Düsseldorf

Gastronomen klagen über Food-Festivals

Düsseldorf: Gastronomen klagen über Food-Festivals Düsseldorf: Gastronomen klagen über Food-Festivals Foto: TONIGHT.de/Kai Jürgens
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Streetfood-Festival, Gourmetfestival, Frankreichfest - viele Veranstaltungen buhlen in der Stadt um die Gunst der Menschen. Manche Restaurants verzeichnen deshalb allerdings Umsatzrückgänge. Und plädieren für Mäßigung.

Die Besucherzahlen übertrafen selbst die optimistischen Prognosen der Veranstalter. Mehr als 60 000 Menschen kamen vor zwei Wochen zum Gourmetfestival an die Kö, bereits am Samstag mussten Meeresfrüchte aus Paris nachgeliefert werden, es herrschte Festtagsstimmung. Doch nicht bei den Gastronomen der Stadt.

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"Für viele Gastronomen gerade in den Außenbezirken bedeuten diese Tage einen Umsatzrückgang von bis zu 50 Prozent", sagt Markus Eirund, Kenner der Gastronomieszene in der Landeshauptstadt. Und auch die Dehoga sieht die Aktivitäten durchaus mit gemischten Gefühlen: Zwar belebe der Wettbewerb das Geschäft. Und viele gastronomische Angebote - und dazu gehören auch kulinarische Veranstaltungen in Düsseldorf wie das Gourmet-Festival oder der Fischmarkt - machen die Stadt attraktiver, heißt es beim Gaststättenverband.

Doch "müssen auch die Belange der Gastronomen berücksichtigt werden, die das ganze Jahr über in der ganzen Stadt verteilt ihre Gaststätten ,stationär' betreiben und ihre Angebote für Bürgerinnen und Bürger vorhalten", sagt Thorsten Hellwig vom Dehoga NRW.

Und weiter: "Wenn sich über 365 Tage ein Festival an das nächste reiht und ein Markt dem nächsten folgt, könnte das empfindliche Umsatzeinbußen für viele Restaurants, Cafés und andere Gaststätten bedeuten, weil schlicht und ergreifend Gäste ausbleiben."

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In den Außenbezirken macht sich das auf jeden Fall schon bemerkbar. So klagt etwa ein Gastronom aus Benrath, er brauche nur in seinen Gastraum zu schauen, um zu wissen, dass in der City wieder irgendein Food-Festival stattfindet. "An diesen Tagen kann ich den Laden eigentlich dann auch zumachen", sagt der Mann, der nicht genannt werden möchte. An den Wochenenden, an denen in der Düsseldorfer City nicht geschlemmt werde, laufe das Geschäft anständig, fügt er hinzu.

Eirund, der Gastronomen in der Stadt berät, hört diese Klagen oft. "Dabei geht es ja nicht nur um das konkrete Wochenende, sondern auch ums Geld. Was die Leute auf der Kö oder auf dem Streetfood-Festival ausgegeben haben, landet nicht mehr in der Kasse der Gastronomen vor Ort", sagt er. Und die litten ohnehin immer noch unter dem Rauchverbot.

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Eine Ansicht, die auch Michael Reinhardt vom "Reinhardt's" auf dem Gut Moschenhof teilt. "In letzter Zeit ist es tatsächlich viel geworden. Nun leben wir nicht unbedingt von der Laufkundschaft, aber viele Kollegen spüren die Festivals sehr wohl", sagt er. Früher sei der Charakter der Veranstaltung auch anders gewesen. "Ein Kö-Fest fand ja nur alle vier Jahre statt und war eine wirklich exklusive Veranstaltung, wo etwas Besonderes präsentiert wurde", heute hingegen sehe man dort auch nur die gleichen Dinge wie auf allen anderen Food-Festivals.

"Grundsätzlich ist es aber toll, dass es so etwas gibt", fügt er hinzu. Auch die Wirte in der Altstadt profitieren eher von den Veranstaltungen. Reinhardt sagt aber dennoch: "Manchmal ist weniger eben mehr."

Quelle: RP