Die Quintessenz des Sammeltriebs

"Disney Infinity 3.0" im Test für PlayStation 4

Die Quintessenz des Sammeltriebs: "Disney Infinity 3.0" im Test für PlayStation 4 Die Quintessenz des Sammeltriebs: "Disney Infinity 3.0" im Test für PlayStation 4 Foto: Daniel Hecht

Der virtuelle Baukasten von Disney wächst und gedeiht: Im neuesten Teil kommt „Star Wars“ hinzu. Wir liefern den Test.

"Disney Infinity 3.0" dürfte 2015 auf ziemlich vielen Wunschzetteln stehen und ähnlich viele Eltern vor große Fragen stellen: Sind wirklich alle Figuren damit kompatibel? Wieso kaufe ich überhaupt "richtiges" Spielzeug für ein "virtuelles" Videospiel? Und was hat es mit diesen Playsets auf sich?

Fragen über Fragen, die 2015 einer noch wichtigeren Frage Platz machen sollten: "Soll ich mir Disney Infinity 3.0 überhaupt zulegen, oder mein hart verdientes Geld lieber auf die Konkurrenten Lego Dimensions oder Skylanders Superchargers setzen?"

Tatsächlich betritt 2015 mit Lego Dimensions ein weiterer Konkurrent den Markt der „Spielzeugfiguren-Videospiele“, während mit Skylanders Superchargers ein neuer Teil der populären Spielzeug-Serie in die Regale drängt. Allen drei Spielen ist gemein, dass sie „reales“ Spielzeug mit ebenso „realen“, und per USB an die Konsole angeschlossenen Plattformen direkt ins Videospiel einbinden können.

Yoda vs. Pikachu, Anakin vs. Poo Disney Infinity 3.0 Figuren im Vergleich mit Amiibos und Co. 37 Fotos

Nach mehreren Jahren Entwicklungszeit können wir zumindest eine Sache festhalten: Lohnen tun sich alle drei Titel, sie sind über die Zeit gereift, wenn auch die spielerischen Ansätze höchst unterschiedlich ausfallen.

Wer die Spiele nicht selbst zocken, sondern seinen Kindern einen pädagogischen Mehrwert liefern will, ist hingegen sicher am besten mit Disney Infinity 3.0 oder Lego Dimensions aufgehoben: Ersteres bietet die „Toybox“, eine umfassende Möglichkeit virtuelle Inhalte selbst zu erstellen, diese online zu teilen und zu bespielen. Letzteres setzt mit echten Lego-Teilen zum „selber bauen“ auf das pädagogisch anerkannte Lego-Credo.

Last but not least: Skylanders Superchargers ist eher Action-orientiert, gibt sich in Sachen Spielmechanik aber keine Blöße. Da ist die Auswahl zum „richtigen“ Spiel für die Kleinen daheim eher eine Frage des subjektiven Geschmacks.

Disney macht einem die Wahl zu "Disney Infinity 3.0" mit der wohl größten Auswahl populärer Heldenfiguren sicher am einfachsten: Star Wars ist beliebt wie eh und je und wird dank des neuen Kinofilms, der im Dezember 2015 auch hierzulande in den Kinos anlaufen wird, äußerst einfach. Hinzukommt der beinahe unüberschaubar große Figurenkosmos von Marvel: Der Hulkbuster, Spiderman und Nick Fury gesellen sich auch 2015 an die Seite der neuen Pixar-Helden aus „Alles steht Kopf“ und klassischen Disney-Figuren wie Schneemann Olaf, Mickey Mouse und Mulan.

Nett: Ältere Figuren sind merklich im Preis gesunken und kommen oft für 5 bis 8 Euro in eure Sammlung. Alle bislang erhältlichen Figuren haben wir für euch in einer riesigen Bilderstrecke zusammengefasst:

Von Marvel bis Star Wars, von Cars bis Micky Maus Disney Infinity 3.0 - Alle Figuren auf einen Blick 81 Fotos

Wie funktioniert Disney Infinity 3.0?

Bevor wir über das eigentliche Spiel reden, wollen wir kurz nochmal etwas weiter ausholen, um Neueinsteiger besser auf das Spiel vorzubereiten: Wer in die Welt von "Disney Infinity 3.0" einsteigen will, sollte sich zuerst um ein Einsteiger-Set kümmern.

Aktuell kommt dieses in Form des Star Wars Einsteigersets daher, welches inklusive dem Spiel, dem „Twilight of the Republic“-Playset, zwei Figuren und der Portal-Plattform (alias "Base") daherkommt: Letztere lässt sich per USB an die Konsole bringen und dient als Schnittstelle für Figuren und Playsets (kleine, durchsichtige Plastikteile).

Die Kompabilität der Figuren untereinander ist übrigens immer gegeben: Egal ob Disney Infinity, Disney Infinity 2.0, oder die brandneuen 3.0'er, alle gekauften Figuren lassen sich im Spiel verwenden.

Jetzt kommt das große Aber: In den Playsets, also den „Kampagnen“ des Spiels, lassen sich nur die dazugehörigen Figuren verwenden. So ist es beispielsweise nicht möglich, mit Schneemann Olaf durch das Star Wars Abenteuer „Twilight of the Republic“ zu springen, wohl aber durch alle in der Toy Box generierten Welten.

Noch wichtiger: Playsets aus 2.0 (beispielsweise Marvel) und 1.0 funktionieren nicht mehr in Disney Infinity 3.0, sondern liefern nur die entsprechenden Objekte für die Toybox.

Ganz egal in welcher Spielwelt ihr euch gerade herumtreibt: In Sachen Spielmechanik bleibt Disney der Serie treu und offeriert die bereits aus den Vorgängern bekannten Elemente. Wer bereits ein "Lego"-Videospiel gezockt haben sollte, findet sich in der ähnlich bunten Genre-Mixtur binnen Sekunden zurecht: Springt über Plattformen, rutscht über Geländer, nutzt Fahrzeuge und Raumschiffe, klappert Quest-Hubs ab und erledigt eine lustige Aufgabe nach der anderen.

Hinzukommen ein ausgefeiltes Kampfsystem, welches auf einen Talentbaum, wilde Kombos und Block-Möglichkeiten setzt, sowie die Möglichkeit jederzeit einen zweiten Spieler an seine Seite zu holen: Stellt einfach die gewünschte Figur auf die Plattform und springt gemeinsam in die vielen Abenteuer, die euch Disney Infinity 3.0 zu bieten hat.

Und keine Angst: Der Schwierigkeitsgrad ist sehr ausgewogen und dürfte vielen "Hardcore"-Spielern eventuell schon als zu leicht daherkommen. An dieser Stelle nimmt Disney sein Spiel mehr als "Spiel" und weniger als "Herausforderung". Zum Glück lässt sich der Schwierigkeitsgrad auch im laufenden Spiel anpassen, während sich Profis an zahlreichen Extra-Herausforderungen versuchen können. 

Die in den Playsets enthaltenen Abenteuer werden derweil von zahlreichen Zwischensequenzen unterbrochen, die zumindest in der von uns getesteten, englischen Sprachfassung stets auf hervorragende, teils originale Synchronsprecher setzen.