9 Schwänze für ein Halleluja

"Naruto Ultimate Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4" im Test

9 Schwänze für ein Halleluja: "Naruto Ultimate Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4" im Test 9 Schwänze für ein Halleluja: "Naruto Ultimate Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4" im Test Foto: Bandai Namco Entertainment

Mit dem vierten Teil der "Ultimate Ninja Storm"-Saga betritt der Ninja-Clan zum ersten Mal die große Bühne auf PlayStation 4 und Xbox One. Neben der audiovisuellen Frischzellenkur bietet der Titel aber auch viel Neues in Sachen Spielmechanik.

Die japanischen Entwickler CyberConnect2 stehen für viel Liebe zum Detail und Manga-Umsetzungen, die extrem treu mit ihrem Ursprungsmaterial umgehen: Bereits 2003 erschien ihr erstes Naruto-Videospiel, damals noch für die Playstation 2. Unzählige weitere Teile sollten folgen, nebenbei durften sich die Entwickler bei Titeln wie dem PS3-Geheimtipp Asura's Wrath und JoJo's Bizarre Adventure austoben.

Allen voran Quick-Time-Events haben die Entwickler mit Asura's Wrath bereits perfektioniert, das durchaus spaßige Erbe erkennt man nun auch in Ultimate Ninja Storm 4 wieder: Wer den Story-Modus zockt, der spielt weniger Prügelspiel, als vielmehr einen lebendig gewordenen Manga.

Die Handlung kümmert sich primär um das Finale der Saga, womit zumindest alle Neueinsteiger erstmal kräftig vor den Kopf gestoßen werden. "Wer? Wo? Was zum Geier?" sind Fragen, die euch als Naruto-Noob praktisch jede Sekunde durch den Kopf hallen.

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Da hilft es eher weniger, dass die Story vor allem durch ellenlange Zwischensequenzen präsentiert wird, welche den durchaus aktiven Flow der Kämpfe unnötig stark unterbrechen. Wirklich greifen tut diese Kritik jedoch nur bei allen Naruto-Anfängern – Die-Hard-Fans der Serie dürften keine Probleme damit haben.

Insgesamt unterhält euch der Story-Modus für rund 10 Stunden, doch Ultimate Ninja Storm 4 bietet noch weit mehr: Von Standard-VS-Matches mit komplett anpassbaren Regel-Sets, über Survival- (mehrere Gegner-Wellen überleben), Online- und dem ebenfalls eigenständigen Abenteuer-Modus, der nach den Ereignissen der Story angesiedelt ist, könnt ihr hier unzählige Stunden als glücklicher Hobby-Ninja verbringen.

Gewöhnungsbedürftige Kämpfe mit Finesse

Die Kampfmechanik auf dem Feld ist zuerst gewöhnungsbedürftig, entpuppt sich aber nach einigen Stunden als äußerst fundiert und mit mehr Tricks versehen, als zuerst ersichtlich. Neben dem obligatorischen Sprung / Doppelsprung und einer damit verbundenen Ausweichrolle, malträtiert ihr den Attack-Button für ellenlange Kombos und entfacht sogenannte Chakren, in Kombination mit anderen Knöpfen auch gerne als "Chakra Dash" oder als "Chakra Charge".

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Brandneu ist die Möglichkeit noch während des Kampfes zwischen unterschiedlichen Helden der Serie zu wechseln: Diese teilen sich eine Lebensleiste und bauen auch ihre Super-Fertigkeiten (Awakenings und Ultimative Jutsus) gleichzeitig auf. So könnt ihr eure Anzeige beispielsweise mit Naruto auffüllen, um dann zu Chōji Akimichi zu wechseln und dessen Ultimative Jutsu zu nutzen.

Wall-Runs – also das Rennen an Wänden – gab es schon seit längerer Zeit nicht mehr in der Serie, mit Teil 4 feiert das Feature seine Rückkehr. Das Nutzen diverser Gegenstände im Kampf ist ebenfalls ein alter Hut, mittlerweile aber stark begrenzt: Wer alle seine Gegenstände bereits in der ersten Runde aufbraucht, kann diese nicht mehr im späteren Kampf nutzen.

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Charaktere en masse

Insgesamt dürft ihr im Spiel auf über 61 Charaktere zurückgreifen, wobei die wahre Anzahl an spielbaren Helden durch alternative Kostüme, zusätzliche "Day 1"-DLCs und freischaltbare Varianten schnell so undurchsichtig wird, dass eine Zählung aller Alternativen schweißtreibend ausfällt. Um es kurz zu machen: Naruto-Fans schweben hier im siebten Himmel, während mir als Manga-Verweigerer die Namen und Portraits kaum etwas sagen.

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Durch die neue Möglichkeit zwischen den Helden zu wechseln, solltet ihr eure Partner mit Bedacht wählen: Der Schwerpunkt verlagert sich eindeutig in Richtung eines gut variierten Ninja-Teams. Anfänger wie ich müssen hier viel ausprobieren, um eine gute Kombination zu finden.

Audivisuell bietet CyberConnect2 mit dem ersten, für Xbox One und PlayStation 4 entwickelten Serienteil nochmal eine ganze Schippe auf die ohnehin nicht ganz unhäßlichen Vorgänger drauf: Soundeffekte, Stimmen, grafische Effekte und Charaktermodelle sind auf extrem hohen Niveau und verwöhnen selbst Liebhaber der Animes. Da gibt es abseits der vielen Standbilder im Story-Modus nichts zu mäkeln.

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Fazit

Für mich persönlich bleibt Naruto leider ein Buch mit sieben Siegeln: Trotz der famosen, audiovisuellen Kulisse und den wirklich aberwitzig vielen Charakteren, finde ich einfach keinen Zugang zum Ninja-Harry-Potter in Spe. Dabei dürfte ich sicher nicht der einzige sein, denn für komplette Neueinsteiger bietet Ultimate Ninja Storm 4 einfach zu wenige Erklärungen, sei es auf Kampf- oder auf Handlungs-Ebene.

Dabei denke ich kaum, dass sich die versierten Entwickler von CyberConnect2 dessen nicht bewusst gewesen sind: Sie haben das Spiel eben für die Die-Hard-Fans von Naruto entwickelt, und genau die werden hier auch mit einer extrem dicken Packung ausgezeichnet bedient.

Kritikwürdig – selbst für die Fans – sind in diesem Fall einzig die vielen Standbilder im Story-Modus, welche den hervorragenden Flow unnötig ausbremsen, sowie einige technische Unzugänglichkeiten, welche sich primär (erneut!) im Netcode verstecken und Online-Matches für einige Spieler zur Qual werden lassen.

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Diesbezüglich noch fix ein Hinweis für alle PC-Zocker: Hier kommt der Titel unverständlicherweise mit 30-FPS-Lock daher, außerdem ärgern Soundprobleme und zusätzliche Frame-Drops innerhalb der Kämpfe die Community. Kurz: Die PC-Version scheint technisch nicht gut angepasst zu sein.

"Naruto Ultimate Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4" erhält von uns 7 von 10 brennenden Fuchsschwänzen, 3 von 5 Chakren und 77 Prozent Ninja-Vibe.

"Naruto Ultimate Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4" ist erhältlich für Xbox One, PlayStation 4 und PC.

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