Warum die 80er so "geilomat" waren

Hula-Hoops und Hubba Bubba

Warum die 80er so "geilomat" waren: Hula-Hoops und Hubba Bubba Warum die 80er so "geilomat" waren: Hula-Hoops und Hubba Bubba Foto: Shutterstock / Daniel Hecht

Steckt den Walkman ein, zieht euch die Ballonhosen an und gelt euch die Haare hoch: Daniel schwingt sich in die Zeitmaschine und berichtet von einem Zeitalter zwischen Drei Wetter Taft und Ruck Zuck.

Es ist ein wenig wie Diebstahl an der eigenen Kindheit: Irgendwie fühlt es sich allein deswegen "falsch" an über die 80er zu reden, weil Talkshow-Blondie Oliver Geißen immer und immer und immer wieder mit irgendwelcher C-Prominenz darüber quatschen musste.

Eine kleine Zeitreise Darum waren die 80er so MEGA 20 Fotos

Die ultimative Chartshow auf RTL hat in dieser Hinsicht viel kaputt gemacht und lässt das Palavern über die "guten alten Zeiten" - zumindest bei mir - stets zur Parodie mutieren.

"Wisst ihr noch? Damals? In den 80ern?" Zum Glück gibt es zusätzlich noch die richtige Parodie von Geißens Brabbelkunst auf Switch Reloaded, kongenial vorgespielt von Grinsekatze Max Giermann.

Vielleicht liegt es auch an der damaligen Mode, dass so viele schlechte Sprüche über das Jahrzehnt meiner Kindheit gedrückt werden, und dass sich die Rückbesinnung als gedanklicher Ausflug in den Zoo der Fashion-Sünden entpuppt.

Danyo 80s - image/jpeg Egal wie man es dreht und wendet: Über die 80er zu reden ist immer ein klein wenig peinlich.

Tatsächlich kann ich mich dabei nur schwer an einige der wichtigsten Ereignisse des Jahrzehnts erinnern, ohne selbst auf Wikipedia und Co. nachzuschlagen: Als Jahrgang '81 sabberte ich die erste Hälfte des Jahrzehnts noch munter auf den Boden, kackte munter in die Windeln (die in großen Pampers-Pappkartons in die Hütte kamen) und lernte eine Welt kennen, in der die Musik vom Kassettenband kam und auf der heimischen Glotze im 4:3 Format Kinderserien wie die Gummibärchenbande, He-Man und Duck Tales liefen.

In Retrospektive gar nicht mal die schlechteste Zeit, um groß zu werden: Immerhin durfte ich auf diese Weise noch über die Modesünden meiner Eltern lachen und darf mich heute selbst als "Opfer" dieser Zeit darstellen. Welcher Junge läuft schon freiwillig in Sandalen rum?

Life is like a hurricane

Viele der besten Film-Trilogien aller Zeiten wurden ebenfalls in den 80ern geboren: Indiana Jones beispielsweise, Rambo, Star Trek, Karate Kid, Zurück in die Zukunft, oder die schreckliche Italo-Softporn-Serie „Eis am Stiel“, deren Zusammenfassung auf Wikipedia sich als DAS Vorbild so ziemlich aller BRAVO-Fotogeschichten entpuppt:

Benny verliebt sich in Nili, die jedoch auf Momo steht. Nachdem Momo sie geschwängert hat, kommt es zum Streit zwischen den bis dahin besten Freunden. Benny kümmert sich darauf hin um Nili und es scheint, als hätte er ihr Herz erobert.

Urghs. Jungs und Mädels können heutzutage wirklich froh sein nicht mehr auf diese Weise auf das heikle Thema vorbereitet zu werden. Dann doch lieber Xhamster.

Nicht, dass ich als achtjähriger Mini-Nerd Ende der 80er schon Ahnung von "solchen Sachen" (Finger in Po, Mexiko!) gehabt hätte: Anstelle dessen entdeckte ich die jungfräuliche Welt der Videospiele dank portabler LCD-Spiele mit grünlich schimmernden Bildschirmen und meiner ersten, eigenen Konsole: dem NES und Super Mario.

Zuvor kam noch das Tele-Tennis (alias „Pong“) als erstes Videospiel ins Haus und ließ zum Plopp-Plopp-Geräusch einen pixeligen Ball zwischen zwei langen Balken hin und her schwingen. Mit das einzige Videospiel, welches selbst mein Vater angerührt hatte - danach war bei ihm Schicht im Schacht. 

Kaum zu glauben, dass zwischen GTA V und meiner ersten Begegnung mit Pong nur 30 Jahre liegen. Da bin ich gespannt, was meine Tochter in 30 Jahren zocken wird.

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Oh Yeah, The Boy Can Play

Abseits von Videospielen und dem Erlernen motorischer Fertigkeiten wie "sich am Tisch hochziehen" und im grell orangenen Schwimmbecken auf der Terrasse plantschen, prägten mich die 80er auch musikalisch: Dank Michael Jackson und Prince gelten die 80er als Geburtsstunde des R&B, nebenbei verbreiteten Bands wie die Talking Heads und The Cure eher düstere Stimmung und zelebrierten die neue Subkultur des New Wave.

Elektronische Musik war angesagt und neu, irgendwo zwischen gelangweilt-lüsternden Synthie-Klängen (Sweet Dreams) und Elektro-Pop, Neuer Deutscher Welle und Euro Disco schunkelte ich als kleiner Junge mit weißen Tennissocken und Latzhosen in den Tag hinein.

Beinahe jeden Tag durch's Haus schallten derweil Phil Collins und die Dire Straits, die mein Vater zum Frühstück gefressen hatte: "Walk Of Life" und "You Can't Hurry Love" haben sich bis heute in meiner musikalischen DNA festgebrannt.

Wer sich selbst erinnern will, für den habe ich 'ne kleine "Best of 80s"-Playlist auf Spotify zusammengestellt. Viel Spaß!

The Power of Love

Eines der wenigen, politischen Ereignisse wird mir derweil wohl auf ewig eingebrannt bleiben – und das nicht mal wegen der sozialen und historischen Tragweite, sondern schlicht und einfach aufgrund von „heute-semi-Säufer“ David Hasselhoff, der mich mit „Looking for Freedom“ und dem Mauerfall wortwörtlich aus den 80ern in die 90er Jahre überführte und die Zeit langer Feierabende im Party-Keller meines Vaters besiegelte.

Deutschland war geeint, ein kleiner Daddler machte seine ersten Schritte in Richtung Pubertät und Pulp Fiction, Take That und der zweite Golfkrieg zeichneten sich am Horizont ab. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt wird es erstmal Zeit für die Werbung...

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