Familiäres Hauptstadtflair

Unterwegs in Düsseldorf-Flingern

Familiäres Hauptstadtflair: Unterwegs in Düsseldorf-Flingern Familiäres Hauptstadtflair: Unterwegs in Düsseldorf-Flingern Foto: Leah Hautermans

Flingern: Die Heimat von Fortuna Düsseldorf, Hipster-Kiez und Mordschauplatz. Das Stadtviertel hat viel zu bieten, ganz gleich, ob man den nördlichen oder südlichen Teil bevorzugt. Grund genug, sich Flingern mal genauer anzuschauen.

Es ist einer von diesen Oktobertagen, bei denen man in der Sonne den Nachklang des Sommers spürt und einem im Schatten der nahende Winter in die Jacke kriecht. Um sich also mit einem Kaffee zu wärmen, sucht man am besten das Café Hüftgold an der Ackerstraße auf. Dort gibt es neben dem lebensnotwendigen Koffein auch Kuchen, der im Mund zerfällt.

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Die Auswahl an dem hausgemachten "Hüftgold" wechselt ständig und ist unfassbar lecker. Das merkt man auch an den Gästen: Auch an einem Mittwochmorgen ist das kleine Café vollbesetzt.

Die ehemalige Waldgrafschaft Flingern war zu Zeiten von Kaiser Heinrich VI. nur dünn besiedelt. Heute merkt man davon nicht mehr viel. Während der Industrialisierung entwickelte sich der Stadtteil zu einem Arbeiterwohnviertel, in Flingern-Süd ist diese industrielle Struktur heute noch spürbar. Grün ist es hier aber immer noch, besonders in Flingern-Nord säumen viele Bäume die Straßen.

Cafés, Restaurants und schöne Straßenzüge Spaziergang durch Düsseldorf-Flingern 52 Fotos

Flingern wird noch immer in Flingern-Nord und Flingern-Süd unterschieden. Flingern-Nord ist hip, jung und bunt. Flingern-Süd ist so etwas wie das ungeliebte Geschwisterkind des Viertels, dabei hat auch dieser Teil viel zu bieten.

Im Sommer kann man im Clube Português unter Weinreben sitzen und leckere Tapas essen. Direkt daneben schaut Joseph Beuys auf uns herab: "Wer nicht denken will fliegt raus" steht dabei, die Streetart verbildlicht Flingerns Ruf als Zentrum für Intellektuelle und Künstler.

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Ein Highlight ist die Kiefernstraße, in deren Häuser die linke Szene ihren Platz gefunden hat. Die Straße wurde in den 80ern bekannt für Hausbesetzungen, heute leben dort Bewohner aus bis zu 45 Nationalitäten und verschiedensten sozialen Gruppen. Die Häuser sind fantasievoll gestaltet worden, nicht nur Streetart-Fans kommen hier bei einem Durchgang auf ihre Kosten.

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Das Zakk in der Fichtenstraße bietet ein Zentrum für alternative Kulturveranstaltungen. Egal, ob Konzerte, Partys oder Sprachkurse für Flüchtlinge, hier ist jeden Tag was los.

Flingern-Süd war in den 1920ern und frühen 30ern Schauplatz von einer brutalen Mordserie: Der sogenannte Vampir von Düsseldorf, Peter Kürten, verübte dort mindestens neun Morde und über 20 Mordversuche. Wie sein Spitzname vermuten lässt, wurde der Serienmörder Vampir genannt, weil er das Blut seiner Opfer trank – oder es zumindest versuchte.

"Wir sind flinGERN"

Flingern-Nord bietet als Kultur- und Einkaufsviertel alles von Kunstgalerien über eine ausgeprägte Gastronomieszene bis zu Designermodeläden. Durch den Modernisierungsboom wächst die Anwohnerzahl, immer mehr wollen in den neuen hochwertigen Wohnungsbauten leben. Flingern-Nord hat schon länger den Ruf, das Berlin Düsseldorfs zu sein und wer einmal dort gewesen ist, kann den Eindruck bestätigen. Flingern-Nord ist jung, hip und vielfältig.

Flingern-28 - image/jpeg Flingern ist ein recht eigenständiges Viertel, das zeigt auch der Blog flingern.net. Die Bewohner lieben ihr Viertel, weil alles, was man braucht, direkt um die Ecke ist. Man stellt sich schnell die Frage, wie oft die Flingeraner überhaupt die Grenzen zur Stadtmitte, zu Oberbilk oder Grafenberg überhaupt überqueren. Hübsche kleine Boutiquen reihen sich neben außergewöhnliche Restaurants und Cafés.

Eines dieser Restaurants ist das Cucina Vitale in der Ackerstraße, in der man in besonderer Atmosphäre liebevoll zubereitete Gerichte genießen kann. Das Restaurant ist klein und gesellig: Wenn es voll wird, wird man auch schon mal mit Fremden zusammengesetzt. So lernt man sich kennen – offen sind die Flingeraner auf jeden Fall.

Man kennt sich, das merkt man auf den Straßen: Fußgänger und Fahrradfahrer bleiben kurz stehen, um miteinander zu plaudern, der Fensterputz wird kurz unterbrochen, wenn eine Bekannte vorbei läuft.

Die Lindenstraße kurz hinter dem Hermannplatz bietet einige Läden, die zum Stöbern einladen. So unter anderem die Buchhandlung Regenborgen, die seit 1999 in Flingern beheimatet ist. Hier findet man eine persönliche Auswahl an Belletristik und Krimis, aber auch ein großes Angebot für Kinder und Jugendliche – dem kinderreichen Flingern angemessen.

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Im Concept Store 69m² gegenüber gibt es Buchstaben aller Art, coole Kunstdrucke und Kleidung. Wer im Sommer in diesem Viertel unterwegs ist, kann sich in Nordmanns Eisfabrik eine leckere Abkühlung holen.

Im Juni konnte bei "Flingern at night" wieder zu abendlicher Stunde eingekauft und die besondere Atmosphäre genossen werden. An dem Abend öffnete sich das Viertel für alle.

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