Reingehört: Von "Holland" bis "Holz"

257ers neues Album "Mikrokosmos"

Reingehört: Von "Holland" bis "Holz": 257ers neues Album "Mikrokosmos" Reingehört: Von "Holland" bis "Holz": 257ers neues Album "Mikrokosmos" Foto: Selfmade Records (Universal Music)

Lekker Tracks und lekker Muziek, lekker Rhymes und lekker Beats: Was die 257ers auf ihrem neuen Album "Mikrokosmos" abliefern, ist Grammy-würdig. Wir haben tief reingehört und zeigen euch, warum die Platte zu den heißesten Rap-Scheiben des Jahres gehört.

Sie gehören zu den Ausnahmerappern der letzten Jahre und führen den deutschen Hip Hop zurück an die Spitze: Die 257ers sind zurück! Bereits mit ihrem 2014er Album "Boomshakkalakka" erklommen die Essener Shneezin und Mike die Charts und klebten sich mit bunten Kaugummi-Raps an der Spitze fest.

Mangelnde Konkurrenz müssen sie nicht beklagen: Seit langer Zeit gab es nicht mehr so eine gelungene Auswahl an deutschen Genre-Vertretern, wie in den letzten Jahren. Deichkind zementierten den Deutsch-Rap 2015 mit "Niveau Weshalb Warum" in den Charts und den Trommelfelsen der Fans, Alligatoah philorappierten mit "Musik ist auch keine Lösung" quer durch's Land und 2016 buhlt mit den Beginnern gleich ein weiterer Szene-Liebling um Anerkennung.

257ers Mikrokosmos - image/jpeg

Was insbesondere für Aggro-Rap-Gegner wie meiner einer wohltuend ist: Alle genannten Bands zelebrieren wieder gemütlichen Hip Hop, sagen dem "In Your Face"-Style der letzten Jahre ab und sonnen sich im Wortstrudel der deutschen Lyrics. Dicke Beats kommen dabei nicht zu kurz - das "gemütlich" bezieht sich eher auf die Aussage, als das akustische Trommelfeuer.

Auf der neuen Scheibe der 257ers fängt das schon bei der ersten Single "Holland" an, die Urlaubsfeeling pur verbreitet und wohl so ziemlich jeden Holland-Fan (aka "Ruhrpottler) aus dem Herz sprechen dürfte.

"Mikrokosmos" heißt das neue Album, weil jeder Song einen komplett eigenen Stil für sich verbucht: Das musikalische Potpourri bedient sich nicht nur bei den sofort ersichtlichen Genre-Nachbarn, sondern auch gerne mal bei Big Band, Reggae, Jazz, Rock und Techno.

Da wird einem schnell ganz schwindelig, wenn die genialen Lines von Shneezin und Mike durch's Ohr trampeln wie eine wild gewordene Horde Tiere auf ihrem Weg in die Arche Noah.

Unser aktueller Liebling "Save Money" grooved euch die Schuhe vom Fuß in den Gartenteich:

Jibbitbongbier dagegen ist schnell, hart und Eskalationsgarantie pur, Elton John entspannt und ist mit seinem Big Band Style ein ganz hervorragender Kandidat für die nächste Single.

Out Of Se Window verdenglischt munter zu Dudelrock, Mama startet stark zum Sound einer türkischen Hochzeit, Früher war besser eine Verneigung vor der Vergangenheit inklusive verzerrter Lyrics, und Platzverweis kommt als Gegenteil zu Hausarrest mit düsterem Refrain und akutem Headbang-Verlangen daher.

Heimliches Highlight der Scheibe ist das große Finale: In Holz rappen die 257ers munter über die Beschaffenheit unseres liebsten Rohstoffs, passend zu Reggae-Klängen. Herrlich bekloppt, hervorragend eingänglich, hammerhart spaßiger Stoff für die Ohrmuschel!

Fazit

Von dem Abgang des 257ers "Keule" merkt man qualitativ nicht viel - nur in Sachen Quantität kommt der "Mikrokosmos" mit seinen 15 Songs nicht an das riesige Rap-Sammelsurium von "Boomshakkalakka" heran. Letzteres kam bei seiner Veröffentlichung 2014 auf stolze 21 Songs. Dafür wirkt das neue Album nochmal eine ganze Ecke kreativer - man merkt den Jungs ihren Spaß an der Sache in jeder gerappten Line an.

Kurz: "Mikrokosmos" ist Pflichtprogramm für alle Fans des deutschen Wortes und für uns bereits jetzt ein heißer Anwärter auf den Rap-Thron 2016. Sträit Out Of Se Open Window raus.

Wer in das Album reinhören will, der findet im folgenden Video ein komplettes Album-Snippet mit allen Songs und nachfolgend die Spotify-Playlist:

Auf Amazon.de findet ihr den "Mikrokosmos" des modernen Raps hinter diesem Link.

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