City of McFarland

Kevin Costner als charismatischer Sportlehrer

City of McFarland: Kevin Costner als charismatischer Sportlehrer City of McFarland: Kevin Costner als charismatischer Sportlehrer Foto: dpa, mau mb
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In Ordnung, noch ein Film mit Kevin Costner, dem herrlich Gestrigen der US-Stars. Ja, auch Maria Bello ist dabei. Aber vor allem ist "City of McFarland" ein Film von Niki Caro, der neuseeländischen Regisseurin von "Kaltes Land" und dem sensationellen "Whale Rider" über die starke Emanzipation einer neuseeländischen Häuptlingstochter.

Das Dorf McFarland im Süden der USA hat 13.000 Einwohner und einen neuen überqualifizierten Football-Assistenten, weil Jim White (Kevin Costner) in bestem Sportlehrer-Stil einem vorlauten Schüler einen Stollenschuh ins Gesicht geworfen und damit seine letzte Stelle geschmissen hat. Er heißt tatsächlich White, was selbst im Film ein guter Witz ist, in diesem Kaff, dessen Restaurant alles in Spanisch schreibt und keine Burger hat. Die kleine Tochter fragt bei der Ankunft "Sind wir in Mexiko?"

Jim White wird eine ganze Reihe von Lektionen lernen, mit seinen Jungs auf die Felder gehen, deren Arbeit am eigenen Leib, vor allem im Rücken spüren und sein Team 1987 zur kalifornischen Meisterschaft im Cross Country-Lauf führen - eigentlich ein Sport für elitäre Privat-Schulen. "City of McFarland", gedreht nach einer wahren Geschichte, klingt nach typischem Sportfilm, ist aber viel mehr: Selbst die Trainingsroutinen sind kleine filmische Kunstwerke, wenn White seine Latino-Jungs Hügel hinaufscheucht, die es in dieser Gegend eigentlich nicht gibt. Die künstlichen Berge sind aber geerntete Mandeln, die Leute wie sie gepflückt haben.

Auch wenn "City of McFarland" vom Sportkanal ESPN Films und Disney produziert wurde, der Film ist ein Kunstwerk.

Quelle: RP