Star Wars: Die letzten Jedi

Was sich alles im Trailer zu Episode VIII versteckt

Star Wars: Die letzten Jedi: Was sich alles im Trailer zu Episode VIII versteckt Star Wars: Die letzten Jedi: Was sich alles im Trailer zu Episode VIII versteckt Foto: afp, JE/ACR
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Disney hat es wieder geschafft: Der Trailer zu Episode VIII – Die letzten Jedi zeigt uns viel, ohne etwas zu verraten. Und er führt uns auf falsche Fährten. Und das beginnt bereits mit der Anfangssequenz.

Die scheinbaren Sterne entpuppen sich als Reflexionen von Mineral-Einsprengsel im Gestein. Plötzlich fällt Reys (Daisy Ridley) Hand auf einen Felsen. Wir hören und sehen, wie sie nach Luft schnappt. Beim ersten Blick liegt die Vermutung nahe, dass sie erschöpft ist. Vermutlich vom Training mit Luke (Mark Hamill). Doch wenn man den Trailer mehrmals sieht und nicht mehr weiß, auf welcher Seite Luke nun steht, kann die Szene auch etwas völlig anderes bedeuten: Sie wurde vielleicht mit Hilfe der mystischen Macht gewürgt. Etwas, dass Vertreter der Dunklen Seite wie Darth Vader in der ursprünglichen Trilogie immer wieder getan haben.

Ist Rey also tatsächlich nur erschöpft? Oder hat vielleicht sogar Luke Skywalker ihr die Macht der Dunklen Seite demonstriert? Zumindest folgt Lukes Stimme mit der ruhigen, meditativen Aufforderung: "Atmen....einfach atmen!" Das spricht für ein anstrengendes Training. So, wie es Luke in "Das Imperium schlägt zurück" auf Dagobah mit Yoda durchgestanden hat.

Als Rey sich dann auf Lukes Anweisung konzentriert, erkennt sie Licht: Wir sehen General Leia (Carrie Fisher) vor etwas, das wie eine taktische Karte an Bord eines Raumschiffs aussieht. Etwas undeutlich macht man im Hintergrund die Silhouette eines Mon Calamari aus. Wahrscheinlich ist es Admiral Ackbar aus "Rückkehr der Jedi-Ritter", den wir schon in "Das Erwachen der Macht" gesehen haben. Das würde bedeuten, dass Leia sich auf der "Home One" aufhält – das Flaggschiff der einstigen Rebellen-Allianz und der Mon-Calamari-Kreuzer von Ackbar.

Wer im englischen Trailer nun genau hinhört, erkennt "Help me, Obi-Wan Kenobi". Das waren Leias Worte im allerersten Star-Wars-Film. Sie hatte sie als Nachricht im Droiden R2-D2 hinterlassen – als sie verzweifelt war. Vielleicht besteht auch im Trailer nach dem Angriff der Ersten Ordnung kaum Hoffnung. Und erneut setzt sie auf die Hilfe eines Jedi – nur ist nun ihr Bruder und nicht Obi-Wan Kenobi. Zumal das "Help me" auch die ersten Worte waren, die Luke von seiner Schwester im ersten Star-Wars-Film gehört hatte – auch wenn er damals noch nichts von den Familienbanden wusste.

Dann sehen wir beim Wort "Dunkelheit" eine Maske. Unser erster Eindruck war, dass sie zu Darth Vader gehört. In der Diskussion mit unseren Usern aber kamen wir zu der Überzeugung, dass es die Maske von Kylo Ren (Adam Driver) ist. Qualm steigt auf, und sie ist zerstört, teilweise sogar zersprungen. Auch da hört man im Hintergrund etwas. "Verführt von der Dunklen Seite" begleitet vom typischen Atemgeräusch Darth Vaders. Diese Worte stammen ebenfalls aus dem allerersten Star-Wars-Film – als Obi-Wan dem jungen Luke erzählt, wer Darth Vader ist.

