Reisetagebuch: New York, New York

"Tom Clancy’s The Division" im Test für PlayStation 4

Reisetagebuch: New York, New York: "Tom Clancy’s The Division" im Test für PlayStation 4 Reisetagebuch: New York, New York: "Tom Clancy’s The Division" im Test für PlayStation 4 Foto: Ubisoft
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Einer der meist erwarteten Titel dieses Jahres ist endlich erhältlich: "Tom Clancy’s The Division" versetzt euch mitten in ein dystopisches New York City.

Tester haben es nicht immer einfach: Insbesondere bei Online-Schwergewichten wie "The Division" versagt der klassische Vorab-Test und lässt viele Gamer erstmal "ins Schwarze ballern", bevor fundierte Meinungen aufgebaut und vor allem niedergeschrieben werden können.

Auch wir müssen uns dieser Test-Situation beugen: Statt einer "normalen" Kritik bieten wir euch an dieser Stelle ein in regelmäßigen Abständen erweitertes Tagebuch unserer Erlebnisse in New York, welches dann (hoffentlich!) in einem gerechten Test-Urteil gipfelt.

Die komplette Übersicht:

Wer noch immer mit dem Kauf hadern sollte, für den haben wir ein weichgespültes Vorab-Fazit: "The Division" ist beileibe nicht so schlecht, wie es euch zahlreiche User-Reviews auf Steam und Metacritic erzählen wollen - aber es ist auch nicht der Heiland der modernen Ego-Shooter-Kultur. Tipp: Lasst erstmal die Finger vom Season Pass und gönnt euch "nur" das Spiel, wenn ihr nicht länger abwarten wollt!

Tag 1

Es kommt nicht oft vor, dass ich um Mitternacht an der Konsole sitze und darauf warte, dass ich ein in kürze spielbares Spiel sofort ausprobieren kann.

Doch an diesem 7. März 2016 war es so. Nachdem ich bereits die Beta gespielt habe und sehr angetan von Spielmechanik und Setting war, stürzte ich mich voller Vorfreude zurück ins verschneite New York City. Dass die Stadt aufgrund einer Epidemie im Ausnahmezustand ist und nur durch die Sondereinheit mit dem titelgebenden Namen "The Division" gerettet werden kann, nehme ich auf meinem Abenteuerurlaub gerne in Kauf.

Viel wurde im Vorfeld darüber gesprochen, ob Brooklyn eines der Viertel sein wird, dass wir in The Division erkunden können. Kurze Antwort: Ja! Hier findet das Tutorial des Spiels statt, in dem euch binnen kurzer Zeit die wichtigsten Mechaniken erklärt werden.

Erstmal aber das wichtigste: Wie sieht mein Alter Ego eigentlich aus? Ähnlich wie in Fallout 4 könnt ihr euer virtuelles Spiegelbild nach Belieben anpassen. Doch leider hat der Editor nicht ansatzweise die Möglichkeiten, die Bethesdas Endzeit Shooter-RPG bietet: Gerademal acht Gesichter und vier Frisuren, dafür umso mehr Tatöwierungen stehen zur Auswahl. Na ja. Dennoch wende ich meinen Blick, schlussendlich mit meinem Charakter zufrieden, vom Spiegel ab und los geht’s!

Die Steuerung des Spiels wird auf dem Weg zu einem Safe House erläutert, indem ihr eure ersten Aufträge erhaltet. Hierbei handelt es sich um Aufgaben wie eine Geiselbefreiung, oder der Sicherung von Vorräten.

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Multi-Multiplayer

Der erste Gang ins Safe House hat mir erst einmal ein breites Grinsen aufs Gesicht gezaubert: Dutzende Online-Spieler tummeln sich neben mir um die ersten Händler, Questgeber und Beutekisten, sodass man sie kaum erreichen kann. Erinnerungen an die ersten Stunden in World of Warcraft werden wach.

Etwas störend kann die hohe Anzahl der Mitspieler dann doch werden: Im Gegensatz zu Blizzards Erfolg-MMORPG sind alle Charaktere in der virtuellen Welt "massiv", will heißen: Sie können Eingänge blockieren oder euch daran hindern, mit den Questgebern zu sprechen. Viele dieser "lustigen Trolle" gibt es bereits auf den Servern.

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"New York was a city where you could be frozen to death in the midst of a busy street and nobody would notice."
(Bob Dylan)

Einen faden Beigeschmack hat die Optik des Spiels. Nicht weil sie schlecht ist, ganz im Gegenteil: Sicherlich wurde New York in der Geschichte der Videospiele noch nie so detailgetreu und authentisch umgesetzt. Doch erinnern wir uns an die ersten vermeintlichen Gameplay-Bilder, ist das grafische Downgrade leider nicht wegzudiskutieren.

Nichtsdestotrotz erzeugt das Spiel eine ganz hervorragende Atmosphäre und liefert grafische Details en masse: Aus beschossenen Wänden bröckeln Steine heraus und wer auf Schilder schießt, erkennt auf der anderen Seite kleine Dellen. Wahnsinn! Die Verwüstung, plündernde Menschen und verlassene Autos erzeugen zusammen mit den phänomenal guten Licht- und Wetter-Effekten ein äußerst faszinierendes Gesamtbild.

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Der erste Eindruck zählt

Meine Erwartungen an "Tom Clancy’s The Division" waren hoch - und sind es noch immer! Die erste Spielsession hat mir bereits viel Freude bereitet. Wenn zu der faszinierenden Spielwelt jetzt noch eine spannende und gut inszenierte Geschichte hinzukommt, hat Ubisoft seine Hausaufgaben gemacht.

Doch wie sieht es mit der Langzeit-Motivation aus? Mit den Kämpfen gegen andere Spieler? Mit dem Loot? Alles wichtige Fragen die ich euch in den nächsten Tagen an dieser Stelle beantworten werde. Bis dahin schließe ich mich Sinatra an und trällere "New York, New York".

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