Flip-Flop-Skandale und Zombie-Shootings bei Germany’s Next Topmodel

ProSieben erfindet die Langeweile neu

Flip-Flop-Skandale und Zombie-Shootings bei Germany’s Next Topmodel: ProSieben erfindet die Langeweile neu Flip-Flop-Skandale und Zombie-Shootings bei Germany’s Next Topmodel: ProSieben erfindet die Langeweile neu Foto: Pablo Garcia Saldaña

Es ist ja nicht so, als würden wir von dieser Staffel Germany’s Next Topmodel noch irgendwas erwarten, echt nicht! Einen so stimmungsmachenden Gruppenaggressor wie Evil Darya aus der letzten Staffel findet man eben nicht an jeder Casting-Ecke. Und auch panische Heulsusen wie einst die wimmernde Gisele, deren verquollenes Flenn-Gesicht man immer noch sehr präsent vor Augen hat, wachsen nun mal nicht auf Bäumen. Wir verstehen das! Aber was da gestern auf ProSieben geschah, untertraf sogar die niedrigsten Erwartungen an Unterhaltung.

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Die große Flip-Flop-Affäre

Die erste halbe Stunde Sendezeit geht komplett dafür drauf, den großen Fauxpas von Kandidatin Lara, die doch tatsächlich in Flip Flops zum Casting gegangen ist, in all seinen Facetten auszuleuchten. Was in einer Staffel mit interessanteren Charakteren wohl höchstens eine schwarz-weiße Rückblende und im echten Leben nicht mal ein belustigtes Schnauben wert gewesen wäre, wird in dieser Ode an die Langeweile zu einem riesigen Happening aufgebauscht.

Denn wenn wir schon am Rande der Verzweiflung sind, wie muss es dann erst den armen Menschen gehen, die aus diesem sprudelnden Quell der Ödnis noch irgendwelche spannenden Szenen zusammenschneiden müssen? Da kann man so eine Flip-Flop-Affäre auch ruhig mal zu einem Skandal ausdehnen und den Zuschauer mit ausführlichen Hintergrundinfos ("Das ist echt typisch Lara, die ist immer so verpeilt!"), aktuellsten Reaktionen von Mitstreiterinnen, Casting-Direktoren und Jury ("Mit Flip Flops geht man eigentlich nicht auf ein Casting!") und einem Exklusiv-Interview mit der Geschädigten ("Ich habe jetzt eigesehen, dass ich vielleicht keine Flip-Flops hätte anziehen sollen.") verwöhnen.

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Exklusive Hayo-Couture

Um den Zuschauer nach diesem Moment der Aufregung nicht zu überfordern, plätschert die Sendung dann erstmal ein wenig dahin und wir haben endlich mal Zeit, uns mit einer Frage zu beschäftigen, zu der wir sonst nie gekommen sind: Wieso sieht Thomas Hayo eigentlich immer so wahnsinnig lächerlich aus? Liegt es an der schütteren Lockenpracht? Am neckischen "Daddy Cool"-Blick? Am albernen Denglisch? Oder (unser Favorit) an der Tatsache, dass er nach so vielen Jahren in der Modebranche immer noch nicht weiß, wie man ein T-Shirt trägt und seine Ärmelchen deswegen immer bis über die Schultern hochkrempelt, um die Sicht auf seinen verkümmerten Bizeps freizulegen? Wahrscheinlich macht es die Kombination.

Aber jetzt schnell raus aus den Gedanken, Elena C. hat die Challenge gewonnen und es bahnt sich ein erneuter Zwist zwischen ihr und Streithenne Jasmin an. Die beiden beim ewigen Anzicken zu beobachten ist im ersten Moment fast minimal unterhaltsam, verliert aber schnell an Wert, wenn man merkt, dass der Grund für den gegenseitigen Hass scheinbar reine Willkür ist und die Streitqualität sich somit eher im Bereich "Du hast mir meine Schüppe geklaut" ansetzen lässt.

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Heidis Special-Prize-Blinde-Kuh-Walk

Auch das Augenringe-Fotoshooting, bei dem die Meeedchen als Zombie-Bräute auf einem Schwebebalken posieren müssen, zeichnet sich durch besondere Highlightlosigkeit aus. Der Höhepunkt ist wahrscheinlich der Fotograf, der doch tatsächlich barfuß zum Shooting kommt. Haha, was für ein verrückter Kerl! Dann ist es zum Glück auch schon Entscheidungszeit und wer noch wach ist, wird Zeuge eines lustigen Ratespiels. Statt in Strapse und Nippelpads werden die Kandidatinnen dieses Mal in schwarz-weiße Ganzkörperanzüge gesteckt und die Jury muss nur anhand des Walks die Identität der in jeder Hinsicht gesichtslosen Gestalt erraten.

Gaming-Pro Thomas Hayo rollt sich schonmal die T-Shirt-Ärmel auf und liegt dann tatsächlich bei jeder Walkerin richtig. Was für ein Mann! Neben Blinde Kuh hat Heidi sich für die Entscheidung noch ein weiteres Highlight ausgedacht. Die beiden besten Kandidatinnen dürfen noch am selben Abend mit ihr nach New York fliegen und da irgendwas Tolles machen. Heidis Weinkeller schrubben vielleicht. Oder gemeinsam ein paar Selleriestangen knabbern.

Kein Foto für Lulu

Der Special Prize und der Zuschlag als Klum’sche Putzkolonne geht an Kim und Elena C. Elena C.?! Da wird Ghetto-Jasmin doch wieder hellhörig! Kann doch nicht sein, dass Elena C. immer alles bekommt, das ist total unfair, Elena C. ist voll kacke! Wieso? Ja, keine Ahnung, ist doch auch egal! Nicht nach New York und nicht mal mit in die nächste Runde darf hingegen Luana. Die sah beim Zombie-Shooting einfach nicht gruselig genug aus.

Wäre jetzt mal noch der Joop dabei gewesen, der hätte da sicher ein paar entscheidende Tipps geben können! War er aber nicht und somit muss Luana nach Hause fahren und verabschiedet sich mit den weisen Worten: "Ich hab‘s irgendwo geahnt und irgendwie ist es auch eine Erleichterung, wenn es dann vorbei ist." Und das können wir wirklich uneingeschränkt unterschreiben.