Dean Blunt: "Black Metal“

Der Anwärter auf den Titel "Album des Jahres"

Dean Blunt: "Black Metal“: Der Anwärter auf den Titel "Album des Jahres" Dean Blunt: "Black Metal“: Der Anwärter auf den Titel "Album des Jahres" Foto: Veranstalter
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Diese Rubrik heißt Album der Woche, und falls in den nächsten acht Wochen nicht noch Entscheidendes passiert, handelt sie diesmal vom Album des Jahres.

Dean Blunt hat es veröffentlicht, der rätselhafte Kerl aus London, dessen Musik man nicht zuordnen kann, nur beschreiben: düster, verwaschen, benebelt, rhythmisch, skizzenhaft, verblasen und total in die Zeit passend. Früher bildete er mit seiner Lebensgefährtin Inga Copeland das Duo Hype Williams, und damals versuchte man die Produktionen der beiden noch mit Begriffen wie Avantgarde-HipHop und Post-Dubstep zu fassen, aber das haute alles nicht hin. Inga Copeland geht nun eigene Wege, privat und beruflich, und auch sie macht immer noch tolle Platten.

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Aber das aktuelle Album von Dean Blunt kann natürlich auch sie nicht übertreffen. "Black Metal" ist gewissermaßen das Gitarrenalbum des Elektronik-Fricklers. Und das Instrument passt tatsächlich zu diesen Kompositionen, denn das ist ja keine Led-Zeppelin-Gitarre, die man da hört, sondern eine aus dem Jahrgang 88/89, eine, die auch My Bloody Valentine, Slowdive oder Cocteau Twins benutzt haben könnten. Dreampop hieß das damals und womöglich ist das auch die erste zutreffende Bezeichnung für die Musik von Dean Blunt - jedenfalls dann, wenn man Träume nicht ausschließlich mit "schön" assoziiert.

Das Cover ist schwarz, die Innenhüllen sind schwarz, da sind keine Information zu sehen, nur der Sticker mit der Warnung an die Eltern, dass die Texte es in sich haben. Den hätte man sich indes ebenfalls sparen können, denn man versteht ohnehin nicht, was hier gesprochen wird - wenn denn mal gesprochen wird, Der Höhepunkt dieser Platte ist das 13 Minuten lange "Forever". Träge schleppt es sich dahin, es fehlen nur die Regengeräusche, dann hätte man es auch dem anderen müden Mann aus London zuschreiben können, nämlich Burial. Es gibt eine weibliche Stimme, man weiß nicht, ob sie klagt oder jubelt, und wer die 30-Minuten-Komposition "He Loved Him Madly" von Miles Davis schätzt, wird nun die Entsprechung für unsere Gegenwart finden.

Macht Dean Blunt also Jazz? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es ist egal, es ist einfach gut.

Quelle: RP