Der Selbstbetrug zum Jahreswechsel

Warum gute Vorsätze total für’n Arsch sind

Der Selbstbetrug zum Jahreswechsel: Warum gute Vorsätze total für’n Arsch sind Der Selbstbetrug zum Jahreswechsel: Warum gute Vorsätze total für’n Arsch sind Foto: Shutterstock.com/ Gorosi

Neujahr – das ist der Tag, an dem sich manche von uns vom Pfarrer ihres Vertrauens den ersten Segen des Jahres abholen, andere fröhlich zum Neujahrsspaziergang durch den Schneematsch aufbrechen und die meisten mit einer Silvester-Schnapsfahne im Bett liegen und in ihrem eigenen Saft vor sich hin vegetieren. Vor allem aber ist es der Tag, an dem ALLES. ANDERS. WIRD.

Denn gute Vorsätze gehören zum neuen Jahr wie das Amen zur Kirche und der Kater zum Tequila. Pünktlich zum 1. Januar überkommt uns alle das dringende Bedürfnis, unser Leben zu optimieren. Und pünktlich zum 1. März müssen wir uns dann eingestehen, dass wir gescheitert sind. Damit ihr diesen Fehler 2017 gar nicht erst macht, haben wir die beliebtesten (und zugleich dümmsten) Klischee-Gute-Vorsätze für euch aufgelistet und erklären, wieso sie sowieso zum Scheitern verurteilt sind.

Mehr Sport treiben

Jahr für Jahr stürmen im Januar Horden von Guten-Vorsätzlern die Fitnessstudios und sorgen für gnadenlos überfüllte Bauch-Beine-Po-Kurse, nur um sich dann vier Wochen später wieder frustriert auf die heimische Couch fallen zu lassen. Klar, Sport ist wichtig und gesund, aber du musst nicht bis zum Ende eines Jahres warten, um damit anzufangen. Fang heute an. Oder Morgen. Oder im Februar, dann haben die anderen nämlich aufgegeben und es ist wieder schön leer im Studio.

Weniger Alkohol trinken

Die Tatsache, dass du diesen Vorsatz triffst, während du an deinem siebten Gin-Tonic nippst und einer wildfremden Person von deinen guten Vorsätzen erzählst, sollte schon ein erstes Indiz dafür sein, dass es an der Umsetzung ein wenig hapern könnte. Spätestens aber, wenn du am Neujahrsmorgen eine Aspirin und einen halb aufgegessenen, kalten Döner frühstückst, solltest du beherzt lachend den Kopf schütteln und dir eingestehen, dass das mit der Abstinenz wohl eher nichts wird. Spätestens nach der zweiten langweiligen Cola-Light-Partynacht wärst du sowieso eingeknickt, also erspar dir und deinen Freunden das Drama. Cola kostet meistens sowieso mehr als Bier.

Besser Ordnung halten

Immer wenn du aufräumst, dauert es keine zwei Tage und alles ist wieder genauso verwüstet wie vorher. Doch damit soll jetzt Schluss sein! Ab jetzt ist deine Wohnung (und dein Leben) sauber, ordentlich und wohl organisiert. Als feierlichen Einstieg zelebrierst du am 2. Januar erstmal einen gründlichen Neujahrsputz und entwickelst ein ausgetüfteltes System zur Lagerung deiner Tupperschüsseln. Am 4. Januar kommt dann deine Cousine mit ihrer 4-Jährigen vorbei und alles ist wieder verwüstet. Du denkst dir "Fuck this shit" und schickst deinen Staubsauerroboter wieder zurück zu Amazon. Vielleicht nächstes Jahr!

Gesünder essen

Der Wunsch nach einer nachhaltigen Ernährungsoptimierung ist ein weiterer All-Time Klassiker zum Jahresende. Klassischerweise verfestigt er sich, wenn du am Silvester-Abend nach dem zwölften Raclette-Pfännchen, von denen mindestens sieben nur aus Käse und Brot bestanden, schockiert vor dem Spiegel stehst und dich fragst, wer denn diese schwer atmende Schwangere ist, die dir entgegenblickt. Das bist ja du selbst, merkst du dann schnell, du fette Sau, da muss man doch was machen! Kann ja nicht ewig so weiter gehen, jetzt gibt’s erstmal nur noch Sellerie-Smoothies!

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Dass die echt scheiße schmecken, hat dir aber vorher irgendwie niemand gesagt und gerade wenn‘s so kalt ist, sind Kakao und Lebkuchen doch echt was Feines. Und so geht es mit der Ernährung dann schnell wieder den Bach runter. "Gesünder Essen" ist als Vorsatz nämlich etwa so vielversprechend wie die Brigitte Kohlsuppen-Diät. Funktioniert eine Woche ganz prima und dann ist es auch wieder vorbei. Nimm dir lieber etwas Konkretes vor. Keine Schokolade mehr. Oder keine Vollmilchschokolade. Von Milka. Mit Nougat. Und Keksen. Im neuen Jahr keine Milka-Nougat-Keks-Vollmilchschokolade mehr! Man muss sich ja vorsichtig rantasten.

Aufhören zu rauchen

HAHA! Merkste selbst, oder?

Das Fazit

Dinge in seinem Leben verbessern zu wollen, ist natürlich löblich. Und zugegeben, ein neues Jahr wirkt irgendwie wie ein guter Zeitpunkt für neue Anfänge. Trotzdem ist das ganze Ding mit den guten Vorsätzen echt fürs Kackaloch. Wenn du dich gesünder ernähren willst, tu das. Wenn du mehr Zeit für deine Familie haben willst, nimm sie dir. Wenn du mehr Sport treiben willst, aufi! Das alles wird nicht leichter, nur weil grad ein neues Jahr angefangen hat. Im Gegenteil. Mit dem "Jetzt wird alles anders“-Gelaber setzt du dich nur unnötig selbst unter Druck und verfluchst am Ende das arme Jahr, weil es wieder nicht geklappt hat. Also hoch die Gläser, auf dass alles so bleibt, wie es ist!

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