Der Dalai Lama und das Dummbrot

Die Halbzeitbilanz des Dschungelcamps könnte kaum besser sein

Der Dalai Lama und das Dummbrot: Die Halbzeitbilanz des Dschungelcamps könnte kaum besser sein Der Dalai Lama und das Dummbrot: Die Halbzeitbilanz des Dschungelcamps könnte kaum besser sein Foto: Pablo Garcia Saldaña

Eine Woche ist mittlerweile vergangen, seit unsere deutsche Randgruppenprominenz in den australischen Dschungel verschifft wurde. Normalerweise ist das der Zeitpunkt, an dem sich im Camp langsam die medienwirksam zickende Spreu vom träge herumliegenden Weizen trennt und bereits eindeutige Dschungelkronen-Tendenzen zu sehen sind. Doch nicht in diesem Jahr!

Das RTL-Ferienlager ist so vollgestopft mit lustigen Charakteren, dass wir Zuschauer gar nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht und wir mit einigen drängenden Fragen zurückgelassen werden: Darf man über eine Menschengruppe, in der Jürgen Milski das intellektuelle Epizentrum bildet, überhaupt noch lachen? Können die sich überhaupt wehren? Ist das noch politisch korrekt? Doch dann fängt David Ortega an, über den Dalai Lama zu sprechen und sämtliche moralische Bedenken gehen in einem herzhaften Gelächter ungehört unter.

Prognose: Menderes gewinnt und kauft sich RTL: Der große Dschungelcamp-Kandidatencheck Prognose: Menderes gewinnt und kauft sich RTL Der große Dschungelcamp-Kandidatencheck Zum Artikel »

Rumpelstilzchen und das Goldkehlchen

Ja, die Frage, wer uns bei IBES 2016 am meisten unterhält, ist wahrlich keine leichte. Da hätten wir einmal natürlich Helena, die mit ihrer Freiwald’esken Körperhaltung und dem mit abgerollten Hubba-Bubba-Schnecken bestückten Haupt nicht nur der Traum aller Karikaturisten ist, sondern scheinbar auch den allgemeinen Zuschauer-Mob für sich gewinnen konnte. Und so schleppt sie sich nun Tag für Tag wie ein rheumatisches Rumpelstilzchen zu den Dschungelprüfungen, um dann doch nur wieder zu versagen. Ein bisschen so wie Menderes bei DSDS.

Dass unser süßer kleiner Dschungel-Mendi und Dieter Bohlens penetrant press-stimmiger Ekel-Menderes tatsächlich ein und dieselbe Person sind, hatten wir eigentlich schon fast vergessen. Doch gestern Abend wurde unsere Erinnerung dann unsanft aufgefrischt. Nach einem putzigen kleinen Ständchen von Menderes machten die übrigen Bewohner den groben Fehler, freudig zu loben und zu applaudieren. Völlig berauscht von diesem unbekannten Hochgefühl trällerte Mendi dann jedoch unentwegt weiter und den anderen wurde die Schwere ihrer Fahrlässigkeit sogleich bewusst. Ja, es war schlimm. Allerdings ist der Schmerz, den Menderes und sein „Gesang“ bei uns auslösen, ein rein körperlicher.

"Es ist noch Penis da!": Im Dschungelcamp 2016 jagt ein Highlight das nächste "Es ist noch Penis da!" Im Dschungelcamp 2016 jagt ein Highlight das nächste Zum Artikel »

Dummbrot-Dada und Aggro-Toto

Anders ist das bei Dschungel-Philosoph David Ortega, dessen mit leerem Blick vorgetragene Lebensweisheiten uns jedes Mal einen Stich ins Herz versetzen. Besonders mit Ernährung kennt er sich aus, der kleine Ökotrophologe, und erklärt seinen unwissenden Vegetarier-Freunden gerne, wie barbarisch die in Wirklichkeit sind: „Von der Pflanze die Wurzel ist die Kartoffel, ist wie ihre Kinder. Und ihr nehmt ihr ihr Kind weg!“ Gelernt hat der das alles wahrscheinlich vom Dalai Lama, den kennt er von Facebook. Und wenn man da dann so sitzt, dem Dummbrot andächtig lauschend, fragt man sich schnell, ob man in einem Bildungssystem, in dem David Ortega sein Abitur schafft, überhaupt noch auf irgendwas stolz sein kann.

Dschungelcamp, Der Bachelor und GNTM: Trash-TV 2016 – der Wahnsinn geht weiter Dschungelcamp, Der Bachelor und GNTM Trash-TV 2016 – der Wahnsinn geht weiter Zum Artikel » 15 Jahre in der Bundesliga gespielt hat man ja schließlich auch nicht, so wie der Legat, die alte Maschine, der dank seiner Busenfreundin (höhö) Sophia Wollersheim nun langsam vom blutrünstigen Aggro-Toto zur stutenbissigen Lästerschwester wird. Und ein 15 Jahre jüngeres Boytoy hat man ja auch nicht, so wie die Brigitte, die aus lauter Panik vor mangelndem Zuschauer-Interesse nun verzweifelt mit zusammenhangslosen Details aus ihrem Sexleben um sich wirft. Schhhhh, Brigitte, wir sind doch hier, wir sehen dich! Und erst recht kann man nicht so schön pfeifen wie der Tatter-Rolf, der jetzt, wo er der einzige Pflegefall im Camp ist, scheinbar etwas übermütig wird und seine Arsch-Abwischer noch mehr anpöbelt als vorher.

Die einzigen, die in dem ganzen Zirkus etwas untergehen, sind die Schnapsnase und das Schneewittchen. Jenny Elvers beteiligt sich nur ab und zu am allgemeinen Helena-Bashing und Nathalie hat die prophezeite und vermutlich vertraglich festgelegte Liebschaft mit Dummbrot-Dada bisher nur sehr zaghaft umgesetzt. Aber wir sind sicher: da geht noch was! Jetzt fangen schließlich die Rausschmisse an und der Kampf um Sendezeit wird noch eine Nummer härter.