Modemarke Juvia

Judith Dommermuth - vom Model zur Unternehmerin

Modemarke Juvia: Judith Dommermuth - vom Model zur Unternehmerin Modemarke Juvia: Judith Dommermuth - vom Model zur Unternehmerin Foto: RP/Andreas Bretz
Von |

Sie ist ständig auf Achse. Wenn sie nicht zwischen Düsseldorf, wo ihre Eltern und die Zwillingsschwester in Oberkassel wohnen, und ihrem Atelier in Köln pendelt, fliegt sie zum Foto-Shooting nach Kapstadt, ist in Los Angeles, Paris oder New York unterwegs. "Aber jetzt ist erst mal zwei Wochen Pause", sagt Judith Dommermuth und freut sich auf den Winterurlaub in den verschneiten Bergen. "Die letzten drei Jahre waren so turbulent wie erfolgreich", erzählt die Jung-Unternehmerin, die sich den Traum von einer eigenen Modemarke mit dem Fantasienamen "Juvia" erfüllt hat.

"Das war eine verrückte Zeit mit einem randvollen Terminkalender", erinnert sich die schöne Brünette mit der Bob-Frisur. Als Model für Mode-Katalog-Aufnahmen stand sie vor der Kamera. In einer Stewardess-Uniform machte sie Werbung für Air Berlin. Überall, wo der Schriftzug der Airline auftauchte, sah man die inzwischen 40-Jährige als "Typ nettes Mädchen von nebenan", und außerdem war sie als Ehefrau des Internet-Milliardärs Ralph Dommermuth oft unterwegs - zum Dinner oder zur Vernissage, zum Segeln oder Treffen mit Freunden. Und dann hat ihr Mann sie auch noch zum Aufbau ihres eigenen Labels ermutigt.

Ex-Model Judith Dommermuth - image/jpeg Schön, schlau und schlagfertig: Ex-Model Judith Dommermuth gründete ihr eigenes Modellabel. "Ich hatte immer schon die Idee von farbenfrohen Shorts, Shirts, Hosen oder Hoodies, die man gemütlich auf der Couch, beim Einkaufen im Supermarkt und aufgemotzt im Club tragen kann. Aber nicht irgendwelche der Marke XY, sondern ich wollte Homewear, die gepflegt und edel aussieht", erklärt die Geschäftsführerin und Kreativdirektorin ihr Konzept. Jeder wünsche sich doch kuschelige Lieblingsteile, in denen er sich wohlfühlt und trotzdem gut angezogen ist. Wobei komfortabel nicht zu verwechseln sei mit ollen Jogginghosen oder abgetragenen Jacken. Offenbar hat Judith Dommermuth mit ihrem Mix den Nerv der Zeit getroffen und verkauft heute ihre Teile in 400 Geschäften in 14 Ländern. 2017 kommen dann noch die Männer dazu, dann geht auch die erste Herren-Kollektion an den Start.

Sie mag es, wenn's hoch hergeht, sie ist auf Erfolg programmiert und will "kein Model sein, das mal eben ein bisschen Mode macht". Sie sei kein "Typ fürs Nichtstun", betont die 40-Jährige. Juvia ist für sie kein Hobby einer verwöhnten Ehefrau, sondern ihre Firma mit 15 Mitarbeitern, für deren Erfolg sie verantwortlich ist. Und weil Jades, das Geschäft von Evelyn Hammerström in der Altstadt, ihr erster Kunde war, trifft sie dort so oft wie möglich ihre Freundinnen Monica Ivancan (die beiden haben sich vor mehr als 20 Jahren beim Modeln kennengelernt), Beauty-Ärztin Barbara Sturm und Verona Pooth, um in Ruhe zu shoppen. "Das macht in Düsseldorf mit seinen vielen super Läden und guten Restaurants richtig Laune." Am meisten ist sie davon beeindruckt, wie sauber die Stadt ("meine zweite Heimat") im Vergleich zu Köln ist und "wie viele gut gekleidete Menschen hier unterwegs sind".

Die 40-Jährige liebt das pralle Leben. Dabei könnte sie als Ehefrau eines vermögenden Unternehmers bestimmt einen Gang zurückschalten, oder? Ihre dunkelblauen Augen blitzen auf, diese Vorstellung behagt ihr gar nicht. Sie will auf eigenen Beinen stehen - so wie schon immer. Ihren ersten Werbeauftrag hatte sie mit sechs Jahren gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Britta für Pfanni-Reibekuchen. "Bei Werbeaufnahmen mit Kindern wurden gerne Zwillinge gesucht - damit diese zwischendurch ausgetauscht werden konnten." Mittlerweile sind die Geschwister wieder eng beruflich verbandelt. "Meine Schwester, die mit ihren Kindern einige Jahre auf Ibiza gelebt hat, ist nicht nur zurück in Düsseldorf", sagt Judith Dommermuth, "sie unterstützt mich auch in der Firma."

Quelle: RP