"Over the Rainbow"

"Kirby und der Regenbogen-Pinsel" im Test für Wii U

"Over the Rainbow": "Kirby und der Regenbogen-Pinsel" im Test für Wii U "Over the Rainbow": "Kirby und der Regenbogen-Pinsel" im Test für Wii U Foto: Nintendo

Nintendo zeigt sich weiter in bester Experimentier-Laune: Kirby rollt diesmal in knuffiger Knet-Optik über den Bildschirm. Wir liefern den Test zum neuen Abenteuer.

Es ist zunächst kaum nachvollziehbar, warum Nintendo „Kirby und der Regenbogen-Pinsel“ als Spiel für die Wii U veröffentlicht, obwohl die wesentliche Spielmechanik doch laut nach dem 3DS ruft: Anstelle Kirby selbst zu kontrollieren, malt ihr seinen Kurs per „Regenbogen-Pinsel“ auf den Touchscreen des Wii U Game Pads.

Mal davon abgesehen, dass die Mechanik auch zu spielerischen Abstrichen führt, wundert uns dieser Schritt: Auf dem Nintendo 3DS hätte der Titel ungleich weniger Programmier-Ressourcen gefressen und wäre visuell sicher ebenbürtig machbar gewesen. Das Problem: Anstelle die knuffige Knet-Optik auf dem großen HD-Bildschirm genießen zu können, schaut ihr dank der Spielmechanik beinahe zu 90 Prozent einzig und allein auf den kleinen Bildschirm des Game Pads.

Farbrausch "Kirby und der Regenbogen-Pinsel" - Screenshots 20 Fotos

Ein Topf Gold am Ende des Regenbogens?

Aber wir wollen nicht gleich zu Beginn mit Kanonen auf Kirbys schießen: „Kirby und der Regenbogen-Pinsel“ hat durchaus seine Qualitäten, auch wenn die Spielmechanik auf den ersten Blick sehr simpel erscheint. Mit dem Game Pad Stylus zaubert ihr einen bunten Regenbogen auf den Bildschirm, über den Kirby in die vorgezeichnete Richtung kullert.

Dabei gibt es einige Dinge zu beachten: Kirby baut ein gewisses Momentum auf, so dass ihr auch größere Flächen im „freien Flug“ überbrücken könnt und öfters auch müsst. Bereits im zweiten Level gibt es Flächen, auf denen ihr nicht zeichnen könnt: Hier heißt es sorgsam planen, um Kirby wirklich alle Extras aufsammeln zu lassen.

Zusätzliche Geschwindigkeit baut das rosa Plüschkissen auf, wenn ihr Kirby mit dem Stift antippt. Auf diese Weise werden auch die meisten Gegner aus dem Weg geräumt. Wer 100 Sterne gesammelt hat, verwandelt Kirby in eine Riesenkugel, der kaum ein Hindernis standhalten kann. So gelangt ihr auch in die letzten Level-Ecken. Nebenbei modifiziert ihr mit euren Zeichnungen die Umgebungen: Stoppt Lavaflüsse und Wasserfälle, oder macht Kirby den Weg frei, indem ihr Mauern einreißt.

Apropos Riesenkugel: Der unaufhaltbare Kirby lässt sich per eingescanntem Kirby-Amiibo in einem Level pro Tag dauerhaft nutzen. Das versprüht ein wenig „Cheater“-Flair, Anfänger ohne Star-Allüren sollten den Bonus aber mitnehmen. Zusätzliche Boni streicht ihr per „Meta-Knight“- und „König Dedede“-Amiibo ein.

Der Clou am Regenbogen-Pinsel: Eure Zeichenkünste zehren am Farbvorrat. Leider füllt sich dieser aber meist so schnell wieder auf, dass die dahinterliegende Mechanik – zumindest für Anfänger ohne Speedrun-Absichten – recht sinnlos erscheint. Sie verhindert lediglich, dass ihr den kompletten Bildschirm mit Linien vollkleckert.

Wer mit seiner „Zauberlinie“ nicht zufrieden ist, der kreuzt die gezeichnete Linie einfach mit einer neuen, worauf sich erstere in der Luft auflöst. Aufgelockert wird die Spielmechanik durch zahlreiche Level, in denen Kirby fest auf einer Linie verankert ist, oder zu den typischen Verwandlungen greift: Panzer-Kirby ballert Feinde vom Bildschirm, unter Wasser setzt sich Kirby eine Taucherbrille auf und reagiert behäbiger auf eure Eingaben, während er als U-Boot Kirby Torpedos verschießt.

Nintendo-typisch gibt es in jedem Level zahllose Sterne einzusammeln, welche am Ende in die Wertung einfließen. Perfektionisten müssen den Pinsel nicht nur ziemlich präzise einsetzen, sondern auch mal um die Ecke denken, um an wirklich alle Sterne zu kommen. Außerdem gibt es natürlich jede Menge Geheimnisse zu entdecken: Forschernaturen werden belohnt!