Ubisofts E3 Konferenz zusammengefasst

"South Park", "For Honor" und "Ghost Recon: Wildlands"

Ubisofts E3 Konferenz zusammengefasst: "South Park", "For Honor" und "Ghost Recon: Wildlands" Ubisofts E3 Konferenz zusammengefasst: "South Park", "For Honor" und "Ghost Recon: Wildlands" Foto: Ubisoft
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Ubisoft verneigt sich vor den Fans: Nach einigen verbugten Versionen ihrer Spiele wurden die Ubisoft-Verantwortlichen bei der E3-Pressekonferenz nicht müde zu betonen, wie ernst sie die Fans nehmen. Für sie würde man auch Risiken eingehen. Tatsächlich gab es einige Überraschungen, die aber meist nicht ganz so mutig sind.

Es sei ein intensives Jahr gewesen. „Mit sehr konstruktivem Feedback“, sagt Moderatorin Aisha Tyler und lächelt leicht verlegen. Jeder weiß in Los Angeles, was gemeint ist: die verbugten PC-Versionen von „Watch Dogs“ und vor allem „Assassin’s Creed Unity“, die erst nach mehreren Patches vernünftig liefen – und die sogar den Aktienkurs absacken ließen. Die Fans versöhnte man mit einem kostenfreien Spiel aus dem aktuellen Ubisoft-Programm. So eine Schlappe will Ubisoft-Chef und Mitbegründer Yves Guillemot nicht noch einmal erleben. Tatsächlich scheint er sich in einer Art Bringschuld zu fühlen und wagt dann doch nicht das ganz große Risiko.

Mit „The Fractured But Whole“ wird es ein zweites South-Park-Rollenspiel geben. Die Schöpfer der TV-Serie, Matt Stone und Trey Parker, wollten an sich zwar kein weiteres Game mehr machen. „Aber nun wissen wir, wie es geht.“ Viel verrieten sie indes nicht: Eric Cartmann gründet eine Gruppe von Superhelden, die Verbrechen bekämpft. „Es geht darum, warum dein Poloch so fantastisch ist“, sagt Trey Parker mit typischem South-Park-Humor. „Wir gehen echt tief in das Poloch“, fügt Matt Stone hinzu. Was immer das am Ende heißt.

For Honor: Counterstrike mit Schwertern?

Nun ist ein zweites South-Park-Spiel nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils nicht ganz so überraschend. „For Honor“ ist es dagegen schon. Mehrere Spieler stürzen sich in großen Schlachten und in Third-Person-Perspektive zwischen offensichtlich KI-gesteuerten Bots in Duelle mit Schwertern. Ritter kämpfen gegen Samurai oder Wikinger. Das klingt cool und sieht auch so aus: Während die Bots sich recht schnell erledigen lassen, beginnt die Spannung beim Kampf gegen einen menschlichen Gegner.

Ganz neu ist die Idee nicht. Seit drei Jahren bietet die Half-Life-2-Mod „Chivalry: Medieval Warfare“ oder auch „War of the Roses“ geneigten Spielern die Möglichkeit, mit Schwertern, Morgensternen, Äxten und Speeren aufeinander einzudreschen. Aber „For Honor“ sieht im Vergleich umwerfend aus und ist zwischen den Multiplayer-Shootern tatsächlich etwas Frisches. Die Frage ist nur, wie gut und herausfordernd der Schwertkampf tatsächlich umgesetzt ist – und ob es für Mittelalter-Experten auch noch einen realistischen Modus gibt.

Ghost Recon: Wildlands versprüht "Far Cry"-Vibes

Die nächste Überraschung: Ubisoft verehrt den verstorbenen Thriller-Autoren Tom Clancy. Okay, das ist keine große Enthüllung. Man hat die Lizenz, um den Namen zu verwenden. Aber nach „The Division“ und „Rainbow Six“ kündigt man nach acht Jahren Pause mit Wildlands ein neues „Ghost Recon“-Game an. Im Kampf gegen ein Drogenkartell in Bolivien kann man in einer offenen Welt verdeckt, mit brachialer Waffengewalt oder überlegt und vorsichtig vorgehen, um die Ziele zu erreichen. Der Taktik-Shooter sieht ziemlich gut aus und wird mit Sicherheit Beschwerden aus Bolivien nach sich ziehen.

Doch „Ghost Recon“ ist nicht das einzige Franchise, das Ubisoft wiederbeleben möchte. Vier Jahre nach „Anno 2070“ wird es bereits im November mit „Anno 2205“ erneut ein Aufbau- und Strategiespiel in einem Science-Fiction-Setting geben – hoffentlich ohne Diskussion um Kopierschutz und Zwangs-Online-Anbindung wie bei „Anno 2070“.

Ubisoft will dieses Jahr nichts falsch machen

Alles andere bei der E3-Pressekonferenz war erwartbar. Ein neuer „Just Dance“-Titel, Expansion-Packs für „The Crew“ und „Trials Fusion“, ein Mischung aus Render- und Gameplay-Trailer zu „Assassin’s Creed Syndicate“. Und das schnelle Rennspiel „Trackmania Turbo“ wird im November nicht nur für den PC, sondern auch für die PS4 und Xbox One geben.

Man merkt Ubisoft an, dass man dieses Jahr nichts falsch machen und auf jeden Fall alles vermeiden möchte, was erneut einen Shitstorm auslösen könnte. Ob das gelingt? Zu „Just Dance“ wird es mit „Umlimited“ einen Abo-Streaming-Service geben, um zu den Lieblingshits aus vorangegangen Titeln oder neuen Musikstücken abzuzappeln. Allerdings wurde nichts dazu gesagt, ob das alles im Kaufpreis enthalten ist. Wenn nicht, könnte es wieder eine Welle des Protests auslösen.