Hostel am Fürstenwall

Im Backpackers kochen die Gäste selbst

Hostel am Fürstenwall: Im Backpackers kochen die Gäste selbst Hostel am Fürstenwall: Im Backpackers kochen die Gäste selbst Foto: RP/Andreas Bretz
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Was Antti Perälä in der Pfanne zusammenrührt, sieht nicht gerade preisverdächtig aus. Das ist dem 21-Jährigen und seinem Freund Alex Ahtiainen aber offensichtlich egal, und satt werden die beiden schon werden. Seit drei Tagen sind die beiden Finnen unterwegs, erst vor drei Stunden kamen sie im "Backpackers" am Fürstenwall an.

Schweigend schlingen sie ihr Essen hinunter, die Müdigkeit ist ihnen anzusehen. Rucksacktouristen wie sie suchen nach einer möglichst billigen und unkomplizierten Herberge, in der sie keinen Luxus erwarten und sich selbst verpflegen. Glaubt man dem Gründer von "Backpackers", gibt es davon in Düsseldorf in dieser speziellen Form nur eine einzige.

Vor zwölf Jahren gründete Patrick Lange-Böhmer das Hostel. Sein größter Konkurrent sei ein Hotel an der Corneliusstraße. Diesem fehle aber ein wichtiges Detail: "Die haben keine Küche zum Selbstkochen", sagt Lange-Böhmer. Vor einigen Jahren hätten sich die Betreiber deutscher Hostels darauf geeinigt, dass sie zur Abgrenzung vom Hotel eine Gemeinschaftsküche haben müssten. Auch in der Jugendherberge im Linksrheinischen gebe es diese nicht.

Trotz dieses kleinen Exklusiv-Details ist das Haus von Lange-Böhmer nach seinen Aussagen keine Profitmaschine, besonders außerhalb der Sommersaison. Den Hauptumsatz mache er mit Messegästen, neben diesen gebe es noch die "Altstadtbesucher". So nennt Lange-Böhmer junge Besucher, die ohne Anmeldung auch außerhalb der Saison kommen und nur für ein bis drei Tage bleiben.

Ein typischer Vertreter ist Valentin Pampulov. "Eigentlich müsste ich in der Vorlesung sitzen", sagt der 27-jährige Bulgare mit einem Grinsen. Er wählte das Hostel für seinen Kurzbesuch wegen der zentralen Lage, vor allem aber wegen des Preises. Sein Geld gebe er lieber an den legendären Theken der Altstadt aus. "Ich mag diese kleinen, ruhigen Kneipen", sagt Pampulov. Ähnliche Interessen haben auch die Rucksackreisenden aus Finnland. "Wir sind wegen des deutschen Bieres hergekommen, das finnische taugt nichts", sagt Ahtiainen. Den Abend wollen sie dann aber nicht in der Stadt verbringen, sondern einen Ausflug machen.

Für Lange-Böhmer wenig überraschend: "Düsseldorf wirkt auf Außenstehende langweilig. Ein bisschen Schickimicki, aber ansonsten kein Profil." Von den 60 Betten des "Backpackers" sind außerhalb der Saison nur wenige belegt. Im Sommer erwache das Haus zum Leben, täglich würden Partys gefeiert, der Aufenthaltsraum bliebe selten leer. "Das macht ein gutes Hostel aus", sagt Lange-Böhme. "Wir sind kein Museum, und auf Zehenspitzen muss hier auch niemand gehen."

Quelle: RP