Facebooks VR-Brille erneut verschoben

Oculus Rift erscheint im ersten Quartal 2016

Facebooks VR-Brille erneut verschoben: Oculus Rift erscheint im ersten Quartal 2016 Facebooks VR-Brille erneut verschoben: Oculus Rift erscheint im ersten Quartal 2016 Foto: Oculus VR

Während das Oculus Team die Ankündigung des neuen Release-Zeitraums im ersten Quartal 2016 in seiner offiziellen Pressemitteilung feiert, kommen wir nicht umher anzumerken: Eigentlich sollte die populäre VR-Brille noch 2015 erscheinen. 

Aber sei's drum, gut Ding will Weile haben: Den ersten Prototypen präsentierte Erfinder Palmer Luckey zusammen mit Spiele-Legende John Carmack (Doom!) auf der E3 im Juni 2012, das darauf folgende Kickstarter kassierte anstelle der angepeilten 250.000 US-Dollar beinahe das Zehnfache: Sagenhafte 2.4 Millionen US-Dollar kamen zustande, nicht zuletzt dank zahlreicher Unterstützung aus der Industrie (Valve-Cheffe Gabe Newell, Tim Sweeney von Epic Games und Chris Robert von Cloud Imperium Games). 

Der nächste große Schritt war im März 2013 erreicht, als die ersten Versionen des Oculus Rifts an die "Backer" - also die Finanzierungshelfer - verschickt wurden. 2014 folgte das "DK2", das zweite Devolpment Kit, welches man sich auch als Programmier-Anfänger bestellen durfte. Bei dem Andrang musste man jedoch lange Wartezeiten bei der Lieferung der VR-Brille in Kauf nehmen, ganz zu schweigen von den technischen Komplikationen.

Die größte News brachte die Brille im März 2014 erneut ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit: Niemand geringeres als "Facebook" griff extrem tief in die Tasche, um die Technologie für sich zu beanspruchen.

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Lohnt sich der Blick durch die VR-Brille?

Für viele Menschen gehören VR-Brillen wie die Oculus Rift bereits jetzt zur größten, technischen Revolution, seit der Erfindung des Fernsehers. Auch ich persönlich hatte 2014 bereits das Glück unter dem "Head-Up-Display" einer Oculus Rift abtauchen zu dürfen: In den wahnsinnigen Fängen des Videogamedads wurde ich durch ein sicheres Büro geleitet, plötzlich auf einen zerstörten Straßenzug und auf die Spitze eines Wolkenkratzers teleportiert... und musste letztendlich noch eine Achterbahnfahrt ertragen.

Oculus Rift | Affected: The Manor: So schockt man Jugendliche mit einer VR-Brille Oculus Rift | Affected: The Manor So schockt man Jugendliche mit einer VR-Brille Zum Artikel » Es fällt mir noch immer schwer mit Worten zu beschreiben, wie es sich anfühlt vollkommen von "Grafik" umgeben zu sein, ohne auf seine Hände und Füße zurückgreifen zu können. "Schwindelerregend" ist sicher eines der Adjektive, die passen, ebenso wie "Kotzübel", "Schummrig", "Klaustrophobisch" und "Akrophobisch": Wer einmal mit einer VR-Achterbahn gefahren ist, benötigt keine richtige Achterbahn mehr.

Ob sich die Anwendung der Oculus Rift wirklich hundertprozentig mit Videospielen verträgt, muss die Zeit zeigen: Noch ist die Technik immer noch nicht weit genug, um Spiele in ähnlich hoher Qualität anzuzeigen, wie auf aktuellen Konsolen. Dafür faszinieren bereits jetzt ganz andere Anwendungsfelder: 3D-Dokumentationen, in denen ihr stets euren Blick durch die Szenerie "wandern" lassen könnt, Kinofilme auf riesigen, virtuellen Leinwänden... und... Pornos. Natürlich. Wer hätte DA nicht dran gedacht?

Die finale Version:

Laut Oculus Rift soll die finale Version der Oculus Rift nochmal gehörig eins auf die ohnehin schon geniale DK2-Version drauflegen: Dank verbesserten Tracking-System erfasst die Brille euren Standort und eure Bewegung sowohl im Sitzen, als auch im Stehen noch präziser. Weitere Neuigkeiten sollen in den nächsten Wochen folgen, übrigens auch zu Spielen, welche exklusiv für die Oculus Rift erscheinen sollen.

An der weiteren Verschiebung ändern die schmeichelnden Worte wenig: 2015 wird es nichts mehr mit der Rift... und das "erste Quartal 2016" ist auch alles, nur kein genauer Zeitraum. Geben wir uns einmal optimistisch und vertrauen auf den Hype des Entwicklerteams: "E3 is just around the corner — this is only the beginning." 

In Deutschland wird die "Oculus Rift" übrigens nicht unter diesem Namen erscheinen: Die Oculus Optikgeräte GmbH klagte bereits früh aufgrund der Namensähnlichkeiten zu den eigenen, VR-fremden Produkten und bekam im August 2014 ihr Recht von einem deutschen Gericht zugesprochen. Kein großes Wunder, immerhin trägt die Firma den Namen bereits seit 1932.