Austen, Cézanne und Marvel

Kino-Tipps für die dunkle Jahreszeit

Austen, Cézanne und Marvel: Kino-Tipps für die dunkle Jahreszeit Austen, Cézanne und Marvel: Kino-Tipps für die dunkle Jahreszeit Foto: Prokino

Winterzeit ist Kinozeit. Wenn es draußen düster und kalt ist, gibt es fast nichts besseres, als sich seine Lieblingsmenschen zu schnappen und sich mit frischem Popcorn in weiche Kinosessel fallen zu lassen. Die Filmauswahl ist groß - doch wir haben ein paar besondere Highlights für euch.

Meine Zeit mit Cézanne

Mit diesem Film könnt ihr noch mal in den Sommer entfliehen. Zumindest mental. Meine Zeit mit Cézanne spielt größtenteils im malerischen Aix-en-Provence und handelt von der Freundschaft zwischen dem Maler Paul Cézanne und dem Schriftsteller Émile Zola.

Visuell überzeugt der Film mit seinen tollen Naturaufnahmen, anhand derer man das Werk Cézannes ein bisschen besser versteht. Besonders die zwei Hauptdarsteller Guillaume Gallienne (Cézanne) und Guillaume Canet (Zola) überzeugen bei der Darstellung der zwei zwischen Kunst und Opportunismus hin- und hergerissenen Künstler.

Doctor Strange

Kinostart von "Doctor Strange": Normalo trainiert für die Rettung der Welt Kinostart von "Doctor Strange" Normalo trainiert für die Rettung der Welt Zum Artikel » Die neuste Marvel-Verfilmung lockt auch die Leute ins Kino, die Comicverfilmungen sonst fern bleiben. Der Grund dafür? Vermutlich der als Sherlock Holmes bekannt gewordene Benedict Cumberbatch.

Der kann als Doctor Stephen Strange seiner Tätigkeit als Neurochirurg nach einem schweren Unfall nicht mehr nachgehen, reist nach Tibet und lernt dort die Geheimnisse einer verborgenen mystischen Welt. Dadurch wird er natürlich zum mächtigsten Magier der Welt und muss diese mit seinen neuen Kräften retten.

Die Story klingt nicht allzu originell, doch der Trailer verspricht einen bildgewaltigen Film mit tollen Effekten. Neben den Schauspielkünsten Cumberbatchs also der zweite gute Grund dafür, sich den Film anzuschauen.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Seien wir mal ehrlich: Wer mit Harry Potter aufgewachsen ist, wird niemals genug vom Potter-Universum haben. Der Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind bildet den Start in eine neue Reihe von Geschichten aus der Zaubererwelt, nur dass das ganze diesmal im New York der zwanziger Jahre spielt. Der Held heißt Newt Scamander (Eddie Redmayne), ist gerade mit magischen Wesen im Koffer in Amerika angekommen und muss sich dort schon bald gegen eine unbekannte Macht wehren, die die Gemeinschaft der Zauberer bedroht.

Spannend wird es besonders, weil dieser Film (abgesehen von einem fiktiven Lehrbuch) keine Buchvorlage hat. Das gibt ihm die Chance, selbst mit Charakteren und Story zu überzeugen und er muss sich keinem direkten Vergleich stellen. Der Film hat das Potential, die Magie von Harry Potter weiter am Leben zu erhalten – aber genauso hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Stoff zu amerikanisiert wurde und sein britischer Charme verloren geht.

Rogue One: A Star Wars Story

"Star Wars: Rogue One": Darth Vader ist zurück "Star Wars: Rogue One" Darth Vader ist zurück Zum Artikel » Ebenfalls ein Universum, das seit Jahrzehnten für Kinobesuche und Buchverkäufe sorgt: Star Wars muss man nicht weiter vorstellen. Erst letzten Winter startete Disney eine neue Reihe von Sternenkrieg-Filmen und feierte mit Heldin Rey einen riesigen Erfolg. Nachdem in den ersten sechs Episoden eher die Männer die Hauptrollen spielten sind jetzt die Frauen dran.

Auch in dem Auftakt Rogue One zu der neuen Anthology-Reihe spielt eine weibliche Schauspielerin die Hauptrolle: Felicity Jones als Jyn Erso. Jyn wird von den Rebellen angeheuert und soll mit einer Gruppe von Kämpfern und Kopfgeldjägern herausfinden, was der Todesstern kann und wie man ihn zerstört. Der Film spielt also zeitlich zwischen Episode III und IV.

Eins ist klar: Rogue One wird anders als die ursprünglichen sieben Episoden. Er soll sich stilistisch vom Rest unterscheiden und mehr Kriegs- als Sternenfilm sein. Der Trailer sieht jedenfalls vielversprechend aus. Man darf gespannt sein!

Love & Friendship

Dieser Historienfilm basiert auf dem Briefroman „Lady Susan“ der Schriftstellerin Jane Austen. Die schöne und intelligente Witwe Lady Susan (Kate Beckinsale) zieht sich auf das Anwesen ihrer Verwandten zurück, um zirkulierenden Gerüchten über ihre angebliche Affären zu entgehen. Um im Leben weiter voran zu kommen und ihren luxuriösen Lebensstil weiter aufrecht erhalten zu können ist sie dort auf der Suche nach einem neuen Ehemann. Problematisch wird es, als ihre Tochter Frederica (Morfydd Clark) dazu kommt, die mit den eigenen Heiratsplänen (die ebenfalls ihre Mutter für sie geschmiedet hat) nicht einverstanden ist.

In vielen Verfilmungen Austens geht ihr kritischer und satirischer Blick auf die Adelsgesellschaft Ende des 18. Jahrhunderts verloren. Das scheint in Love & Friendship jedoch nicht der Fall zu sein, auch wenn der Titel irreführend nach RomCom klingt. In Amerika war der Film bereits ein voller Erfolg und besonders sein trockener Humor wurde gefeiert. Eine Austen-würdige Verfilmung also, die mit etwas Verspätung auch endlich bei uns zu sehen ist.