Vier Alben, zwei Millionen Stück verkauft. Fassungslos liest man Mark Medlocks Promoschreiben. Irgendwann im Laufe der vor kurzem zu Ende gegangenen DSDS-Staffel - wars beim Finale? - meinte Medlocks Chef Dieter Bohlen mal, er habe sich in Diskotheken umgehört, was denn gerade so angesagt sei.
Was er gehört hat, scheint im Bermuda-Dreieck von Großraumdisse, Pilsbar und dem Musikgeschmack eines Senders wie dem MDR geboren zu sein. Für Medlock hagelt es wieder happy Dancepop und Balladen von der Stange - in den Worten des Sängers freilich: "der perfekte Soundtrack für eine Grill- oder Strandparty".
Entsprechend gestalten sich die Fotos zur Platte (mal wieder Palmen). Und die Party am Strand besorgen wohl Nummern wie der harmlose Offbeat-Pop "Stay With You" oder "If You Wanna Be Rich". Bud Spencer und Terence Hill hätten vor 30 Jahren nicht gezögert, die ulkige Schunkelnummer für einen ihrer Filme zu buchen.
Medlock ist Profi, das dürfte mittlerweile geklärt sein und ist bei "Trouble", der 6/8-Ballade mit Orgelsolo und E-Gitarre, auch zu hören. Sam Browns "Stop!" von 1988 lässt grüßen.
Die melodiös und effektüberfrachtet stampfende Single "Real Love" klingt dagegen tatsächlich recht modern - natürlich im mallorquinischen Sinne. Dort dürfte man auch auf die hochgepitchten Deppen-Vocals von "Hungry For Your Love" und "Mr. Love" treffen. Zum Glück für Mark sind die oft bemühten ausgetretenen Pfade mit ordentlich Euros gepflastert, so fällt man wenigstens weich.
Wahnsinn, man hört eine von Dieter Bohlen produzierte Platte und wünscht sich Modern Talking zurück. Wenn schon, dann bitte das Original. Demnächst häng ich mir wahrscheinlich noch ein Thomas-Kettchen um den Hals.
Quelle: rpo