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Allerdings verschwieg der alte Jedi damals Teile der Wahrheit. Ist es ein Hinweis darauf, dass Kylo Rens Geschichte komplizierter ist, als es scheint? Und warum ist die Maske zerstört? Es kann nicht der ursprüngliche Helm sein. Der wurde zusammen mit der Starkiller Base in Episode VII zerstört. Also ist es ein Ersatz. Hat Kylo Ren sie selbst vernichtet? Nachdem er seinen Vater Han Solo ermordet hatte, ging er den nächsten Schritt zur Dunklen Seite. Vielleicht empfindet er die alte Maske darum als kindisch und plump, als Zeichen seiner Unsicherheit und Zerrissenheit. Indem er sie zerstört, macht er deutlich, dass er nun ein neuer Mensch und ein wahrer Ritter von Ren ist.

Einflüsse der Zeichentrickserie "Clone Wars"

Danach folgt das "Gleichgewicht". Weil wir zunächst die Perspektive falsch einschätzten, erkannten wir erst beim fünf oder sechsten Mal, was wir da wirklich sehen: Es sind Bücher auf einem Tisch. Wir gehen davon aus, dass es die Werke sind, die Luke im ersten Tempel der Jedi fand, nach dem er gesucht hatte. Es sind vermutlich die uralten Betrachtungen der ersten Wesen, die erfüllt von der mystischen Macht waren. Im Hintergrund hört man Yodas Worte aus "Das Imperium schlägt zurück". Die Energie der Macht "umgibt uns, verbindet uns mit allem".

Star Wars - image/jpeg Es ist ein Hinweis, dass Luke bei seinen Forschungen auf etwas gestoßen ist. – auf eine Erkenntnis zur wahren Natur der Macht. Im Trailer selbst sehen wir, wie Licht die Bücher anstrahlt in einer ansonsten dunklen Umgebung. Das lenkt nicht nur den Fokus auf die Bücher. Es ist ein buchstäbliches Bild für Licht und Dunkelheit im Gleichgewicht: Wo das eine endet, beginnt das andere. Die Umgebung selbst scheint dabei organisch zu sein. Es könnte sich um einen machtsensitiven Baum handeln, wie er in der Zeichentrick-Serie "The Clone Wars" in der fünften Staffel zu sehen war – im Jedi-Tempel auf Coruscant. Er spielte auch in der "Shattered Empire"-Comicreihe eine wichtige Rolle. Diese Bäume scheinen die Macht verstärken zu können. Sie wären also der ideale Ort für einen Jedi-Tempel.

Danach sehen wir, wie eine Hand im Handschuh Staub von einem Einband wischt. Es ist ein sehr altes, lange Zeit verschollenes Buch. Prominent sehen wir ein Symbol, das auch im Plakat für Episode VIII auftaucht – sowie auf den Plakat für den ersten Star-Wars-Film aus dem Jahr 1977. Jeweils als "Klinge" eines Lichtschwerts. Es ist das Symbol des Jedi-Ordens. Scheinbar.

Möglicherweise steckt aber etwas anderes dahinter. Das verstaubte Buch könnte eine Chronik oder ein Journal der Whills sein – der vermutlich ersten Wesen, die mit der Macht vertraut waren. Und dass die auch im Disney-Universum eine Rolle spielen, wissen wir seit "Rogue One". Schließlich waren Chirrut Imwe (Donnie Yen) und Baze Malbus (Wen Jiang) Wächter der Whills. Ursprünglich wollte George Lucas sogar seine ganze Star-Wars-Story beschreiben als "Abenteuer von Luke Starkiller – so aufgezeichnet im Journal der Whills". Die Idee hat er später verworfen. Aber der Name "Whills" geistert seitdem im Star-Wars-Universum herum und ist seit "Rogue One" Teil der offiziellen Geschichte.

Luke Skywalker sagt zudem im Trailer als Erwiderung zu Rey und dem Gleichgewicht, dass "es so viel mehr als das ist". Unsere Vermutung: Luke hat in den ursprünglichen Betrachtungen zur Macht etwas entdeckt, dass das Schisma, die Trennung von Jedi und Sith, in ein neues Licht rückt. Vielleicht entstand es nur durch ein unterschiedliches Verständnis der Macht. Dann wurden beide Gruppen immer dogmatischer und unversöhnlicher, bis es zum Krieg kam. Etwas, dass wir aus unserer irdischen Geschichte durchaus kennen. Möglicherweise möchte Luke dieses Schisma überwinden. Es würde seine letzten Worte im Trailer erklären, dass die Zeit der Jedi enden muss. Und damit meint er vor allem sich selbst. Der Filmtitel bezieht sich laut Regisseur Rian Johnson auf ihn als letzten Jedi, und die Plural-Übersetzung des Titels sei darum nicht ganz richtig.

