"The Endless River"

Warum man sich auf das neue Album von Pink Floyd freuen sollte

"The Endless River": Warum man sich auf das neue Album von Pink Floyd freuen sollte "The Endless River": Warum man sich auf das neue Album von Pink Floyd freuen sollte Foto: dapd
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Comeback-Alben großer Bands sind so eine Sache. Aber die für Oktober angekündigte Platte "The Endless River" könnte großartig werden. Nun hat also ein Sprecher von David Gilmour bestätigt, dass es im Oktober tatsächlich so weit sein wird: Dann soll das erste Album von Pink Floyd seit 20 Jahren erscheinen. Titel: "The Endless River".

Die Musik sei zu großen Teilen bereits 1994 aufgenommen worden, heißt es weiter, während der Sessions zur bislang letzten Platte von Pink Floyd, "The Division Bell". David Gilmour habe das Material in den vergangenen Wochen bearbeitet, neu arrangiert und Gesang hinzugefügt. Man weiß bei Comeback-Nachrichten großer Bands inzwischen ja nicht mehr so genau, ob sie Anlass zur Freude sind oder doch eher Angst machen sollten. In diesem Fall darf man aber wohl sagen: Das könnte ein schönes Album werden. "The Division Bell", zu dem sogar der Physiker Stephen Hawking Vocals beisteuerte, wirkte bei Erscheinen ein wenig aus der Zeit gefallen.

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Bands wie Blur und Oasis gaben damals den Ton an, und die epischen Aus- und Abschweifungen der Band, die sich noch immer Pink Floyd nannte, obwohl ihr Kopf Roger Waters längst gegangen war, mochten nicht jedem gefallen. Zumal es auf dem Album wirklich den einen oder anderen erschreckend schwachen Song gab, "Take It Back" etwa und "Keep Talking". Wer sich die restlichen Stücke aber heute noch einmal hört, wird überrascht sein, wie gut sie gealtert sind.

Liebevolles Miteinander zwischen Gilmour und Wright

David Gilmour hatte 1992 Keyboarder Richard Wright, der zwischenzeitlich als nur noch Angestellter zuarbeitete, als vollwertiges Bandmitglied zurückgeholt. Die Beiden blühten geradezu auf, ohne den despotischen Egomanen Roger Waters muss das Produzieren sehr angenehm gewesen sein. Sie schickten ihm denn auch prompt das gehässige "A Great Day For Freedom" hinterher. Wie liebevoll Gilmour und Wright miteinander umgegangen sein müssen, spürt man im Eröffnungsstück "Cluster One": Gilmours Gitarre und Wrights Piano schäkern miteinander, umschmeicheln sich.

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Wright schrieb an fünf Stücken mit, sang gar selbst, und zwar auf "Wearing The Inside Out", erstmals seit 21 Jahren, und es klingt angenehm unvirtuos, arglos geradezu. Gilmour und Wright orientieren sich am Sound des größten Klanggemäldes von Pink Floyd, an "Shine On You Crazy Diamond" vom "Wish You Were Here"-Album aus dem Jahr 1975. Und ihnen gelingen betörende Stücke wie "What Do You Want From Me" und "High Hopes", bei dem man automatisch die Hände faltet.

Polly Samson, die damalige Freundin und heutige Ehefrau David Gilmours, schrieb nun beim Kurznachrichtendienst Twitter, das kommende Album sei "der Schwanengesang" des 2008 an Krebs gestorbenen Richard Wright. "The Endless River" wird also eine Abschiedsplatte, ein Werk der Freundschaft.