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Bunte Mischung: Robbie Williams: Reality Killed The Video Star Foto: laut.de

Bunte Mischung

Robbie Williams: Reality Killed The Video Star

Von Deborah Schmidt - erstellt am: 16.11.2009

Der Stachel des ausgebliebenen Erfolgs von Robbies letztem Album "Rudebox" sitzt tief. "Reality Killed The Video Star" hat einiges gut zu machen. Auf dem Produzentenstuhl saß somit Trevor Horn. Als Mitglied der Buggles landete Horn vor 30 Jahren den Hit "Video Killed The Radio Star", auf den der Albumtitel Bezug nimmt. Robbie selbst bezeichnet den Erfolg des Albums als entscheidend für seine musikalische Zukunft.

Die erste Singleauskopplung "Bodies" klang da vielversprechend und präsentierte sich kraftvoll mit einprägsamer Melodie sowie stimmungsvollem Refrain. Thematisch greift der Song gesellschaftliche Schönheitsideale und den damit verbundenen Kampf mit dem eigenen Körper auf. Ein Thema, das anscheinend auch den stets mit seinem Gewicht hadernden Robbie nicht verschont hat. Die Zeile "God save me rejection from my reflection, I want perfection" ist sicherlich aussagekräftig genug.

Doch nicht nur "Bodies" lässt hinter die Fassade des Sängers blicken. "Starstruck", das ebenso von George Michael stammen könnte, beschäftigt sich mit dem Streben nach Ruhm und Anerkennung. Robbie hingegen scheint sich nach einem normalen Leben zu sehnen: "I've got no problem with the physical, minimal real life." Wenn daran mal nicht die derzeit in jedem Robbie-Bericht auftauchende, neue Freundin mitschuldig ist ...

Im eröffnenden "Morning Sun" setzt er sich mit seinen negativen Fantasien der letzten Jahre auseinander. Angst vor der Zukunft und Selbstzweifel beschäftigten den Star lange Zeit. Die positive Stimmung, die der Song verbreitet, lässt jedoch hoffen, dass Robbie seinen selbstzerstörerischen Charakter nun endlich unter Kontrolle bekommt.

Auch die erneute Zusammenarbeit mit Guy Chambers ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Komponist und Produzent war für den Erfolg von Williams' ersten fünf Alben verantwortlich und schrieb nun am märchenhaft anmutenden Song "Blasphemy" mit.

Wirklich negativ fällt eigentlich nur "Do You Mind" aus, das zunächst rockig startet, dann aber den Drive verliert, während uns Robbie eine nicht enden wollende "Uhh-Uhh, Ahh-Ahh!"-Kassette ins Ohr drückt. Das darauf folgende "Last Days Of Disco", das stellenweise an Depeche Mode oder gar an die gelegentlich von Horn betreuten Pet Shop Boys erinnert, tut den Ohren wieder gut.

Zusammen mit "Difficult For Weirdos" sind beide Tracks als Hymnen an die elektronischen 80er anzusehen und lockern die Tracklist ordentlich auf. Das kurz geratene "Somewhere" hingegen hätte man auch auf "Swing When You're Winning" antreffen können. Der Sound der neuen Songs ist insgesamt nicht neu, deckt aber im Paket eine schöne stilistische Bandbreite ab. Mal poppig, mal rockig, vor allem aber balladesk.

Man könnte fast meinen, Robbie möchte es dieses Mal jedem recht machen. Und obwohl die bunte Mischung irgendwie zusammen passt: Wohin Robbie damit im Endeffekt will, wird nicht so ganz klar. Irgendwie fehlt dem Album die klare Richtung. Nach dem Schreck, den uns sein "Rudebox"-Experiment vesetzte, ist man allerdings froh, wieder vertraute Melodien aus dem Munde des Herrn Williams zu hören.

Quelle: rpo

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