Zwei Sticks für ein Halleluja

Alienation im Test für PlayStation 4

Zwei Sticks für ein Halleluja: Alienation im Test für PlayStation 4 Zwei Sticks für ein Halleluja: Alienation im Test für PlayStation 4 Foto: SCE
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Der finnische Entwickler Housemarque ist eines der Studios die nicht im Rampenlicht stehen, aber regelmäßig mit Überraschungshits für Playstation-Fans um die Ecke kommen.

Neben Super Stardust und Resogun machte vor allem das 2010 veröffentlichte Dead Nation auf sich aufmerksam. Der Twin-Stick-Shooter war ein Highlight für Koop-Fans und Freunde von abgedroschenen Zombie-Klischees. Nach ähnlichem Rezept hat Housemarque nun den neuesten Titel Alienation gekocht. In unserem Test verraten wir, ob das Spiel dem guten Ruf der Entwickler gerecht wird.

Eine Alien Invasion auf der Erde. Wir sind die einzigen Menschen, die das Schicksal der Welt ändern können. Mit Hilfe spezieller Kampfanzüge werden wir zur letzten Bastion der Menschheit gegen die Gefahr aus dem Weltraum.

Das klingt nicht gerade originell, aber klar, Klischees müssen bedient werden. Hand auf die Brust: Wollen wir es denn überhaupt anders? Denn bereits die Geschichte von Dead Nation war wunderbar abgedroschen und von Filmen und Spielen hunderte Male durchgekaut. Doch bei so viel geballter Action ist es manchmal gar nicht so schlimm, wenn die Handlung im Hintergrund daher plätschert.

First things first: Bevor wir in unser erstes Gefechte springen, müssen wir uns für eine der drei verfügbaren Klassen entscheiden. Der Bio-Experte präsentiert sich als eine Art Heiler, der aber dennoch ordentlich austeilen kann. Der Saboteur kann sich mit allerhand Tricks wie Unsichtbarkeit und Luftschlägen behelfen und der Frontkämpfer ist der klassische Tank der viel einstecken, aber genauso gut austeilen kann. Idealerweise spielen wir Alienation entweder online mit Freunden oder zufälligen Spielern kooperativ, um die Vorzüge jeder Klasse im Spiel nutzen zu können. Solisten kommen aber ebenfalls auf ihre Kosten und werden gut unterhalten.

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Loot, Shoot, Loot

Was Alienation grundsätzlich vom geistigen Vorgänger Dead Nation unterscheidet ist die Jagd nach dem besten Equipment. Wie aus Rollenspielen und Shootern (The Division, Destiny, Borderlands) gewohnt, finden wir neue Ausrüstungsgegenstände unterschiedlicher Qualitäten. Diese können wir im Verlaufe des Spiel zudem Verbessern oder gegen Verbrauchsmaterialien zerstören.

Doch aus eigener Erfahrung macht es nur selten Sinn, seine Waffe für Rohstoffe zu verbessern, denn hinter der nächsten Ecke könnte schon eine Kiste mit besserem Loot auf uns warten.

Insgesamt tragen wir drei unterschiedliche Waffen mit uns durch die 20 Missionen, die unter anderem in der Ukraine und Alaska zu bewältigen sind. Primär-, Sekundär und Schwere Waffe. Dabei arbeiten wir mit Pulse Gewehren, Flammenwerfern und Raketenwerfern. Das Arsenal an Waffentypen ist zwar überschaubar, doch die unterschiedlichen Angriffswerte der Ballermänner bringen etwas Abwechslung ins Spiel.

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Am Stick der Zeit

Das Gameplay des Spiel ist genauso simpel wie genial: Mit der Twin-Stick-Steuerung überwältigen wir problemlos Gegnerhorden und setzen unsere Fähigkeiten gezielt ein, um unseren Punktemultiplikator in die Höhe zu treiben. Wie heutzutage üblich genießen wir in Alienation eine Art Charaktersystem, mit dem wir unser Alter Ego stärken können. Hierbei schalten wir nicht nur neue Fähigkeiten frei, sondern können diese auch verbessern. Dabei haben wir stets zwei Auswahlmöglichkeiten, wie zum Beispiel eine verlängerte Dauer oder erhöhter Schaden des Skills.

Ansonsten spielt sich Alienation genauso, wie es sich für einen Top-Down-Shooter gehört. Das Zielen ist präzise, die Bewegungen und Animation sind sauber und flüssig und selbst in brenzligen Situationen gibt es nahezu immer einen Ausweg. Denn Objekte wie Autos oder Ölfässer können mit dem richtigen Timing zu tödlichen Sprengfallen für die Übermacht aus dem All werden.

Selbst die hin und wieder erscheinenden "Horden" können so einigermaßen in Schach gehalten werden. Auch wenn die Flut an Gegnern nicht selten mit einem taktischen Rückzug aufgehalten werden muss. Allgemein ist Alienation nicht ganz der Daueradrenalinkick wie Dead Nation. Die Areale sind etwas größer und offener und die Verschnaufpausen zwischen den Kämpfen können selbst bestimmt werden.

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Mehr Zerstörung bitte!

Bereits mit Resogun hat Housemarque bewiesen, dass selbst kleinere Titel das volle Potenzial der Playstation 4 ausschöpfen können. Das zeigt sich auch bei Alienation. Das bunte Effektfeuerwerk, die spektakulären Explosionen und die stimmungsvollen und liebevoll gestalteten Level sind ein echter Augenschmaus. Grafik-Fetischisten werden also nicht nur aufgrund der enormen Durchschlagskraft eines Flammenwerfers das eine oder andere Alien brutzeln wollen.

Veteranen, die bereits Housemarques Zombie-Jagd hinter sich gebracht haben, können sich zudem getrost an den schwierigsten Schwierigkeitsgrad "Veteran" wagen. Die anderen Modi, Rookie und Professional können, auch aufgrund des eher eintönigen Leveldesigns nach einer Weile etwas anspruchslos werden. Wer das Ganze noch weiter auf die Spitze treiben möchte, der kann zu Beginn des Spiels den "Harcore"-Modus wählen. Hier verabschieden wir uns nach einem Ableben permanent von unserer Spielfigur und müssen das Spiel von vorne beginnen.

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Fazit

Schon seit längerem habe ich mich auf Alienation gefreut. Denn schon Dead Nation hat mir besonders im kooperativen Spiel mit Freunden sehr viel Spaß gemacht. Housemarques neuestes Werk liefert mit dem Alien-Shooter nicht nur einen Aufguss, sondern eine Verbesserung des Bekannten für alle Playstation-Spieler.

Einzig fehlt mir persönlich der lokale Koop-Modus, den der Entwickler allerdings noch nachliefern möchte. Freunde von spannend erzählten Geschichten und einer dichten Story werden bei Alienation sicher nicht auf ihre Kosten kommen, aber alle die mit ein paar Freunden etwas Dampf ablassen wollen – zumal der Titel mit 20 Euro viel Inhalt für den Preis bietet.

Alienation bekommt von uns 8 von 10 Power-Ups, 84 von 100 erledigten Aliens und 4 von 5 geladene Magazine.

Alienation ist per Download im PlayStation Network erhältlich.

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