Auf den Spuren von System Shock

Prey im Test für PlayStation 4

Auf den Spuren von System Shock: Prey im Test für PlayStation 4 Auf den Spuren von System Shock: Prey im Test für PlayStation 4 Foto: Bethesda
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Was passiert, wenn System Shock, BioShock und Dishonored ein Baby machen würden? Möglicherweise würde Prey dabei herauskommen. Doch was zuerst einmal wenig inspiriert klingt, entpuppt sich als ein echter Hit. Wir verraten im Test, wieso Prey ein wirklich gutes Spiel ist.

Ein bisschen Mystery gepaart mit einer guten Portion Thriller und spannender Action - so könnte man Prey kurz beschreiben. Der neue Titel aus dem Hause Bethesda stammt von den gleichen Entwicklern, wie BioShock 2 und die beliebte Dishonored-Reihe. Ziehen wir unsere Kreise in der Weltraumstation "Thalos I" fühlt es sich immer ein bisschen nach Rapture an – und das ist auch gut so.

Doch fangen wir am Anfang an: Prey holt euch sehr gut ab, sodass bereits der Beginn des Spiels einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Alte Gamer-Hasen werden hierbei auch Parallelen zu Half-Life finden.

Doch worum geht es überhaupt? Prey ist in einer fiktiven Zukunft angesiedelt. Die internationale Raumstation Thalos I ist der Stolz der Menschheit. Hier arbeiten die besten Wissenschaftler der Welt und experimentieren, forschen und erkunden eifrig den Weltraum. Es kommt wie es kommen muss: es gibt eine Katastrophe, nahezu die komplette Besatzung der Station segnet das Zeitliche und wir müssen die Sauerei wieder aufräumen. Was sich simpel anhört, wird zeitweise zum echten Sci-Fi Thriller und bietet dem Spieler eine Menge Unterhaltung.

Cleverer Genre-Mix

Zwar steuert ihr euer Alter Ego "Morgan Yu" aus der Ego-Perspektive, doch Prey ist, im Gegenteil zu seinem Vorgänger aus dem Jahr 2006, weitaus mehr als "nur" ein Shooter. Zwar findet ihr Waffen, Granaten und allerhand andere nützliche Werkzeuge, dennoch ist nicht immer der Konfrontationskurs der richtige Weg. Ihr könnt oft genug, ähnlich wie in Dishonored, einen leisen Weg durch das feindliche Terrain finden. Das spart Munition und ist zudem fordernd. Dieser aus Bioshock bekannte Mix aus unterschiedlichen Genres macht auch in Prey sehr viel Spaß.

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Den Rambo zu spielen kostet in der Regel reichlich Munition. Diese ist aber spärlich in der Raumstation gesät. Daher solltet ihr immer die richtige Balance aus Action und Stealth suchen. Hilfreich dabei: die erlernbaren Skills. Im Laufe der Zeit könnt ihr euch der Fähigkeiten der Alien-Brut annehmen und diese mit eigenen Mitteln schlagen. Doch Vorsicht: Lasst ihr euch mit zu viel Alien-DNA ein, haben es die gefährlichen Selbstschussanlagen auf euch abgesehen. Die "menschlichen" Skills hingegen bringen euch zum Beispiel mehr Lebenspunkte und lassen euch noch leiser durch die Gänge schleichen - ebenfalls extrem hilfreich! 

Entdecke den Weltraum

Thalos I ist eine beeindruckende Spielwiese: Unzählige Abteilungen, versteckte Räume und leblose Crew-Mitglieder warten darauf gefunden zu werden. Je nach Spieltempo werdet ihr als allerhand zu tun haben. Zumal einige Abschnitte der Station erst nach dem Freischalten bestimmter Skills zu betreten sind.

Ebenfalls cool: Ihr dürft den Weltraum selbst erkunden. Bestimmte Schleusen ins All könnt ihr recht früh im Spiel nutzen und euch ein Bild der Raumstation von außerhalb machen. Doch Vorsicht: das Manövrieren in der Schwerelosigkeit bedarf ein wenig Gewöhnung.

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Grundsätzlich gibt es neben den Haupt- und Nebenmissionen vieles zu entdecken. Unzählige Schriftstücke und Audio-Logs warten darauf, von euch gefunden zu werden. Das lohnt sich auch. Denn selbst die E-Mails auf den Computern und Logbücher haben einige interessante Infos und Hintergrundgeschichten zu erzählen. Wer komplett in Prey eintauchen möchte, der wird dabei seine helle Freude haben.

Do it youself

Geht euch irgendwann die Munition aus, könnt ihr euch hoffentlich selbst helfen. Auf jeden Fall dann, wenn ihr eifrig Materialien gesammelt habt. Alle Gegenstände (selbst Bananenschalen!) könnt ihr zu wertvollen Ressourcen umwandeln. Damit könnt ihr dann Munition, Mods, MediKits und Waffen herstellen. Es lohnt sich also, ganz im Stile der Bioshock-Spiele, jeden Mülleimer nach jeglichem Abfall zu durchsuchen und diesen mitzunehmen.

Doch auch hier werdet ihr an eure Grenzen stoßen, denn euer Inventar bietet nicht unendlich viel Platz - da muss gehaushaltet werden! Selbst wenn ihr einmal eine Menge Zeug gehortet habt, könnte euch der nächste Gegner schon wieder das eine oder andere Healthpack kosten. Sparsamkeit ist hier der richtige Weg.

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Fazit

Wo Prey drauf steht ist nicht (das alte) Prey drin. Die "Arkane Studios" gehen mit dem Reboot der Serie neue Wege, die wir aber bereits aus BioShock und Dishonored beackert haben. Dennoch bietet Prey viele interessante neue Elemente, die das Spiel zu einem wirklich guten Action-Spiel machen.

Wer nach einem geistigen Nachfolger von System Shock sucht und zuletzt gerne durch die düsteren Gänge der Unterwasserstadt Rapture gestreift ist, der muss sich den Titel unbedingt anschauen. Doch auch jeder Spieler, der gerne Action, Stealth oder Rollenspiele mag, kommt um Prey kaum herum. Mit der kostenlosen Demo im PSN könnt ihr jedenfalls schonmal einen ersten Blick darauf werfen - und dann entscheiden, ob euch das fantastische Abenteuer im Weltraum lockt, oder nicht.

Wir geben Prey daher 9 von 10 entdeckte Crewmitglieder, 85 von 100 gefundene Audio-Logs und 4 von 5 verarbeitete Bananenschalen.

Prey ist erhältlich für PlayStation 4, Xbox One und den PC.

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