Ist Luke entschlossen oder desillusioniert?

Doch warum hat Luke dann so lange gewartet? Es gibt noch eine andere Erklärung: Die apokalyptische anmutende Szene im Trailer, in der wahrscheinlich Lukes Jedi-Akademie zerstört wird, kann ihn auch traumatisiert und desillusioniert haben. Vielleicht begegnen wir in Episode VIII einen zynischen, verbitterten, im Selbstmitleid badenden Luke Skywalker, der sich kaum noch dazu aufraffen kann, etwas zu unternehmen. Wir wissen nicht, wann Luke die Worte über die Jedi sagt. Es kann aber auch der Moment sein, als er es ablehnt, Rey auszubilden. Vielleicht muss sie ihn erst mit Beharrlichkeit überzeugen. Denn wir sehen im Trailer auch, wie Rey mit einem Lichtschwert trainiert. Vor den Augen von Luke und neben einem Felsen, der vielleicht eine verblasste Skulptur eines alten Jedi darstellt.

Etwas sicherer sind wir uns bei Poe Damaron (Oscar Isaac). Wir sehen, wie sein schwarzer X-Wing explodiert. Danach sehen wir den Millennium Falcon. Doch wer fliegt das legendäre Schiff nach Han Solos Tod? Unserer Vermutung ist, dass Poe Damaron sich den Corellianischen Frachter zumindest ausgeliehen hat. Wir wissen nur nicht, ob der Luftkampf im Trailer über Crait stattfindet. Das ist ein Bergwerksplanet, den schon die Rebellion Jahrzehnte vor dem Widerstand gegen die "Erste Ordnung" genutzt hat. Jäger, die wie Weiterentwicklungen der B-Wing-Fighter aussehen, ziehen eine Art Anker über eine Salzkruste und wirbeln so rubinrote Mineralien auf. Die bilden eine dichte Wolke, vielleicht um den zahlenmäßig unterlegenen Truppen des Widerstands einen Vorteil zu verschaffen und um ihre Flucht zu decken. Im Hintergrund sieht man zumindest verschwommen die neuen AT-AT, die "Panzer" der Ersten Ordnung, die den Stützpunkt des Widerstands angreifen.

Leia wird in Episode VIII sterben

Kurz erkennen wir auch Rey, die fast schon verzweifelt mit einem Lichtschwert in der Hand rennt. Kämpft sie auf Crait? Oder will sie jemanden retten? Vielleicht Luke, der sich Kylo Ren stellt? Ihn sehen wir kurz im Trailer. Ohne Maske oder Helm. Und er dreht er sein Lichtschwert provozierend bis bedrohlich und sogar sadistisch. Wie jemand, der mit seinem Opfer spielt – im Bewusstsein der eigenen Überlegenheit. Möglich ist, dass Kylo Ren vor seiner Mutter, General Leia, steht. Er nimmt den Helm ab, damit sie in seinen Augen sehen kann, dass da keine Reue ist und er tötet sie dann.

Die Ende Dezember verstorbene Carrie Fisher hatte alle Szenen für Episode VIII abgedreht. Kurzzeitig gab es dann Verwirrung, als ihr Bruder Todd Fisher bekanntgab, er und Carries Tochter Billie Lourd hätten Disney die Erlaubnis gegeben, noch nicht verwendete Szenen auch in Episode IX zu verwenden. Dem widersprach dann aber Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy. Carrie Fisher werde nur noch in Episode VIII auftreten. Das bedeutet aber auch, dass die Geschichte von Leia in "Die letzten Jedi" enden wird. Vielleicht durch die Hand von Kylo Ren, der dann nach seinem Vater auch seiner Mutter ermordet haben könnte – was seinen Weg zur Dunklen Seite endgültig machen würde.

Wir werden es ab dem 14. Dezember erfahren, wenn der Film in die deutschen Kinos kommt.

Quelle: RP