Alex Amsterdam im Interview

Zwischen Wohnzimmerkonzert und Stranger Things

Alex Amsterdam im Interview: Zwischen Wohnzimmerkonzert und Stranger Things Alex Amsterdam im Interview: Zwischen Wohnzimmerkonzert und Stranger Things Foto: Alex Amsterdam

Im Alter von vier Jahren stand Alexander Rosin zum ersten Mal im Studio. Sang Lieder für die "Sendung mit der Maus" und wirkte an zehn Alben seines Vaters Volker Rosin mit. Heute mischt der 36-Jährige als Alex Amsterdam die deutsche Musik-Szene mit Indie-, Pop- und Rock-Songs auf und steht auch bald wieder in Düsseldorf auf der Bühne. Doch was macht er, wenn er nicht gerade an den Saiten seiner Gitarre zupft und durch Europa tourt? Wir haben nachgefragt.

Alex Amsterdam – warum hast du diesen Künstlernamen gewählt?

Das wurde ich ja noch nie gefragt! Aber Spaß beiseite. Es steckt keine spannende Story dahinter. Es ist ein simpler, einprägsamer Künstlername. Nicht mehr, nicht weniger. Früher habe ich mir bei der Frage jedes Mal eine neue Story überlegt und immer was anderes erzählt. Aber nach nun zehn Jahren Amsterdam habe ich da keine Lust mehr zu.

Wie würdest du deine Musik beschreiben? Und was willst du mit deinen Songs ausdrücken?

Ich beschreibe meine Musik ungern selbst. Musik muss man hören und sollte weniger darüber quatschen und versuchen, sie einzuordnen. Nenn es Indie, Pop, Rock….nur bitte nicht Singer/Songwriter. Ich mag den Begriff beziehungsweise das Genre nicht. Ist zu abgegriffen, langweilig, ungefährlich. Und jeder, der heutzutage nur halb eine Gitarre halten kann, nennt sich so. Lame.

Du spielst Konzerte im In- und Ausland – für einen Singer-/Songwriter ein breites Feld – hast du dir deinen Traum erfüllt, oder wie hast du dir deine musikalische Karriere vorgestellt?

Haha, da ist es ja, das böse Wort! Aber man kommt wohl nicht drum rum, wenn man solo mit der Klampfe auf der Bühne steht. Sei's drum. Aber ja, ich bediene konzertmäßig ein sehr breites Feld und bin sehr viel unterwegs. Denn Konzerte sind für mich das Wesentliche an dem, was ich tue. Losfahren und Menschen meine Songs um die Ohren zu kleistern. Die direkten Reaktionen und Emotionen der Leute auf meinen Konzerten…das kickt mich, treibt mich an.

Und ob ich mir meine "Karriere" so vorgestellt habe? Kommt wohl auf den Blickwinkel an. Ich verließ 2006 meine Heimat Bad Oeynhausen Richtung Düsseldorf um Musik zu machen. Genaue Pläne und Erwartungen hatte ich nie. Mich interessiert bloß, was aktuell passiert. Was heute ist. Zurück schaue ich selten. Und Morgen ist erst morgen.

Wie ist die Idee der "Wohnzimmer-Tour" entstanden? Und wie kommt sie bei den Fans an? Wann geht’s los? Und was für Ideen und Wünsche sind schon eingetrudelt?

Da Konzerte für mich der wichtigste Teil von "Alex Amsterdam" sind und ich kleine, intime Auftritte schon immer geliebt habe, war die Wohnzimmer-Geschichte nur eine logische Konsequenz für mich. Ich habe vor zwei Jahren die erste Wohnzimmer-Tour mit knapp 20 Konzerten gespielt und jedes einzelne Event war ein Erlebnis. Und jedes was komplett anders und doch einzigartig. Ich spielte im klassischen Wohnzimmer, im Stall, im Partykeller, im Garten, in der Küche, auf dem Boden, einem Ponyhof, in WGs bis die Polizei kam und und und.

