Gastro-Tipp

Mittags zum Essen an den Truck

Gastro-Tipp: Mittags zum Essen an den Truck Gastro-Tipp: Mittags zum Essen an den Truck Foto: Bernd Schaller
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An Food-Trucks gibt es Hausmannskost und Exotisches aus frischen Zutaten fast ohne Wartezeit. Meist in der Mittagszeit versorgen sich die Kunden mit dieser Form des Essens auf Rädern.

Als Florian Pfeufer im Februar erstmals seine Reisgerichte offerierte, hatte er nur einen Kunden. Obwohl der Koch etwas Besonderes anbot: In zusammengerolltes Fladenbrot füllte er Reis, eine scharfe Paprika-Paste, etwas Salat sowie Rindfleisch oder Tofu. Aber diese Bulgogi-Bun, so heißt diese asiatische Speise, waren wohl zu ungewöhnlich für die Düsseldorfer. Möglicherweise fremdelten die Menschen auch mit dem Gefährt, auf dem Florian Pfeufer kocht: ein Piaggio Ape, ein dreirädriger Kleintransporter, den Pfeufer den Namen "ReisBaby" gab. Diese Kundenflaute ist nun vorbei. Wenn Florian Pfeufer sein ReisBaby öffnet, hat er meist gut zu tun.

"Sogar asiatische Kunden loben meine Bulgogi-Buns", sagt er. Für Verkauf und Zubereitung hat er nur wenig mehr als einen Quadratmeter auf der Ladefläche des Gefährts. Aber geschickt organisiert reicht das für Kühlung, Grillplatte, Soßenstation, Wärmebehälter und Kasse. Für die Kunden ist das ein großer Vorteil: Sie brauchen nicht lange auf ihr Essen zu warten. Wenige Handgriffe reichen, um den Gast zu bedienen.

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Ganz ähnlich ist das Konzept von Stefanie Fehlmann und Sebastian Schmidt. Das Paar geht seit April mit ihrer "Bordsteinschwalbe", einem fast 40 Jahre alten Truck-Anhänger, auf Essens-Tour. Sandwiches und Paninis haben sie im Angebot ebenso wie Krustenbraten in Brot und Vegetarisches - Hauptsache, es geht schnell. Kunden nehmen sich an Food-Trucks nicht viel Zeit zum Essen. Was für den Gast schnell geht, bedeutet viel Organisation und Vorbereitung wie Einkaufen, Gemüse schneiden, das Brot abholen, die Smoothies mixen, die Suppe kochen. "Wir stehen meist sehr früh auf", sagt Sebastian Schmidt, der im vergangenen Jahr noch beim Fernsehen gearbeitet hat, aber unzufrieden war mit dem Job. Seine Freundin Stefanie wünschte sich schon immer ein eigenes Lokal. "Und wir wollten den Hauch der Freiheit spüren." Da kauften sie den Truck-Anhänger und setzten ihren Wunsch um. Die Flexibilität zähle, sagt Schmidt. Fast jeden Tag steht die Bordsteinschwalbe an einem anderen Ort in der Stadt. "Wir sind noch nicht reich, aber es macht Spaß."

Chorizo-Sandwich und wechselnder Mittagstisch: Von der Idee zum eigenen Food-Truck: Anne von "Lunĉo" im Interview Chorizo-Sandwich und wechselnder Mittagstisch Von der Idee zum eigenen Food-Truck: Anne von "Lunĉo" im Interview Zum Artikel » Auch Anne Gromov ist viel unterwegs. Ihren Truck hat sie "Lunco" genannt, was aus der Kunstsprache Esperanto kommt und "kleine Mahlzeit" und "Mittagessen" bedeutet. Ihren lila Lunco-Wagen darf sie nicht einfach irgendwo öffnen. "Standorte zu finden ist wahnsinnig schwer." Städtische Plätze benötigen Genehmigungen und Gebühren. Der Verkauf auf privaten Parkplätzen oder Höfen bedarf das Okay der Besitzer. Einen kulinarischen Schwerpunkt hat Anne Gromov nicht. Sie verkaufe "normales, frisches, regionales und gutes Essen." Suppen etwa, so wie eine Bolognese, Schupfnudeln und Fish & Chips. Die Arbeit koste viel Kraft, sagt Anne Gromov, aber sie genießt die Freiheit. "Wir können im Lunco machen, was wir wollen - und wir machen es auch."

Ein Aspekt, den auch Florian Pfeufer schätzt. Der Koch hat vor seiner ReisBaby-Zeit als Küchenchef in einem Hotel gearbeitet. Ein stressiger, zeitaufwendiger Job, unter dem das Privatleben litt. Nun fährt er mit dem ReisBaby an mehreren Tagen pro Woche durch die Stadt und verkauft Bulgogi-Buns. Stammkunden zu gewinnen sei so etwas schwierig, obwohl er seine Stationen immer aktuell auf Facebook veröffentlicht. "Aber mein ReisBaby ist nun mal kein fester Imbiss", sagt er. "Durch die Bewegung bleibt es interessant."

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Quelle: RP