Shooter-Herbst 2016: Der Kampf um die Krone

Battlefield 1, Call of Duty: Infinite Warfare und Titanfall 2

Shooter-Herbst 2016: Der Kampf um die Krone: Battlefield 1, Call of Duty: Infinite Warfare und Titanfall 2 Shooter-Herbst 2016: Der Kampf um die Krone: Battlefield 1, Call of Duty: Infinite Warfare und Titanfall 2 Foto: EA / Activision
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Battlefield 1, Call of Duty: Infinite Warfare und Titanfall 2 sind sehr klangvolle Namen, wenn es um Action auf PC und Konsole geht. Shooter-Fans konnten allen drei Titeln in diesem Jahr entgegen fiebern. Wir liefern euch einen kleinen Vergleich und Kaufratgeber.

Über die beiden Spieleserien Battlefield und Call of Duty wurde über die Jahre viel geschrieben. Die beiden Top-Shooter spalten die Community ähnlich wie Android und iOS oder Cola und Pepsi. Klar: Beide Action-Feuerwerke bieten einen ausgezeichneten Multiplayer-Modus und nun ebenso auch eine unterhaltsame, wenn auch kurze Einzelspielerkampagne.

Battlefield 1 - Der Weltkriegs-Shooter

Besonders Battlefield 1 lässt in diesem Jahr die Muskeln spielen. Mit einer beeindruckenden Optik, einem spannenden und packenden Einzelspielermodus und dem unvergleichlichen Multiplayermodus sahnte der Titel an breiter Front Bestnoten ab.

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Die Battlefield-Pause hat Entwickler DICE gut getan, um ein bisschen Luft zu holen und frische Akzente ins Spiel zu bringen. Zudem kann das Setting in allen Belangen überzeugen. Der erste Weltkrieg ist, was Computerspiele angeht, zwar noch relativ unbefleckt, doch wurde die zeitliche Periode gut und authentisch eingefangen - einzig der seit der Bad Company Reihe stark vermisste Humor bleibt dem Spiel weiterhin fern.

Wie gewohnt stimmen die Spielmechanik und die Balance zwischen Infanterie und Vehikeln: Brettert auf Motorrädern durch zerstörte Städte, reißt mit Panzern ganze Straßenzüge ein, schwingt euch in die Lüfte oder an Bord eines stark bewaffneten Zuges, oder prescht auf einem Pferd über die Schützengräben.

Zukünftige Updates oder DLCs werden zudem weiterhin neue Maps, Fraktionen und Waffen liefern, sodass Battlefield 1 mit Sicherheit für eine ganze Weile einen Platz auf unserer Festplatte behalten wird.

Call of Duty: Infinite Warfare - Der Weltraum-Shooter

Doch auch Activision schläft in diesem Jahr nicht. "Call of Duty: Infinity Warfare" ist ein durch und durch gelungener Shooter. Zwar ist die Kampagne wieder einmal ein wenig trivial, was auch der coole Bösewicht Kit Harington (alias Jon Snow) nicht ändern kann, dennoch wird astreine Unterhaltung geboten.

Audiovisuell lässt Entwickler Infinity Ward die Muskeln spielen und was die Spielmechanik angeht, macht Call of Duty sowieso niemand so schnell etwas vor. Doch Fans der Serie stimmen uns mit Sicherheit zu wenn wir sagen, dass es mittlerweile genug ist mit futuristischen Waffen, Weltraumkämpfen und Raumschiffduellen.

Wer sich mit dem futuristischen Setting nicht anfreunden kann, für den schafft Activision auf andere Weise Abhilfe: Mit dem hervorragend umgesetzten Remaster von Modern Warfare kommt auch die alte CoD-Garde voll auf ihre Kosten - inklusive Online-Modus!

Titanfall 2 - Der verhinderte Shooting-Star

Bleibt in unserem Trio noch Titanfall 2. Wie bei Battlefield 1 tritt auch bei Titanfall 2 Electronic Arts als Publisher in Erscheinung. Umso fragwürdiger wirkt die Entscheidung den vielversprechenden Sci-Fi-Shooter so kurz nach der Veröffentlichung von Platzhirsch Battlefield 1 auf dem Markt zu positionieren.

Noch ärgerlicher: Titanfall 2 erscheint endlich auch auf PlayStation 4 und könnte so - zumindest in Theorie - einen noch größeren Markt bedienen. Immerhin war der Vorgänger noch Xbox One/PC-exklusiv und zugleich einer der meist erwarteten Titel zum Release der Microsoft-Konsole.

Sicherlich wäre es ein leichtes gewesen, den Release von Titanfall 2 ins neue Jahr zu ziehen - den Verkäufen des Titels hätte das gut getan. Die aktuell sehr ernüchternden Zahlen zeigen, dass sich die Aussage von Andrew Wilson, CEO von Electronic Arts nicht bewahrheitet hat: Er hatte behauptet, dass das Genre ausreichend viele Spieler hat, die unterschiedliche Vorlieben haben. Das Marktforschungsunternehmen "Cowen & Company" dagegen korrigierte erst kürzlich seine Schätzung von 9 Millionen verkauften Kopien auf 5 bis 6 Millionen.

Grundsätzlich ist der Gedanke von Wilson sicherlich nicht falsch: Ein passionierter Doom-Spieler wird sich schwer damit tun auf den Schlachtfeldern von Battlefield seine Zeit zu vertreiben. Doch blickt man auf die, durch die beiden Gründer des Studios (beide ehemals für CoD verantwortlich) bedingte Ähnlichkeit zwischen Call of Duty und Titanfall, gibt es in der Spielerschaft der beiden Titel sicherlich sehr viele Überschneidungen. Hattet ihr das Glück beide Titel antesten zu können, habt ihr mit Sicherheit festgestellt, dass die Spielmechanik der beiden Titel sehr ähnlich ist.

Für mich kommt noch eine weitere Frage hinzu. Titanfall 2 ist ein sehr gelungenes Spiel. Die Kampagne ist sehr unterhaltsam und bringt viele Stunden Spielspaß. Der Multiplayer-Modus ist so rasant und actiongeladen wie eh und je. Nicht zu Unrecht wird das Spiel von der internationalen Presse durchgehend gelobt. Doch wieso nimmt EA durch den Zeitpunkt der Veröffentlichung auch den wirtschaftlichen Misserfolg des Spiels in Kauf?

Eine definitive Antwort auf die offenen Fragen werden wir wohl nie offiziell erhalten, doch meine Einschätzung ist, dass das Franchise für ein paar Jahre auf Eis gelegt, oder einem anderen Studio übergeben wird. Denn es ist bereits bekannt, dass der Entwickler Respawn Entertainment an einem anderen, mit Star Wars zusammenhängenden Projekt arbeitet. Schade eigentlich, denn Titanfall 2 ist genau das, was bereits der erste Titel hätte sein können: Ein echter Shooter-Kracher.

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