Jamiroquai, Goldfrapp, Yellow Claw und Nelly Furtado

Reingehört: Neue Alben vom 31. März 2017

Jamiroquai, Goldfrapp, Yellow Claw und Nelly Furtado: Reingehört: Neue Alben vom 31. März 2017 Jamiroquai, Goldfrapp, Yellow Claw und Nelly Furtado: Reingehört: Neue Alben vom 31. März 2017 Foto: Cover

Auch an diesem Freitag drängen wieder zahlreiche neue Alben auf den Markt: Wir haben reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Nelly Furtado - The Ride

Im Oktober 2000 erschien ihr erstes Album "Whoa, Nelly" und wurde danach so oft platiniert, dass es die kanadische und heute 38-jährige Sängerin ganz an die Spitze katapultierte. Danach folgten im Dreijahresrythmus neue Alben. Für "The Ride" dagegen waren stolze viereinhalb Jahre nötig - doch wer jetzt denkt "Gut Ding will Weile haben", liegt leider falsch.

Nelly selbst ist nach dem letzten Album "The Spirit Indestructible", welches leider floppte, scheinbar noch immer mies drauf und verarbeitet dies auch thematisch in den neuen Songs - immerhin auf höchst ehrliche Art und Weise. Was bleibt ist schräger Pop mit Höhen und Tiefen: "Cold Hard Truth" ist ein hevorragender Einstieg ins neue Album und legt den Grundstein für eine "neue" Nelly, getragen von einem fetten Beat und catchy Lyrics.

Außerdem empfehlenswert: Das kreative "Flatline", das sau-coole und smoothe "Paris Sun", sowie das wunderbar verspielte "Sticks and Stones". Insbesondere die Balladen dagegen zünden leider überhaupt nicht: "Carnival Games" schleicht sich müde durch's Ohr, "Pipe Dreams" müht sich an schrägen Keyboard-Tunes entlang, und "Tap Dancing" freut sich über ihre tolle Stimme, schläft dann aber hinterrücks auf dem mit künstlichem Lama-Fell bezogenen Pop-Sofa ein.

Und dann das große Finale: "Phoenix" erinnert an das fantastische "It Can't Rain All The Time" von Jane Siberry, ohne jedoch den Bogen von der tiefen Traurigkeit in leuchtende Hoffnung und brennende Motivation zu schaffen. Und so geht der Feuervogel genauso unter, wie das gesamte Album. Was bleibt ist ein leider nur begrenzt empfehlenswerter "Ride" - wer's mag!

Yellow Claw - Los Amsterdam

Dürfen wir vorstellen: Eines der besten Elektro-Alben des noch jungen Jahres! Das charmante DJ-Duo aus Amsterdam (Jim Taihuttu und Nils Ronduis, alias Nizzle) mixed sich weiterhin querbeet durch diverse Techno-Genres und darf einige große Musik-Promis auf dem neuen Album "Los Amsterdam" begrüßen.

Dabei sind die Jungs merklich "ruhiger" und erwachsener geworden, wozu einige Hardcore-Fans jetzt vielleicht mit einem wütenden "So ein Scheiß, das stinkt nach Pop!" reagieren könnten. Wir dagegen sagen: Gut so! Lasst den Rest die (garantiert folgenden) "Remixe" erledigen, denn das Fundament könnte nicht stärker sein!

Unsere Highlights: "Good Day" trägt den Sommer im Herzen und lässt uns das gute Wetter auch musikalisch zelebrieren, das sehnsüchtig pulsierende "Open" trägt uns bis tief in die Nacht hinein und das auch als Video veröffentlichte "Light Years" taugt ganz hervorragend als neue Club-Party-Hymne. Beide Daumen hoch!

Jamiroquai - Automaton

Alter Falter, ist Jamiroquai wirklich schon soooo alt? Seit 1992 lässt uns die Band rund um Jay Kay beschwingt durch's Jahr swingen und mit den Füßen smooth über den Boden gleiten. "Automaton" ist dabei allerdings "erst" das achte Album der britischen Elektro-Funker - stolze sieben Jahre liegen zwischen dem neuen Werk und dem letzten Album "Rock Dust Light Star".

