Okinii an der Immermannstraße

Verfressene Vielfalt

Okinii an der Immermannstraße: Verfressene Vielfalt Okinii an der Immermannstraße: Verfressene Vielfalt Foto: TONIGHT.de

Ach, war das gut! Und so vielfältig! Und so frisch! Schlicht: gelungen auf der ganzen Linie, dieser erste Besuch im Okinii.

Von außen eher unscheinbar, entfaltet das japanische All-you-can-eat, das sich, wie es sich für ein anständiges japanisches Restaurant gehört, auf der Immermannstraße befindet, enorme Dimensionen. Aber die braucht es auch. Schließlich sind schon viele auf den Geschmack gekommen: Ohne Reservierung läuft – zumindest an einem Sonntagmittag – hier gar nichts.

Der schmalere Teil zur Straße hin ist an unserem Testnachmittag ebenso mit Genießern besetzt wie der breitere, etwas abgedunkelte hintere Teil, dem indirektes Licht gleichermaßen Gemütlichkeit wie notwendige Helligkeit verleiht. Auch die Dekoration ist zurückhaltend – asiatischen Kitsch sucht man vergebens, auf den Tischen steht nur das "Werkzeug" bereit: Kleine weiße Schälchen für Wasabi und Co., ebensolche Teller, Sojasauce und Stäbchen. Und natürlich das iPad. Das ist einer der Clous dieses ungewöhnlichen Restaurants. Denn mit ihm kann der Gast zum Inklusivpreis zweieinhalb Stunden lang bestellen, wonach ihm der Sinn steht.

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Verschwendung wird im Okinii nicht unterstützt

Soll es Lunch sein, ist die Karte etwas kleiner gehalten, beim Dinner etwas größer und luxuriöser. Aber aufgepasst: Verschwendung wird im Okinii nicht unterstützt. Deshalb darf jeder pro Bestellrunde nur eine bestimmte Menge an Speisen ordern – und sollte sie tunlichst aufessen, möchte er das Ergebnis seiner Selbstüberschätzung nicht als Extra-Posten auf der Rechnung wiederfinden. Besonders für Okinii-Neulinge empfiehlt sich daher Zurückhaltung beim Sushi. Denn Reis macht doch sehr rasch sehr satt und es wäre schade, so vieles nicht probiert zu haben.

Unsere erste Runde: Edamame wollen endlich einmal verkostet sein. Die grünen jungen Sojabohnenkerne müssen erst mit den Zähne aus der leicht gesalzenen Schale gezogen werden, neutralisieren dann aber den dazu bestellten, wohl nur für unseren Geschmack etwas zu würzigen Kimchi, den sauer-scharf eingelegten Chinakohl. Ebenfalls kommt ein pikanter Sepia-Seetangsalat auf den Tisch, der nicht zuletzt durch seine deutliche Sesamnote die gehörige Exotik erhält. Und natürlich Sushi in allen möglichen Varianten – der Reis perfekt gegart und aromatisch – Fisch, Gemüse und Obst in unterschiedlichen Kompositionen füllen es aufs Beste. Wow! Vor allem das Kani Nigiri überrascht. Seine Surimi-Auflage ist außerordentlich lecker, schmeckt nussig-fischig und überzeugt durch seine Konsistenz.

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Gyoza, Yakitori oder Gemüse

Runde Zwei. Jetzt sind die warmen Speisen dran. Und so fliegen, kaum per Fingerdurck bestellt, Gyoza, Yakitori, Ente, gegrillte Champignons und weitere Gemüse ein. Keine Ahnung, wie der enorm flinke, aufmerksame und freundliche Service das macht. Denn jede der internationalen Damen scheint alle Tische zu bedienen und liefert doch nur ab, was auch bestellt wurde.

Ebenso beiläufig und professionell geht das Abräumen der Tische vonstatten. Und: Die Servicefrauen sind auch für Krisensituationen gerüstet. Schließlich sind es vielfach jüngere Gäste, teils mit jungen Kindern, die es sich im Okinii schmecken lassen. So förder ein geistesgegenwärtiger Griff in die Schürze rasch ein paar tröstende Bonbons hervor. 

Aber zurück zum Eigentlichen. Zum Beispiel Gyoza: Diese mit einer kräutrigen Hühnchenfarce gefüllten, bissfesten und leicht angebratenen Teigtaschen sind eine wahre Delikatesse. Das darf gerne so weitergehen. Und das tut es auch: Die Ente!!! Kross die Haut, zartschmelzend das Fleisch – ein Hochgenuss. Das selbe gilt für die pikanten Grünschalmuscheln von der Dinnerkarte. Die schreien ebenso nach Mehr wie auch die genau auf den Punkt gegarten, fein gesalzenen Jakobsmuscheln mit Zitronengrasspieß von der Sideorder-Karte.

Auch das Gemüse ist exzellent – so eine knackige, süß-würzige Paprika machen zu können: Das erfordert wahre Meisterschaft. Doch leider ist das Fassungsvermögen auch des begeistersten Essers begrenzt. Nach gut anderthalb Stunden müssen wir aufstecken, nicht allerdings, ohne zuvor noch eine gebackene Banane – im knusprigen Teigmantel mit Kokos-Vanillesauce – gekostet und einen Blick in die offene Küche auf die dort zaubernden Köche, allesamt Japaner, geworfen zu haben.

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Okinii-Pre-Opening-Party | Dienstag, 12. April 2016 Okinii-Pre-Opening-Party // Di 12.04.16 Okinii Japanese Sushi & Grill 135 Fotos

Quelle: Düsseldorf geht aus