature-Songs "Periscope" (inklusive der wunderbaren Stimme von Skylar Grey) und "Sunrise Trailer Park" (feat. Machine Gun Kelly) können sich hören lassen.

Dafür hauen wir uns freiwillig 5 von 5 Zähnen aus der Backe. Tolles Teil!

A R I Z O N A - GALLERY

Trotz ihres Namens kommen diese drei Jungs nicht aus dem amerikanischen Südwesten: Gitarrist Nate, Vocalist Zach und Keyboarder David haben sich in Boston am Berklee College of Music als Band zusammengetan und liefern seitdem astreinen und höchst stylishen Elektro-Pop.

Auf "GALLERY" liefern sie nun stolze 12 Songs vollgepackt mit Energie, guter Laune und einigen kreativen Synthie-Einfällen, erstaunlich oft veredelt durch griffige Gitarren-Parts. Gleich der Opener "Annie" setzt ein Zeichen und zwirbelt wunderbar am Trommelfell, wobei die Synthies im Hintergrund eine Prise "80s" heraufbeschwören.

Weitere Highlights im Schnelldurchlauf: "Where I Wanna Be" ist ein astreiner Sommer-Dancetrack, "Electric Touch" großartiger und sehnsüchtiger E-Pop, "Brave Enough" fischt in Trance-Gefilden und bei "Running" schnüren wir uns gleich die Jogging-Schuhe, um dem Sonnenuntergang entgegen zu rennen. Sicher kein weltbewegendes Album, aber ein verdammt rundes Ding mit Spaßgarantie: 4 von 5 Sterne!

DragonForce - Reaching Into Infinity

Die Multikulti-Truppe aus London ist eine der wenigen Heavy-Metal Bands, welche tatsächlich erst durch die Generation "YouTube" und "Gaming" groß geworden sind. Insbesondere das pervers schnelle "Through the Fire and Flames" galt jahrelang als DER Track in der Musikspiel-Szene; ein Lied, zu dem sich tausende Gamer in "Guitar Hero" ihre Fingerkuppen wund schredderten. Aktuell 85 Millionen Views auf Youtube lügen nicht ;-)

Mittlerweile gilt ihr gesamter Sound als Videospiel-inspiriert: Episch lange und extrem schnelle Gitarren-Soli reihen sich an fantasievolle Lyrics, die nicht selten im puren Kitsch gipfeln. Pröbchen gefällig? Folgendes stammt aus dem neuen Song "Judgement Day":

"Riding on the wings of time
Feel the fire from the sky
Hold the power deep inside
Not afraid to die
We are the masters of the universe
On we ride towards the sign
Where the revelation hides
With the guidance of the light
'Til the end of time
Until we see the last sunrise
And set the world on fire tonight"

Wer auf Metal steht, sollte dem neuen Album jedenfalls dringend eine Chance geben: Im Gegensatz zum vorigen Album fahren DragonForce ihre Geschwindigkeit ein kleines (winzig, winzig kleines) bißchen herunter und finden endlich den passenden Spagat aus Melodie und "Voll auf die Fresse". Beste Beispiele hierfür sind Songs wie "Ashes of the Dawn" und "Astral Empire". Das größte Highlight aber findet sich im gut 11minütigen "The Edge of the World" - Wahnsinn! 5 von 5 Sterne!

!!! - Shake the Shudder

Ein akuter Fall für die Google-Polizei: "!!!" ist definitiv kein Name, den man in den Weiten der Suchmaschinen-Logik leicht finden kann. Um Welten besser als den doofen Namen finden wir das neue, bereits siebte Album der Band, welche ihre Anfänge 1996 in Sacramento gefunden hat.

Auf "Shake the Shudder" erwarten euch einige feine Dance-Tracks, immer funky, immer kreativ und hier und dort mit einer dicken Prise Electro-Punk gewürzt. Das erinnert hier und dort an Bands wie "Pulp" und "Hot Chip", gibt sich in Songs wie "Things Get Hard" und "R Rated Pictures" aber auch gerne mal minimalistisch im Stil einer Band wie Moloko.

Unsere Highlights: Das arschcoole "Dancing Is The Best Revenge", der famose Opener "The One 2" und das groovige "NRGQ". Damit wird die Band nicht dafür sorgen, dass sich die Welt andersherum dreht - wohl aber, dass ihr eine Menge Spaß habt. 4 von 5 Sterne!

Pokey LaFarge - Manic Revelations

Die volle Ladung amerikanische Rootsmusik, bestehend aus einer Prise "Swing", "Blues", "Gospel", "Country" und "Rock" - es ist gar nich so einfach den Finger auf das zu legen, was der heute 33jährige Junge aus Illinois da mit seiner 6-Mann-Band fabriziert.

Was wir definitiv sagen können: Das Ergebnis überzeugt! "Manic Revelations" bietet 10 wunderbare Tracks, die dazu motivieren die Füße von der Veranda in die Sonne zu strecken und auf der erdachten Zauber-Mundharmonika loszulegen. Anspieltipps: "Better Man Than Me", "'Good Luck Charm" und "Wellington". Es ist angerichtet! Hört rein! 5 von 5 Sterne!