La Belle Saison

Der kurze Sommer der Liebe

La Belle Saison: Der kurze Sommer der Liebe La Belle Saison: Der kurze Sommer der Liebe Foto: dpa, hjb
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Das ist ein Lieblingsstoff des Kinos, der Moment zwischen Kindheit und Erwachsensein, der Augenblick des Bewusstwerdens und des Erwachens. "Coming Of Age" nennen die Engländer diesen Transitzustand, und die französische Regisseurin Catherine Corsini hat nun einen schönen und ziemlich traurigen Film darüber gemacht: "La belle saison – Sommerliebe".

Zu Beginn erlebt man Delphine (Izïa Higelin) auf dem Bauernhof ihrer Eltern. Sie hilft beim Heu-Einfahren, man spürt, dass sie hier zuhause ist, dass sie sich wohlfühlt und geborgen.

Man merkt aber auch, dass es da eine Distanz gibt, etwa wenn sie sich absondert und lieber unter einem Baum ihren Gedanken nachhängt, während die Eltern zu Abend essen. Der Vater würde ohnehin nur fragen, wann sie endlich heiratet, und das mag sie nicht. Delphine verlässt das Land denn auch, sie bricht auf und aus, sie nimmt eine Büroarbeit in Paris an, und dort begegnet sie Carole (Cécile de France).

Es sind die frühen 70er Jahre, Carole kämpft mit Studentinnen für die Befreiung der Frau. Delphine macht da gerne mit, sie hören Janis Joplin, rauchen, diskutieren und verteilen Flugblätter. "In Paris ist eine Woche so voll wie sonst drei Monate", schwärmt Delphine. Und als sie Carole bei einer Demo trifft, sehen die beiden einander an und rennen in Delphines Wohnung.

Der Film erzählt eine Liebesgeschichte, und er tut das in frühlingshaften Bildern mit ausgewaschenen Farben. Es herrscht eine warme Atmosphäre, man fühlt sich wohl, und die Hauptdarstellerinnen gehen so natürlich und selbstverständlich miteinander um, dass man nie das Gefühl hat zu stören oder einer Inszenierung beizuwohnen.

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Bald indes erkrankt Delphines Vater, sie muss heim, und weil es Carole in der Stadt nicht aushält ohne die Freundin, reist sie hinterher. Auf dem Land ist die Situation eine andere, Freiheit wird dort anders definiert, und Delphine ist in den Strukturen gefangen, die die Dorfgemeinschaft vorgibt. Was man nun erlebt, ist Kampf; aus der Romanze wird ein gesellschaftspolitisches Drama, und dass der Übergang gelingt, ist den tollen Hauptdarstellerinnen zu verdanken und der sensiblen Regie.

Das Ende ist bittersüß, aber nicht kitschig; man muss sehr um Fassung ringen, und am liebsten würde man eingreifen. Aber es geht nicht, im echten Leben ja auch nicht.

Erwachsenwerden kann so schmerzhaft sein.

La belle saison, Frankreich 2015 – Regie: Catherine Corsini, mit Cécile de France, Izïa Higelin, Noémie Lvovsky, 106 Min.

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Quelle: RP