Ob "Automaton" dabei qualitativ an die alten Alben anschließen kann, ist eigentlich gar nicht die Frage: Wir freuen uns einfach viel zu sehr darüber noch einmal etwas von Jamiroquai zu hören, als dass wir das neue Album jetzt quer durch die Kritik ziehen müssten. Und für seine 47 Jährchen auf dem Buckel gehört Jay Kay einfach noch immer zu den Playboys im Business - oder um es mit einem der neuen Tracks zu sagen: Einfach "Superfresh"!

Anspieltipps: "Shake It On", "Automaton", "Hot Property" und "Vitamin".

Mighty Oaks - Dreamers

Trotz ihrer noch recht "jugendlichen" Laufbahn (gerade mal zwei EPs und ein Debütalbum!) haben die drei, international aus allen Himmelsrichtungen (England, Italien, USA) stammenden "Jungens" bereits ein extrem beeindruckendes Abbild in die hiesige Musiklandschaft drücken können: Den Song "Brother" hat sicher jeder von euch noch im Kopf. Handgemachte Musik kommt eben immer gut an - und die hier lädt zum Schmusen, Träumen und entspannt in den Sonnenuntergang grooven ein.

Auf "Dreamers" kommen die Mighty Oaks nun mit 12 neuen Songs daher, von denen das exzellente "Be With You Always" bereits im Radio rauf- und runter gespielt wird. Weitere Anspieltipps: "Higher Place", "Raise A Glass" und "Look Inside". Herrlicher Stoff für die ersten schönen Frühlingsabende, um gemeinsam mit Freunden beim Grillen abzuschalten.

Alex Vargas - Cohere

Der aus Dänemark stammende Sänger, Songwriter und Produzent hat sein erstes neues Album seit der Veröffentlichung von "Rookie" im Jahr 2003 im Gepäck - und wir stellen gleich mal gespannt unsere Ohren auf!

Eine Gitarre spielt gegen den elektronischen Horizont an - und ertrinkt danach in einem mit Soul getränkten Mix aus Electro und Pop. Der Auftakt zum 17 Songs umfassenden "Cohere" zeigt bereits, wohin die Reise geht: Süffige Lyrics, vorgetragen durch die fantastische Stimme von Vargas selbst, gespielt vor einem bis tief in den Bauch nachhallenden Mix aus Bass, elektronischen Beats und vereinzelten Klavier-Parts.

Der Song "Inclosure" entführt uns auf einen Trip zurück in die 80er, inklusive düsterer Synthie-Klänge - in etwa so schön, wie ein Sommergewitter, in dem die Stimme von Vargas wie der Sonnenschein durch die Wolkendecke bricht. Weitere Anspieltipps: Das romantisch-verzerrte "Higher Love", sowie das grandiose Mitfieber-Lied "Tidal". Für so viel Soul im Elektro-Herzen gibt es von uns 4 von 5 Sternen.

Goldfrapp - Silver Eye

Goldfrapp haben bereits eine lange Schaffenszeit hinter sich: Das englische Elektro-Duo gründete sich 1999 und veröffentlichte seitdem 6 Alben. Mit "Silver Eye" steht nun Numero Sieben auf dem Programm - und das ist nochmal merklich düsterer geworden und liefert viel "nachdenklichen" Electro-Stoff mit Esprit und knackigen Lyrics.

Dabei vermissen wir zugegeben die alten "Ooh La La"-Zeiten ein klein wenig: Die Zugänglichkeit zum silbern zugekniffenen Auge ist nicht gerade besonders hoch, was man als Kritiker entweder positiv, oder als Hörer eher negativ werten kann.

Der erste Track des Albums, "Anymore", gibt sich in dieser Hinsicht noch erstaunlich leichtfüßig, doch folgende Tracks wie "Tigerman", "Faux Suede Drifter" und insbesondere das sphärisch verschachtelte "Zodiac Black" wollen, nein, MÜSSEN mehrere Male gehört werden, um auch wirklich im Trommelfell Fuß fassen zu können. Dann aber zündet das neue Album.

Alma - Chasing Highs

Auf ein neues Album des finnischen Ausnahmetalents müssen wir noch warten, aber die neue Single "Chasing Highs" inklusive dem heute veröffentlichten Video nehmen wir zum Schluss noch liebend gerne mit! Das Mädel hat es einfach drauf!

Am 22. Mai 2017 auf Tour im Luxor: Alma kütt nach Kölle Am 22. Mai 2017 auf Tour im Luxor Alma kütt nach Kölle Zum Artikel »