Schleim-Shootings und fatale Stürze bei Germany’s Next Topmodel

Willkommen im ewigen Heidi-Trott

Schleim-Shootings und fatale Stürze bei Germany’s Next Topmodel: Willkommen im ewigen Heidi-Trott Schleim-Shootings und fatale Stürze bei Germany’s Next Topmodel: Willkommen im ewigen Heidi-Trott Foto: Pablo Garcia Saldaña

Noch 20 Kandidatinnen sind im Rennen um den ehrwürdigen Titel "Germany's Next Topmodel 2016". Für diese 20 war es in Folge 3 Zeit für einige wichtige Erkenntnisse: Pünktlichkeit ist eine Tugend, auf High Heels laufen ist schwer und Zuckersirup geht ganz schlecht wieder aus den Haaren. Ach Heidi, was wären wir nur ohne dich?!

Surprise, Surprise!

"Diese Staffel wird alles anders!", hatte man uns im Vorfeld versprochen und sich damit wohl hauptsächlich auf die neu eingeführte Teilung der Kandidatinnen in zwei Teams bezogen. Dass es dramaturgisch gesehen allerdings viel klüger ist, den aufgescheuchten Haufen möglichst schnell wieder zusammenzupferchen und auf interne Kriege zu warten, haben wir ja schon beim diesjährigen Dschungelcamp gesehen. Gleiches gilt wohl auch für Heidis Möchtegern-Models. Was nämlich vom innovativen ProSieben-Produktionsleiter übersehen wurde: zwei Gruppen von relativ austauschbaren Teenagern nacheinander die identischen Aufgaben lösen zu lassen, ist nicht gerade der ultimative Spannungszugewinn.

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Abgesehen davon, dass wir nun alle Szenen zweimal sehen müssen, können wir allerdings bisher noch keine großen Neuerungen feststellen! Gut, statt der üblichen Luxusvilla gibt es dieses Mal bloß Stockbetten für die Mädels, aber ansonsten ist das Ganze wieder die gewohnte Aneinanderreihung von Castings, Shootings, Walks und kleineren und größeren Zickereien. Das wirklich überraschende an der Sache ist nur, dass das die Kandidatinnen tatsächlich zu überraschen scheint.

Mit ihren 16 Jahren sind viele von ihnen schon seit Kindergarten-Zeiten mit den GNTM-Gepflogenheiten vertraut und verkünden immer wieder stolz, dass sie schon seit Staffel eins darauf warten, sich endlich bewerben zu dürfen. Wenn man bedenkt, dass sich die Sendungsabläufe seit einstigen "Lena Gercke"-Zeiten nicht erheblich verändert haben, könnte man denken, dass einem nach zehn Jahren Vorbereitungszeit bewusst ist, worauf man sich einlässt. Ein fataler Trugschluss!

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Ein Timekeeper macht noch keinen Sommer

Zu Castings sollte man nach Möglichkeit nicht zu spät kommen, das wird uns Jahr für Jahr eingebläut. Trotzdem sehen wir Jahr für Jahr wieder verwirrte Mädchen durch triste Großstädte rennen, als hätten sie noch nie zuvor eine U-Bahn gesehen (was teilweise vermutlich sogar stimmt). Vorsorglich wurde diesmal sogar jeder Kandidatin vor den Castings ein "Timekeeper" (das ist Thomas Hayo für Armbanduhr) an das knochige Handgelenk geschnallt, um sie auf den rechten Pfad der Tugend zu lenken und dank ausgiebiger Präsentation vor allem ordentlich Kohle vom Hersteller abzugreifen.

Was machen Lena Gercke, Rebecca Mir und Co.?: 10 Jahre Germany's Next Topmodel Was machen Lena Gercke, Rebecca Mir und Co.? 10 Jahre Germany's Next Topmodel Zum Artikel » Doch alles für die Katz! Nachdem Wandertags-Gruppe Hayo zum ersten Casting in Madrid noch pünktlich erschien und sich geschlossen dem kritischen Blick von Castingdirektor Monobraue stellen konnte, erreichte bei Runde Nummer zwei nur Jetzt-schon-Favoritin Julia rechtzeitig das Ziel. Ist aber vielleicht auch besser so, verständigen kann sich schließlich sowieso niemand so richtig. Die Castings laufen nämlich, Megasurprise Nr. 2, meistens auf Englisch ab. Wenn man das vorher gewusst hätte, hätte man sich natürlich kurz informieren können, wie man "Hallo, ich heiße Cindy und bin groß und dünn" am Besten übersetzt, aber das kann ja wirklich keiner ahnen.

Frag nicht "warum?"!

Für das Fotoshooting werden diese Woche alle Mädchen mit Zuckersirup übergossen und müssen sich im Bikini auf einer glitschigen Plattform räkeln, bevor sie dann auf einem Schreibtischstuhl in die rettende Dusche gefahren werden. Das Ganze bewegt sich irgendwo zwischen der schmutzigen Fantasie eines 14-Jährigen und der naturgetreuen Rekonstruktion einer Geburt. Also quasi das Übliche. Umso herzhafter muss man lachen, als Kandidatin Yusra naiverweise die Frage nach dem "Warum?" stellt. Denn Hinterfragen ist bei diesem Format nun wirklich unangebracht.

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Zu guter Letzt gilt es dann noch den entscheidenden "Wüstenwalk" zu überstehen. Dafür werden die Teenager ordentlich aufgestrapst und dürfen in eigens von Mami Heidi designter Unterwäsche auf High Heels durch den Sand stöckeln. Man mag kaum hinsehen und wie erwartet fordert diese wacklige Angelegenheit auch schnell ihren Tribut: In einem spektakulären Sturz segelt Sophia zu Boden und schlägt sich das Knie auf. Mit einer derart widerlichen Entstellung am Bein, besteht für ihre Modelkarriere dann natürlich keine Hoffnung mehr und Schorfknie Sophia fliegt raus.

Tränen fließen allerdings eher bei Kandidatin Kim, die zwar weiter ist, aber soeben erfahren hat, dass ihre wallende Mähne beim Umstyling nächste Woche womöglich ein wenig gestutzt werden könnte. Wie, Umstyling, das muss einem doch vorher jemand sagen!? Wir sind auch total überrascht, aber freuen uns sehr! Vielleicht können wir danach endlich mal jemanden unterscheiden.