Ich stalke nicht – ich recherchiere!

Warum "Social Media"-Stalking eigentlich gar keinen Sinn macht

Ich stalke nicht – ich recherchiere!: Warum "Social Media"-Stalking eigentlich gar keinen Sinn macht Ich stalke nicht – ich recherchiere!: Warum "Social Media"-Stalking eigentlich gar keinen Sinn macht Foto: iStock

Kalter Schweiß steht einem auf der Stirn, die Hände zittern und das Herz klopft wie verrückt. Nur ein winziger Fehltritt und alles könnte vorbei sein; nur ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit könnte in einer Katastrophe enden. Genauso fühlt es sich an, wenn man im Instagram-Account der Ex-Freundin der neuen Eroberung 79 Wochen zurück gescrollt hat und einen die panische Angst vor einem versehentlichen Like überkommt.

Diese Sonnenstich-artigen Symptome sind der Preis, den man zahlt für ein wenig Information über einen Menschen, dem man vermutlich niemals begegnen wird und der einem eigentlich auch relativ egal ist. Aber man will eben unbedingt wissen, mit welcher Art von Konkurrenz man es zu tun hat und vor einem neuen Date sicherheitshalber schon mal kurz antesten, auf wen man sich da einlässt.

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Bei der Masse an Informationen, die Menschen über „Social Media“-Kanäle über sich preisgeben, ist die Verlockung natürlich auch riesig. Ein paar Klicks und man sieht die neue Flamme im Ballermann-Urlaub 2007 mit glasigen Augen Sangria schlürfen. Nur mal kurz gescrollt und man weiß, dass die Zufallsbekanntschaft aus diesem einen Club, der vor zwei Jahren zugemacht hat, gerade ihr Germanistik-Studium abgeschlossen hat und erstmal für drei Monate nach Bali geht um dort auf Elefanten zu reiten und sich mit diesem einen Freund zu treffen, den sie während des Erasmus-Semesters in Barcelona kennen gelernt hat. Aha, aha, interessant. Und was fang ich mit dieser irren Information jetzt an? Nichts, sie ist vollkommen irrelevant und wertlos. Deshalb hier drei Gründe, warum wir HEUTE mit Facebook-Stalking aufhören sollten.

1. Der Nervenkitzel wird einfach zu viel

Klar, Adrenalin ist was Tolles und ein bisschen Aufregung ab und zu kann natürlich nicht schaden. Aber vielleicht versuchen wir es demnächst einfach mal mit Bungee-Jumping oder Piranha streicheln. Wir werden ja schließlich auch nicht jünger und irgendwann ist diese panische Angst vor versehentlichen Likes und Freundschaftsanfragen einfach nicht mehr gut für's Herz.

2. Langeweile bei Dates

„Singlebörse“ Nachtleben: Flirten in Clubs und Kneipen – was geht ab? „Singlebörse“ Nachtleben Flirten in Clubs und Kneipen – was geht ab? Zum Artikel » Okay, ein kleiner Background-Check vor einem ersten Date kann sicher nicht schaden. So kann man diejenigen, die auf ihrem Profilbild eine Pegida-Flagge oder ihren frisch angetrauten Ehepartner präsentieren, von vorneherein aussortieren. Aber dabei sollte man es dann doch bitte belassen. Ein Date, bei dem man dem Gegenüber tatsächlich interessiert zuhören kann, anstatt an einem interessiert wirkenden Gesichtsausdruck zu feilen, der nicht verrät, dass man das alles schon längst selbst herausgefunden hat, ist nämlich auch gar nicht so schlecht!

3. Mehr Schein als Sein

Die Ex-Freundin des Neuen hat auf jedem Foto glänzende Haare, reist pausenlos in der Weltgeschichte rum und kommt andauernd umsonst auf die coolsten Partys? Nööö. Sie wischt Sonntagabends genauso die Chips-Krümel von ihrer Laptop-Tastatur wie wir alle, muss mindestens 30 Selfies machen, um ein schönes zu bekommen und ihr Ryanair-Wochenendtrip nach Stockholm war eigentlich auch gar nicht so wahnsinnig cool. Unser Facebook-Account zeigt nun mal hauptsächlich, wie wir gerne wären und viel weniger, wie wir wirklich sind. Auch der von Dagi Bee. Die hippe Person, die man da gerade beneidet, gibt es also in Wirklichkeit gar nicht und wir sind eigentlich ganz umsonst schlecht gelaunt.

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Wir sehen: „Social-Media“-Stalking ist unnötig, nervenaufreibend und kann unter Umständen sogar depressiv machen – das haben Wissenschaftler der Universität Missouri jetzt herausgefunden. Deshalb: Schluss mit der Recherche-Arbeit! Also, zumindest weniger. Vielleicht noch einmal am Tag. Oder zweimal. So ab und zu halt. Wenn‘s wirklich wichtig ist... Ach kommt, stalkt drauf los, aber lasst euch wenigstens nicht erwischen! Und sagt hinterher nicht, wir hätten euch nicht gewarnt!