Neues Konzept in der "Dorfschänke"

Steak wird bei 350 Grad gegrillt

Neues Konzept in der "Dorfschänke": Steak wird bei 350 Grad gegrillt Neues Konzept in der "Dorfschänke": Steak wird bei 350 Grad gegrillt Foto: Andreas Endermann
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Das Traditionslokal "Dorfschänke" in Niederkassel hat mit seinen neuen Besitzern ein neues Konzept. Aber es gibt auch Altbewährtes.

Die Dorfschänke in Niederkassel (Alt-Niederkassel 49) ist eine Institution. Um so bedröppelter waren die Niederkasseler, als das Traditionshaus längere Zeit geschlossen war, weil es Unstimmigkeiten zwischen Inhaber und dem Pächter gab.

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten ist das alte Haus wieder neu geöffnet. Mike van Hauten kennt Alt-Niederkassel aus dem Effeff, ist er doch in dem idyllischen Örtchen geboren. Ein Niederkasseler also. Der Gastronom hat sich mit Michael Künzer und Kai Uhrig zusammengetan, und zu dritt haben sie ein neues Konzept entwickelt und vieles beim Alten belassen.

Stuck und Hirschgeweihe

Im vorderen Kneipenteil können die Gäste an der Theke sitzen und in die offene Küche blicken. Rechter Hand gibt es einen Raum, den gerne die Vereine für sich nutzen, in dem auch andere Gäste willkommen sind. Der große Gastraum ist aufwendig renoviert, hat aber den Charme der mehr als 100 Jahre behalten. Stuck ist an der Decke und die Hirschgeweihe hängen immer noch (oder wieder) an der Wand. Schade nur, dass der Lärmpegel, wenn es voll ist, ziemlich hoch ist. Da fehlt ein Schallschutz.

Der große Raum ist optisch zweigeteilt: Es gibt blanke Tische wie in einem Brauhaus. Im hinteren Teil sieht es edler aus mit den weißen Tischdecken. Doch van Hauten betont: Es gibt keinen Unterschied. Der Gast hat freie Platzwahl, kann sein Bier an den weiß gedeckten Tischen oder sein Menü an den hellen blanken Tischen genießen. Das scheint etwas unorthodox, aber die Gäste mögen das. Unorthodox sind auch Besteck und Geschirr, das quer durch die Zeiten wechselt. Da sind auf der einen Seite schicke modische Holzplatten, auf der anderen Großmutters schnörkeliges Goldrand-Geschirr mit dem dazu passenden Besteck. So kommt beispielsweise das Wiener Schnitzel (18,90 Euro) daher und bedeckt den ganzen Teller. Separat gibt es dazu lauwarmen Kartoffelsalat, den besten weit und breit - gut abgeschmeckt - und wunderbar schlotzig. Schade, dass er nicht als einzelner Posten der Karte steht, so wie die anderen Beilagen für Steaks.

Der katalanische Holzofen

Die Besonderheit der Dorfschänke ist der katalanische Holzofengrill, auf dem die Steaks zubereitet werden, und der eine Temperatur von 350 Grad erreicht. Ob irisches Weiderind oder US-Beef - jedes Fleisch ist von bester Qualität. Das hat seinen Preis. Ein 250 Gramm Filet vom irischen Weiderind, butterzart und perfekt gegart, kostet 32,50 Euro. Das selten angebotene Bavette D'Aloyau, ein Flankensteak gibt es für 29,50 Euro. Jedes Mal ist nur eine Beilage dabei. Die zweite (oder dritte...) kostet, und das lässt man sich gut bezahlen. Sieben halbe Rosmarin-Kartoffeln für vier Euro sind nicht gerechtfertigt, das gilt auch für das Portiönchen Ofengemüse. Allerdings waren die selbst gemachten Pommes (vier Euro) ihren Preis wert und reichten als Sättigungsbeilage. Empfehlenswert ist die frisch zubereitete Sauce Béarnaise, die selbst beim Chateaubriand für zwei Personen (600 Gramm Fleisch, 69 Euro) mit 2,50 Euro zu Buche schlägt und ruhig etwas üppiger hätte ausfallen können. Ansonsten ist die Speisekarte mit kreativer Landhausküche breit gefächert - vom schmackhaften Ragout mit Waldpilzen (15,70 Euro), Grünkohl (13,90 Euro) oder Kabeljau (18,50 Euro). Da findet sich für jeden Geschmack etwas, auch bei den Desserts.

Nicht zu vergessen: der aufmerksame Service, der zwei halb gefüllte Gläser mit Weizenbier brachte, weil er mitbekommen hatte, dass sich die Gäste ein Glas teilen wollten.

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Quelle: RP