Authentisch, laotisch, scharf

Luang Prabang: Der "Kult-Asiate" in Flingern

Authentisch, laotisch, scharf: Luang Prabang: Der "Kult-Asiate" in Flingern Authentisch, laotisch, scharf: Luang Prabang: Der "Kult-Asiate" in Flingern Foto: Düsseldorf geht aus

Scharf ist nicht gleich scharf. Das mussten die Test-Esser vom Magazin "Düsseldorf geht aus!" bei diversen Besuchen in den asiatischen Restaurants der Stadt schon öfters feststellen. Jetzt haben sie Luang Prabang, den "Kult-Asiaten" in Flingern, besucht. Und hier ist scharf wirklich scharf!

Man hat manchmal den Eindruck, die Köche trauen sich nicht so recht, den europäischen Gaumen auf die feuerfeste Probe zu stellen. Wer vor diesem Hintergrund ins Luang Prabang geht, sei gewarnt. Hier ist scharf nicht nur scharf, sondern – wenn man will – schweißtreibend, die Farbe des Gesichts verändernd, fast betäubend brennend.

Zwischen etlichen Abstufungen kann man beim Laoten wählen

Den gut gemeinten Hinweis des Kellners: "Sehr scharf ist asiatisch scharf, Vorsicht!", gibt es gratis. Auch sonst hat das gut gelaunte Servicepersonal, das am Nachbartisch auch mal einen Reisschnaps mit den Gästen trinkt, stets ein paar nützliche Tipps parat. Die Zubereitung der gebratenen Calamares mit hausgemachter laotischer Füllung aus Schweinefleisch und verschiedenen Kräutern dauert etwas länger, da sie frisch gemacht werden, wird uns mitgeteilt.

Das Warten lohnt sich: Eine solche Vorspeise für 7,50 Euro haben wir so noch nicht gesehen und gegessen. Das Schweinefleisch ist würzig, die Kräuter sind frisch – zusammen mit der Tintenfischhülle eine leckere Erfahrung. Übertroffen wird sie nur von der laotischen Bratwurst: Mit Zitronengras, Koriander und Chili gewürzt, ist sie ein Geschmackserlebnis, an das man sich gerne erinnert. Wer eine Auswahl der Vorspeisen testen möchte, dem sei der gemischte Vorspeisenteller (für zwei Personen 14,50 Euro), zu dem noch frittierte Frühlingsrollen, frische Sommerrollen und gebratenes Hühnerfleisch sowie drei Saucen gehören, empfohlen. Vor allem die Erdnusssauce findet mit ihrem dezenten Geschmack von Erdnuss und Knoblauch den Weg in unsere Herzen.

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Während wir auf den Hauptgang warten (und auch unsere Suppen, die leider vergessen wurden), blicken wir uns in dem kleinen Restaurant um. Der asiatische Stil ist fast zurückhaltend, da ist man Kitschigeres gewohnt. Der Laden ist selbst wochentags ordentlich gefüllt, auch ohne Musik ist der Lautstärkepegel recht hoch. Dunkle Holztische und dezent eingesetzte Pflanzen sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Die Bar im Bambus-Stil, an der man auch essen kann, und die leckeren Cocktails versüßen notfalls die Wartezeit auf einen Tisch. Denn wer zur Hauptzeit ohne Reservierung kommt, hat schlechte Chancen, einen Platz zu bekommen.

Die Auswahl der Hauptspeisen erscheint auf den ersten Blick etwas klein, doch die Kombinationsmöglichkeiten relativieren den ersten Eindruck. Die Gerichte mit Brokkoli, Karotten, Paprika, Bambus, Bohnen, Strohpilzen, Zucchini, Lauch, Kartoffeln, Cashewkernen oder Erdnüssen und noch einigen anderen Zutaten werden entweder mit weiterem Gemüse, Meeresfrüchten, Fisch oder Fleisch kombiniert. Die Preise variieren von der vegetarischen Variante für 10,50 Euro bis zu 16,90 Euro für eine Mischung aus Tintenfisch und Garnelen. Dazu gibt es gut abgeschmeckte Saucen aus Ingwer, Kokosmilch oder rotem Curry. Wir haben uns aber für andere Spezialitäten der laotischen Küche entschieden. Etwa „Sihn Lord“, getrocknetes Rindfleisch in einer würzigen Marinade, das, wie viele Gerichte, mit einer Portion Klebreis serviert wird. Das Fleisch schmeckt schon fast nach Wild. Es ist leicht scharf, für 9,50 Euro bekommen wir aber leider nur wenig davon.

Lab: Laos' Nationalgericht

Anders ergeht es uns mit Laos' Nationalgericht: Lab ist zerkleinertes Fleisch, serviert mit fein gehackten Kräutern, Zitronengras, Zitronenblättern, Galgant (auch Thai-Ingwer genannt), Zwiebeln und Chili. Ein ganzer Berg von lauwarmem Rindfleisch (man kann Lab wahlweise auch mit Hühnchen, Schwein, Ente, Fisch oder Tofu genießen) mit Gurkensalat und Sojasprossen landet auf unserem Teller. "Erst formt man mit dem Klebreis eine kleine Kuhle und legt dann das Fleisch hinein. So machen es die Laoten", erklärt uns der Kellner. Also essen auch wir mit den Fingern, und, nachdem wir die Technik einmal raushaben, können wir uns auf das pikant-würzige Fleisch konzentrieren. Der Reis ist schön klebrig und lässt sich in kleinen Brocken aus dem Schälchen ziehen.

Auch mein Tischnachbar, der trotz Warnung für seine Ente den zweithöchsten Schärfegrad geordert hat, bestellt aufgrund der Schweißbildung auf der Stirn zwar fleißig Servietten nach, nickt aber gut gelaunt. Die Ente in Curry-Kokos-Sauce ist innen schön zart, die Haut dagegen knusprig. Die Kombination ist so gut, dass wir noch eine Portion Reis nachbestellen, da wir nichts von der leckeren Sauce übrig lassen möchten. Das kostet allerdings 3,20 Euro extra. Etwas überzogen, finden wir.

Wir finden aber auch: Das Luang Prabang hat seinen weit über Flingern hinausreichenden Ruf als Kult-Asiate völlig zu Recht.

Luang Prabang, Platanenstraße 26, Flingern. Telefon: 0211 2304275. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11.30 - 15 Uhr und von 17.30 - 23 Uhr, feiertags und samstags von 17.30 - 24 Uhr und sonntags von 17.30 - 23 Uhr. Küche bis 22.30 Uhr, montags geschlossen.

Weitere Top-Listen und Tests findet ihr in der aktuellen Ausgabe von "Düsseldorf geht aus!". Erhältlich im Handel oder online.

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Quelle: Düsseldorf geht aus!