The Italian Job

Kochen wie die Mamma in Italien

The Italian Job: Kochen wie die Mamma in Italien The Italian Job: Kochen wie die Mamma in Italien Foto: Andreas Endermann
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Das Restaurant "The Italian Job" bietet traditionelle Küche an. Kleine Feinheiten und die gute Optik der Speisen machen das Besondere aus.

Wer in Düsseldorfs Stadtteil Derendorf wohnt, hat es gut - jedenfalls gastronomisch gesehen. In Derendorf nämlich gibt es überdurchschnittlich viele Restaurants. Kaum eine Straße, die ohne Griechen, Asiaten, Burgerbrater oder Trattoria auskommen muss. Und so ist es auch an der Roßstraße. Alle paar Meter, so scheint es, laden Gastronomen zu sich ein. Die Gäste belohnen diese Vielfalt und kehren gern ein, um Speisen aus fast aller Welt zu genießen. Kein Wunder also, dass Derendorf auch wirtschaftlich ein guter Standort ist und ein Lokal nie lange leer steht.

So war es auch, als das "Buvette" an der Roßstraße schloss. Die Chance ergriff Biagio Favazza. Der Gastronom eröffnete wenige Wochen nach dem Buvette-Ende sein Lokal, das er "The Italian Job" nennt. "Wir bieten zeitgemäße und traditionelle Küche Italiens", sagt er.

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Ein Essen beim Italiener beginnt ja klassisch mit Bruschetta

Erfahrene Gäste messen ein Restaurant an dieser Vorspeise. "The Italian Job" meistert diese Hürde gut. Die vier kleinen Brotscheiben (5,90 Euro) riechen leicht nach Knoblauch und sind üppig mit frisch gehackten Tomaten belegt. Umrahmt wird die Bruschetta von einigen Blättern Rucola, was auf dem weißen Teller optisch gut was her macht. Ob aber Parmesan und Balsamico klassisch zur Bruschetta gehört, sei mal dahingestellt - geschmacklich aber ist die Vorspeise ein guter Anfang.

So wie die Bruschetta ist auch eine Pizza so gut wie obligatorisch in einem italienischen Lokal. "Wir machen sie nach einem traditionellen Rezept meiner Mutter", sagt Favazza. Details verrät er nicht, aber: "Eine gute Pizza wird vom Teig gemacht. Die Zutaten sind überall gleich gut." Der Kellner bringt eine üppige Pizza Mozzarella (8,70 Euro) an den Tisch: Der Teig ist dünn und knusprig, der Käse gut durch, die Basilikum-Blätter sind noch knackig - so schmeckt der Klassiker der Pizza-Karten. Auch andere Varianten sehen gut aus - ob mit viel Gemüse, Salami oder Fisch.

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Spezialität: "Tagliata Tascana"

Etwas aufwendiger als die einfachen Landspeisen Italiens ist da schon ein Rumpsteak-Gericht. Favazza verspricht, das "Tagliata Tascana" (24 Euro) sei eine seiner Spezialitäten.

Statt auf einem Teller wird das Gericht auf einer Schieferplatte serviert. Das tranchierte Fleisch verdient so eben noch die Bezeichnung "Medium" - wer es blutig mag, sollte dies beim Bestellen besser betonen. Ein Rosmarinzweig duftet angenehm würzig, das angeschnittene Fleisch ist gut gewürzt, der Brokkoli tiefgrün, die kleinen Tomaten knallrot. Etwas verblüffend ist der kleine Stapel Kartoffelscheiben, der mit Ingwer-Stücken angemacht ist und auf diese Weise den Gaumen sehr positiv überrascht. Kein Zweifel: Das Tagliata Tascana ist wirklich lobenswert köstlich in fast jeglicher Hinsicht. Aber was machen denn die fünf Tupfer Mayonnaise auf dem Schieferteller? Das gute Fleisch hineinzutauchen wäre eine kulinarische Sünde. Die weiße Mayo sei tatsächlich weniger zum Essen gedacht, sagt Biagio Favazza gelassen. "Das Weiß ist so ein schöner Kontrast zum schwarzen Schiefer", sagt er und betont, seine Gerichte sollen auch optisch überzeugen. Umgekehrt würde er weiße Teller gern mit schwarzem Essig verschönern. Ein Blick auf die Tische der anderen Gäste bestätigt die dekorative Leidenschaft des Gastronomen. Nudeln, Pizza, Fleisch- oder Fischspeisen: alles sieht sehr gut aus. "Jedes Gericht gestalte ich neu, um auch die Augen meiner Gäste zu verwöhnen", sagt Favazza.

Quelle: RP