Wie werde ich eigentlich vegan?

Die besten Tipps für den Einstieg ins Veggieleben

Wie werde ich eigentlich vegan?: Die besten Tipps für den Einstieg ins Veggieleben Wie werde ich eigentlich vegan?: Die besten Tipps für den Einstieg ins Veggieleben Foto: Shutterstock

Vegan leben ist aktuell voll im Trend, immer mehr Leute wollen umsteigen. Aber wie macht man das am besten? Was für Fettnäpfchen sollte man vermeiden? Und was kann man dann überhaupt noch essen? Unsere Autorin Lisa ist Veganerin und hat für euch die wichtigsten Facts zum Umstieg ins vegane Leben zusammengefasst!

1. Alles kann – nichts muss

Ganz ehrlich – von einem auf den anderen Tag vegan zu leben halte ich für ziemlich utopisch. Wenn du bis jetzt alles gegessen hast, also auch Fleisch und Fisch, dann ist es doch ein ganz guter Anfang, erst mal auf vegetarisch umzustellen und ab und zu vegane Gerichte einzubauen. Wenn man plötzlich seine ganze Ernährung komplett umstellen will, kommt einem der „Verlust“ von dem, was man essen kann, viel größer vor – und das macht es deutlich schwieriger. Also: Besser etappenweise umsteigen!

2. Wem erzähle ich davon?

Na klar – wenn man sich dafür entscheidet, vegan zu leben, ändert das schon ziemlich viel im Alltag. Deshalb sollten natürlich enge Freunde, Familie und vor allem Mitbewohner (!) Bescheid wissen, damit sie dir nicht ganz stolz einen selbst gemachten Braten mit Sahnesauce präsentieren, wenn ihr das nächste Mal zusammen esst. Außerdem kann man nicht mehr alles überall essen. Auch das können die Leute aus deinem Umfeld einplanen, wenn sie wissen, dass du dein Essverhalten geändert hast.

3. Wem erzähle ich nicht davon?

Okay – die Frage hört sich jetzt ein bisschen so an, als gäbe es einen Veganer-Geheimbund, von dem andere Menschen nichts wissen dürfen. Einmal Verschwörungstheorie und zurück… So ist es natürlich nicht. Worauf ich hinaus will: Super, wenn du Veganer(in) werden willst – aber bitte werde nicht zu einem der Stress-Veganer, die das direkt jedem, mit dem sie ein Gespräch anfangen, erzählen wollen – und ihn vor allem bequatschen, doch unbedingt und direkt sofort auch vegan zu werden. Du musst nicht gleich die Welt verbessern, gib dich erstmal damit zufrieden, dass du selber ein kleines bisschen dazu beiträgst!

4. Gibt es irgendwelche basic Küchengeräte, die ich jetzt unbedingt haben sollte?

Grundsätzlich sind natürlich auch Pommes mit Ketchup und grüner Salat mit Essig und Öl vegan. Da man das aber natürlich ab jetzt nicht bis zum Lebensende essen möchte und sich auch mal was Aufregenderes auf der Speisekarte wünscht, gibt es schon ein paar Dinge, die das vegane Kochen erleichtern. Mein absoluter Favorit: ein Spiralschneider für Gemüse. Damit kann man sich zum Beispiel kinderleicht Nudeln aus Zucchini machen – super lecker und gesund! Außerdem sind ein Stabmixer und ein Zerkleinerer keine schlechte Investition. Wenn du dich mit veganen Rezepten befasst, wirst du schnell feststellen, dass die seeeehr oft benutzt werden.

5. Muss ich dann irgendwelche Nahrungsergänzugsmittel einnehmen?

Viele Veganer sagen, dass man das nicht muss. Natürlich sollte man aber darauf achten, dass man alle nötigen Nährstoffe auch weiterhin bekommt. Gerade am Anfang ist schwierig, genug Eiweiß zu sich zu nehmen. Hier eignen sich Hülsenfrüchte, Bohnen, Erbsen und natürlich die ganzen Tofu-, Soja- und Seitanleckereien. Aaaaber. Wenn man wirklich komplett vegan lebt, kommt man nicht drum herum, zusätzlich Vitamin B12 zu nehmen. Das gibt’s in vielen Drogerien und natürlich in der Apotheke zu kaufen.

6. Wo kann ich denn vegan einkaufen?

Ja – erstmal steht man im Supermarkt und weiß außerhalb der Gemüsetheke nicht so ganz genau, was jetzt noch in den Einkaufswagen wandern darf. Als Veganer heißt es: Inhaltsangaben checken. Mittlerweile sind aber auch viele Produkte extra als vegan/vegetarisch ausgezeichnet. In den größeren Supermärkten bekommst du eigentlich immer etwas. Wenn es was bestimmtes sein soll lohnt sich auch der gang zum Bio-Supermarkt, Reformhaus oder speziellen Geschäft für Veganer (in Düsseldorf zum Beispiel „Vantastisch“ an der Elisabethstraße).

Von der Eckkneipe bis zum Gourmetrestaurant: Hier schlemmen die Veggies: Vegane Restaurants in Düsseldorf Von der Eckkneipe bis zum Gourmetrestaurant Hier schlemmen die Veggies: Vegane Restaurants in Düsseldorf Zum Artikel »

7. Was kann ich außer Spagetti Napoli noch essen?

Viel. Sehr viel. Und nein – Veganer sind keine ausgehungerten Wesen, die verzweifelt auf einem Blatt Salat rumkauen. Man kann fast alles „veganisieren“. Und derjenige, dessen Kochkünste noch nicht so weit sind, dass er sich selbst ausdenken möchte, was er durch welches vegane Produkt ersetzten könnte, der findet genug Rezepte im Internet. Auch auf „ganz normalen“ Seiten wie Chefkoch (einfach „vegan“ mit ins Suchfenster eingeben). Besonders hilfreich finde ich übrigens die Facebookgruppe „Ich packe auf mein veganes Tellerchen…“ – super gute Rezepte und Tipps im Überfluss. Aber Achtung: Wenn man dort beitritt, bekommt man ständig leckeres Essen angezeigt – Heißhungerattacken voraus!

8. Ich werde es vermissen. Ich weiß es. Fleisch.

Jaaaaaa. Den typischen Fleischgeschmack wollen viele nicht missen. Schnitzel, Würstchen, Rippchen… Das geht mittlerweile vegan. Und es schmeckt sogar. Versprochen. Die Schnitzel von Aldi sind zum Beispiel echt lecker (und günstig). Und für alles, was man an "Fake-Fleisch" selbst machen kann, kann ich euch den Youtube-Kanal von „Die Umsteiger“ nur wärmstens empfehlen. Rippchen, Schnitzel, vegane Chickenwings? Geht alles. Seht selbst: