Festival 2016 in Weeze

Parookaville ist auf Unwetter vorbereitet

Festival 2016 in Weeze: Parookaville ist auf Unwetter vorbereitet Festival 2016 in Weeze: Parookaville ist auf Unwetter vorbereitet Foto: TONIGHT.de/Rico Engelhardt
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Wegen Unwettern wurde Rock am Ring abgebrochen. In knapp sechs Wochen steht Parookaville an. Grund für Unruhe beim Veranstalter?

Wie nimmt man als Veranstalter eines vergleichbaren Festivals solche Ereignisse wie die vom Wochenende bei Rock am Ring wahr?

Bernd Dicks: Diese extreme Ausnahmesituation möchte natürlich kein Veranstalter erleben, da die Sicherheit der Festivalgäste und der Mitarbeiter immer und zu jedem Zeitpunkt über allem steht. Natürlich haben wir uns am Wochenende die Situation aus der Ferne sehr genau angeschaut und hatten auch Kontakt zu mehreren Personen, die vor Ort waren und uns berichtet haben. Insgesamt haben wir den Eindruck, für Parookaville auch für solche Extremsituationen vorbereitet zu sein. Auch, weil Rock am Ring auf einer völlig freien Fläche in Mendig stattfindet und wir an den meisten Stellen von Wäldern und Gebäuden umgeben sind.

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Sind Sie selbst bei Festivals schon einmal in ähnliche Situationen geraten?

Dicks: Beinahe, ich war vor wenigen Jahren in England auf dem "Creamfields"-Festival. Da gab es auch zwei Tage heftige Unwetter und Unmengen an Regen. Das Festival dort wurde am zweiten Tag abgebrochen, weil tonnenweise Schlamm in die Veranstaltungszelte und Bühnenbereiche gespült wurde und die Bühnen nicht mehr standsicher waren.

Hat das Geschehen in der Eifel Auswirkungen auf Parookaville 2016?

Dicks: Wie alle Veranstalter von großen Events haben auch wir im Sicherheitskonzept solche und viele weitere Extremsituationen berücksichtigt.

Stichwort Eigenverantwortung: Sind Besucher von Veranstaltungen unter freiem Himmel im Zeitalter von ständigem Internetzugang und damit Zugriff auf Wetterdaten und -vorhersagen vielleicht besser als noch vor zehn Jahren in der Lage, auch selbst Entscheidungen über den sicheren Verbleib auf einem Festival-Gelände zu treffen?

Dicks: Wenn man die Netzwerk-Aktivitäten bezüglich Rock am Ring verfolgt hat, wurde ganze Arbeit geleistet. Lange im Vorfeld und dann quasi stündlich wurden die Festivalgänger über die Wetter-Situation mit entsprechenden Grafiken informiert. Ich persönlich hätte daraus sehr konkrete Schlüsse gezogen und mich rechtzeitig ins Auto oder ins Zelt begeben. Aber natürlich darf man als Veranstalter nicht darauf vertrauen, dass alle diese Rückschlüsse ziehen können oder wollen. Deshalb haben wir auch bei Parookaville mehrere Möglichkeiten, die Gäste zu informieren und ihnen Empfehlungen auszusprechen.

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Im Premierenjahr von Parookaville spielte das Wetter mit, damals war es weitgehend trocken und heiß. Eiswürfel waren einer der Verkaufsschlager. Lediglich nachts gab es ein, zwei kurze Regengüsse. Gibt es schon Prognosen für die 2016er Auflage?

Dicks (lacht): Also, ich komme ja aus einer landwirtschaflichen Familie, deshalb weiß ich, dass es grundsätzlich am dritten Juliwochenende eine durchaus hohe Wahrscheinlichkeit für gutes Wetter gibt. Trotzdem sollte man die Daumen drücken.

Quelle: RP