Die Abwechslung ist hoch, man lerne die Menschen auf eine besondere Weise kennen und ist einfach nah dran. Ich bin gespannt auf die Neuauflage in diesem Jahr. Diesmal werden es noch mehr Konzerte, es sind auch viele neue dabei, wo ich besonders gespannt drauf bin. Los geht's im April in Stuttgart, beendet wird die Wohnzimmer-Tour traditionell in Düsseldorf-Flingern bei den großartigen Menschen Silke und ihrem Sohn Christoph, Fans und Supporter der ersten Stunde. Bereits seit vier Jahren spiele ich kurz vor Weihnachten ein kleine Konzert in ihrem Wohnzimmer im vierten Stock in Flingern. Das Ganze hat sich so etabliert, dass es mit "Erkrather On Night" sogar bereits einen eigenen Event-Namen hat!

In Düsseldorf stehen in diesem Jahr noch drei Konzerte auf dem Plan – wie ist's, in der Heimatstadt zu spielen?

Ich sage es immer so: Düsseldorf ist mein Zuhause, Bad Oeyhausen meine Heimat. Ich spiele natürlich gern in beiden Städten, aber auch gerne woanders. Es macht für mich keinen großen Unterschied, da ich allen Städten und Orten etwas abgewinnen kann. Jedenfalls in der Regel. Trotzdem ist es toll, "Zuhause" zu spielen. Da kommt die Familie, Freunde und man ist eventuell einen Tick aufgeregter als wenn ich zum Beispiel in München oder Buxtehude spiele.

Und was Düsseldorf angeht….ich spiele sogar noch ein paar Mal öfters hier. Neben "traditionellen" Gigs wie am 18. Februar im Benrather Spektakulum, gebe auch erstmals ein Konzert in den Bilker Arcaden, spiele auf einem Reiterhof, einem Hotel sowie im Hofgarten. Und Anfang 2018 werde ich ein großes zehn Jahre Alex Amsterdam Jubiläumskonzert im zakk geben. Mit Live-Band und Gästen. Mehr dazu aber bald…ist an sich noch geheim. Also eigentlich…

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Was machst du am liebsten, wenn du nicht gerade auf der Bühne stehst, oder an einem neuen Song sitzt?

Tja, Freizeit ist bei mir ziemlich rar gesäht. Wenn ich aber mal nicht unterwegs bin, verbringe ich gern Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Dazu gehe ich auch privat viel auf Konzerte, gönne mir einmal im Jahr ein Festival, besuche Freunde im Ausland oder liege einfach auf der Couch und suchte meine Lieblingsserien House Of Cards, Breaking Bad und Stranger Things. Oder ich stöber auf Plattenbörsen nach heissen Vinyl-Scheiben. Und ich spiele gerne Basketball und schaue Spiele der NBA. Ich bin aber auch jemand, der gern Zeit alleine mit seinen Gedanken verbringt.

Zum Abschluss - welcher ist dein Liebslingsplatz in Düsseldorf?

Ha, da gibt es viele. Auch wenn ich oft unterwegs bin, freue ich mich jedes Mal wenn ich heim nach Düsseldorf komme. Wenn ich von Norden komme und schon von weitem den Arag Tower sehe, weiß ich, ich bin gleich da! Mein liebster Platz ist wohl meine Wohnung in Pempelfort. Dazu liebe ich Wasser und bin gern am Rhein. Dazu bin ich gern auf der Loretto Straße und schlender mit meinem Froyo in der Hand durch die schönste Straße von Düsseldorf.

Insgesamt gehe ich einfach gerne sparzieren. Egal ob im Nordpark, dem Südpark, in Kaiserswerth oder dem Grafenwerger Wald. Früher war ich auch oft im großartigen Aquazoo. Und ich freue mich schon wie Bolle auf die Neueröffnung im September diesen Jahres. Ein weiteres Highlight wird glaub ich das Konzert von Kraftwerk im Ehrenhof zum Tour de France Start. Besonders weil ich dort zu Fuß hingehen kann.

Alex Amsterdam | Donnerstag, 6. April 2017 Alex Amsterdam // Do 06.04.17 Düsseldorf Arcaden Mehr Infos »

Alex Amsterdam | Samstag, 18. Februar 2017 Alex Amsterdam // Sa 18.02.17 Spektakulum Mehr Infos »